4. Dezember 2017 | Gewässer

Weiterhin Salz-Einleitungen in die Werra zu Gunsten der Versenkung.

Im November 2017 hat der Rohstoffkonzern Kali + Salz (K+S) im Streit um die Entsorgung von Produktionsabwässern mit dem Bund für Naturschutz Deutschland (BUND) einen Vergleich ausgehandelt.
Weiterhin Salz-Einleitungen in die Werra zu Gunsten der Versenkung.
Carlo Schrodt / pixelio.de

„K+S verzichtet – eine normale Wasserführung der Werra vorausgesetzt – auf bis zu einer Million Kubikmeter des für die kommenden vier Jahre genehmigten Versenkvolumens und wird auch nach Auslaufen der bis Ende 2021 geltenden Genehmigung keinen neuen Versenkantrag mehr stellen”, meldet der Konzern aus Kassel am Montag den 27.11.2017. Der BUND wird seine Klage zurückziehen, ebenso den Eilantrag gegen die bestehende Versenkerlaubnis.“ so die einschlägigen Pressemitteilungen.

Doch was sich im ersten Augenblich doch sehr positiv anhört, ist das Ergebnis aus der einjährigen Erfahrung, die K+S aus der wasserstandbezogenen verlängerten Einleitgenehmigung gezogen hat.

Im November 2016 wurde K+S entgegen aller Proteste eine Verlängerung der Salzlaugeneinleitung vom RP Kassel in die Werra gestattet. Zwar nicht mehr im ursprünglichen Umfang, dafür aber Wasserstands abhängig.

Obwohl sich der Landkreis Kassel im September dieses Jahres gegen ein Speicherbecken in Reinhardswald und eine Leitungsführung durch den Landkreis Kassel zur Weser ausgesprochen hat, scheint die Salzeinleitung in die Werra jetzt wasserstandsabhängig doch wirtschaftlicher zu sein, als eine Versenkung ins Dolomit. Sonst würde ein Konzern, der nur wirtschaftlich denkt und arbeitet nicht auf solch einen Vergleich eingehen. Wieso der BUND so plötzlich auf einen Vergleich eingeht bleibt offen.

Der Kanusport muss sich somit in den nächsten Jahren leider weiter mit der eingeleiteten Salzlauge in die Werra arrangieren. Im Zusammenhang mit der Nidda Sperrung und den Regelungen der Nordhessischen Fließgewässer ist es schwer erklärbar, wo Naturschutz beginnt und wo wirtschaftliche Interessen den Vorrang zu gewähren sind. So entsteht immer mehr der Eindruck, Kanuten dienen als Bauernopfer, während andere, gewichtigere Auswirkungen auf unsere Gewässer unbehelligt bleiben. „Als Umwelt Referent kann ich solche faulen Kompromisse nicht verstehen und werde mich weiterhin für eine saubere Werra als auch für eine durchgängige Befahrbarkeit unserer Gewässer einsetzen.“ erklärte deshalb Stephan Grunewald, Umweltreferent im Hessischen Kanu-Verband.

Stephan Grunewald
Umweltreferent Hessen

Bild: Carlo Schrodt  / pixelio.de

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