21. Juli 2014 | Elbefahrt

Elbe-Paddler trotzen der Sommerhitze

Seit Tagen sind die hochsommerlichen Temperaturen treuer Begleiter der Elbefahrt-Teilnehmer. Bei Temperaturen bis 35 Grad im Schatten sehnen diese auf den einzelnen Etappen jedes noch so kleine Lüftchen als willkommene Kühlung herbei. Badepausen haben Hochkonjunktur.
Elbe-Paddler trotzen der Sommerhitze
Die Elbepaddler beim Gottesdienst in Wittenberg
Das Paddeln erweist sich unter diesen Bedingungen als besondere Anstrengung, auch die idyllischen, zum Rasten einladenden Elbebuchten bieten mangels Bäumen oftmals nur wenig Schatten. Bislang trotzten die Fahrtteilnehmer der Hitze jedoch ohne größere Probleme, so dass auch die DLRG nicht tätig werden musste. Die vier ehrenamtlich die Tour begleitenden Kameraden haben auch so allerhand zu tun. Thomas Strauch, Isabella Galek, René Hähner und ihr Leiter Lutz Sacher, Vorsitzender der DLRG Halle-Saalekreis e. V., sind allesamt zum ersten Mal bei der Elbefahrt dabei. Alle vier haben sich freiwillig dafür gemeldet. „Ich mache gern solche Sachen“, meint Bootsführer Thomas Strauch, René Hähner, passionierter Taucher und seit 40 Jahren bei der DLRG, sieht die Tour für sich „als Herausforderung und Hobby“ zugleich. Seit vielen Jahren eng mit dem Wassersport verbunden ist ihr Teamleiter Lutz Sacher. Zusammen mit dem Organisationsleiter der Elbefahrt Harald Zeiler hat er beim Böllberger Sportverein in Halle schon Dutzende Schlauchbootrennen organisiert und betreut. Bei der Elbefahrt wachen er und seine Mitstreiter bei den einzelnen Etappen im Rahmen der empfohlenen Paddelzeiten darüber, dass sich die Fahrtteilnehmer jederzeit sicher fühlen können. „Von den Kanuten wird unsere Begleitung sehr positiv aufgenommen“, sagt Lutz Sacher und macht ihnen ein großes Kompliment: „Erfahrene Paddler wissen halt, wie man sich bei solchen Hitzebedingungen schützt. Ohne Kopfbedeckung steigt kaum jemand ins Boot.“ Als sich in Wittenberg ein Fahrtteilnehmer nicht ganz fit fühlte und die Etappe nach Coswig ausließ, übernahm Lutz Sacher kurzerhand dessen Boot und paddelte die 23 Kilometer mit den Elbefahrern mit. Es sei schön, das Land vom Wasser aus zu entdecken, stellt er fest.

Fernsehshuttle, Gottesdienst und Lina, der kleine Elbebiber
Auf der Etappe von Torgau nach Wittenberg erwartete ihn und sein Team eine besondere Aufgabe: In Elster nahmen sie ein Fernsehteam vom MDR an Bord, das eine Reportage über die Elbefahrt drehte. „Wir machen das gern, denn so etwas ist auch wichtig für die Nachwuchsgewinnung unserer Organisation“, meint Sacher. Nur dass die Fernsehleute wie selbstverständlich hin und her „geschippert“ werden wollten und sich nicht für die anfallenden zusätzlichen Benzinkosten interessierten, kam bei Lutz Sacher und seinen Kollegen nicht so gut an.
Ganz im Zeichen einer wohlbehaltenen Weiterfahrt der Paddler, aber darüber hinaus auch von Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt, von Sanftmut und Nachdenklichkeit, Mut und Hoffnung stand am Abend des zweiten Tour-Ruhetages in Wittenberg ein besonderer Feldgottesdienst auf dem Buhnenkopf am Gelände der WSG Wittenberg. Unter dem Motto „Einer trage des anderen Last(-kahn)“ verband Pastorin Dr. Kristin Jahn von der Evangelischen Stadtkirchengemeinde Wittenberg in einem kühnen Bogen die Freiheit des Kanuwanderns mit der Feierlichkeit eines kirchlichen Gebets. Zumindest der einzigartigen Atmosphäre dieses Gottesdienstes in der Abenddämmerung konnte sich von den andächtig lauschenden Elbe-Paddlern kaum jemand entziehen.
Zuvor begrüßte Organisationsleiter Harald Zeiler noch einen besonderen „Gast“ auf der Elbefahrt: Er überreichte der fünfjährigen Suraya, die mit ihrer Mutter per Fahrradanhänger die Tour begleitet, einen Plüsch-Elbebiber, das Maskottchen der Elbefahrt. Lina, wie der kleine Kerl prompt von Suraya getauft wurde, hat nun neben ihr für den Rest der Tour einen Ehrenplatz im Fahrradanhänger.

Hans-Peter Wagner
PARTNER
 
KANU-SPORT