28. November 2017 | Kanu (Allg.)

Britta Ernst und Thomas Konietzko würdigen Brandenburger Kanusport

Auf dem 10. Verbandstag des Landes-Kanu-Verbandes (LKV) Brandenburg am 25.11. in Potsdam konnten mit Britta Ernst, Ministerin für Bildung, Jugend und Sport (BJS) in Brandenburg sowie Thomas Konietzko, Präsident des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) und Vizepräsident der Internationalen Kanu - Förderation (ICF), zwei hochrangige Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens begrüßt werden. Allein dieser Umstand bezeugt, dass der organisierte Brandenburger Kanusport ein beachtliches Ansehen genießt.
Britta Ernst und Thomas Konietzko würdigen Brandenburger Kanusport
Bild: Axel Schön / Eberhard Thonfeld

Unter den über 50 Sportverbänden des Landessportbundes Brandenburg ist der LKV mit seinen ca. 3.000 Mitgliedern etwa  erst an fünfzehnter Stelle einzuordnen. An den  im Wettkampfsport erzielten Medaillengewinnen bei Olympischen Spielen und internationalen Meisterschaften gemessen, kann  allerdings keine andere Brandenburger Sportart auf nur annähernd ähnliche Erfolge verweisen. Jedoch auch bei erfolgreichen Teilnahmen an Wettkämpfen auf nationaler Ebene und bei der Anzahl ausgerichteter kanusportlicher Veranstaltungen jeglicher Art, ist der LKV Brandenburg stets  im Spitzenfeld angesiedelt.

Es ist somit nicht überraschend, dass  die erst seit etwa zwei Monaten im Amt befindliche Ministerin für BJS in ihrem Grußwort bekannte, sich bereits zuvor mit der Geschichte des Brandenburger Kanusports vertraut gemacht zu haben. Die aus Hamburg stammende Britta Ernst war auch schon als Bildungsministerin in Schleswig-Holstein tätig. Sie betonte, dass die medaillenträchtigen Erfolge des 40 Kanuvereine/-abteilungen umfassenden LKV Brandenburg über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind. Neben der Würdigung der von Brandenburger Kanusportlern erbrachten Leistungen bedankte sie sich für die Arbeit des Regattateams Brandenburg Beetzsee e. V. bei Sicherstellung zahlreicher Veranstaltungen und lobte ausdrücklich die Potsdamer Sportschule hinsichtlich ihres Engagements und der guten Zusammenarbeit mit den Sportverbänden.
Nicht unwesentlich war auch der Hinweis von Britta Ernst, dass in ihrem Ministerium zehn Stellen geschaffen wurden, in denen sich verdienstvolle Sportler/ -innen während und nach dem aktiven Sport beruflich etablieren können. „Es ist schon eine tolle Geschichte, dass die erfolgreiche Potsdamer Kanusportlerin Conny Waßmuth eine dieser Stellen besetzt“, so berichtete sichtlich erfreut die Ministerin. Sie spricht sich eine enge Zusammenarbeit mit dem LKV Brandenburg aus.

DKV-Präsident Thomas Konietzko unterstrich in seinem Grußwort, dass der Deutsche Kanu-Verband nur so stark sein kann, wie die Landesverbände und Vereine in der Fläche. „Nicht weil ich Brandenburger bin, sondern deshalb, weil ich damit die Anerkennung der Arbeit des LKV unterstreichen möchte, bin ich zum dritten Mal hintereinander bei einem Verbandstag des LKV Brandenburg zugegen“, wandte er sich an die Delegierten in der Mensa der Potsdamer Sportschule.
Die Mehrzahl der Mitglieder des DKV übt zwar den Kanu-Wandersport aus, der mit seinen traditionellen Kanu-Wanderfahrten Zuspruch über die Grenzen Deutschlands hinaus findet. Seine internationale Anerkennung und Bedeutung verdankt der DKV jedoch vor allem den hervorragenden Leistungen im Kanu-Rennsport  resümierte  Konietzko. Und im Zusammenhang mit   dem hervorragenden Anteil der dem Kanu-Club (KC) Potsdam angehörenden   Brandenburger Rennkanuten bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 bezeichnete er Brandenburg als die „Herzkammer des deutschen Kanu-Rennsports“.
Nicht nur die Spitzenathleten, sondern auch die erfolgreiche Nachwuchsarbeit des LKV Brandenburg fanden die Anerkennung des DKV-Präsidenten. Im besonderen Maße verwies auf den Anteil von Lehrerin-Trainerin Petra Welke (Landesstützpunkt des KC Potsdam) bei der  Heranführung junger weiblicher Canadierfahrerinnen an das Niveau der Leistungsklasse.
Im festen Vertrauen darauf, dass der DKV bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio gut abschneiden wird, hofft er auch dort auf den Einsatz der Potsdamer Canadier-Damen.
Im Namen des DKV dankte Thomas Konietzko den wichtigsten Trainern, Vereinsvorsitzenden und  allen ehrenamtlich Tätigen für die geleistete Arbeit. Mit der Aufforderung „Weiter so!“ verband er zudem die Hoffnung: „Das Herz des Kanu-Rennsports möge weiterhin so kraftvoll schlagen, wie zuvor.“

Im Bericht des Präsidiums des LKV Brandenburg und mit dem Rückblick des Präsidenten Michael Schröder auf das Berichtsjahr 2017 konnte auf eine insgesamt erfolgreiche Saison 2016 verwiesen werden.
Nicht nur der Anteil an vier Gold-, drei Silber- und einer Bronzemedaille von Athleten des KC Potsdam an der Gesamtbilanz des DKV bei den Olympischen Spielen in Rio unterstrich das Leistungspotenzial der Brandenburger Rennkanuten, sondern auch zahlreiche Medaillengewinne bei internationalen Meisterschaften und nationalen Titelkämpfen. Und das nicht nur bei der Leistungsklasse, sondern auch im Nachwuchsbereich.
Andererseits wurde die Vielfalt des Kanusports in Brandenburg anhand zahlreicher Veranstaltungen im Kanu-Wandersport, Drachenbootsport, Stand-UP-Paddling und im geringeren Umfang im Kanu-Slalom, Kanu-Polo, Kanu-Marathon  und Kanu-Mehrkampf sichtbar.
Darüber hinaus trugen weitere kanusportliche Veranstaltungen, wie u. a. der Kanusprint und die Wasserspiele in Potsdam sowie Events im Drachenbootsport oder auch die Potsdamer Schlösserfahrt dazu bei, den Kanusport  in der Öffentlichkeit zu präsentieren und Interesse an dieser Sportart zu wecken. Allein der Umstand, dass bei der Umfrage nach den besten Brandenburger Sportlern des Jahres 2016 erstmalig in allen drei Kategorien (weiblich, männlich und Mannschaft) die  Potsdamer Kanurennsportler auf Rang eins gesetzt wurden, unterstreicht deren Wertschätzung seitens der befragten Sportjournalisten.

All die Erfolge  und Leistungen sowie die gestiegene Aufmerksamkeit gegenüber dem im Land Brandenburg ausgeübten Kanusport sind der  fleißigen und zielgerichteten Arbeit durch Trainer und Übungsleiter  sowie darüber hinaus dem ehrenamtlichen Engagement zahlreicher Helfer und Unterstützer geschuldet. Ihnen allen galt der ausdrückliche Dank des LKV-Präsidenten.
Nach der Aussprache zu den Berichten erfolgte die Wahl des Präsidiums, der Kassenprüfer, der Spruch-und Schlichtungskammer sowie die Bestätigung des Jugendwartes, der Fachwarte und Referenten.

In das neue Präsidium wurden für die nächsten vier Jahre gewählt  bzw. ernannt als:

  • Präsident Michael Schröder
  • Vizepräsidentin olympischer Wettkampfsport Petra Welke
  • Vizepräsident Freizeit- und Kanu-Wandersport Andreas Zimmer
  • Vizepräsidentin Verbandsentwicklung und Breitensport Dajana Pefestorff
  • Schatzmeister Andrej Phlipp
  • Jugendwart Steffen Miegel


Für ihre Verdienste um den Kanusport im Land Brandenburg wurden auf Beschluss des 10. Verbandstages vier Sportfreunde zum Ehrenmitglied des LKV Brandenburg ernannt.

Von Günter Welke

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