13. November 2017 | Kanu-Rennsport

Lasse Lausberg bei geschichtsträchtigem Kanuwettkampf in Frankreich

Ungewöhnliche Worte bei einer ungewöhnlichen Kanuregatta: „In diesem Jahrhundert-Gedächtnisjahr eines Krieges, während dessen so viele Soldaten aus aller Nation geopfert wurden und eine Generation verdorben wurde, verspreche ich, dass ich an Frieden und an einer besseren Welt arbeiten werde, wo die Kanu- und Kajakpaddel die Waffen ersetzen werden!“, so der Regattasprecher des ASL Canoe/Kajak St. Laurent-Blangy.
Lasse Lausberg bei geschichtsträchtigem Kanuwettkampf in Frankreich

Auf Einladung des französischen Kanuvereins ASL Canoe/Kajak St. Laurent-Blangy haben sich sechs Sportler und zwei Betreuer aus Nordrhein-Westfalen, darunter der 17-jährige Lasse Lausberg und sein Betreuer Reinhard Ross vom Wassersportverein Rheine (WSV), auf den Weg nach Frankreich in den Vorort von Arras gemacht. Anlass war ein Wettkampf zum Gedenken an den 100. Jahrestag der Schlacht von Arras, der im Ersten Weltkrieg viele Soldaten und Zivilisten zum Opfer fielen. Die Region rund um den Regattaort war vor 100 Jahren Frontgebiet. Organisiert wurde die Fahrt vom Kanuverband NRW.

Am Abend der Anreise stand ein Kennenlernen der anderen Sportler, unter anderem aus Australien, Tunesien, Kanada, Weißrussland, NRW und Frankreich, auf dem Programm. Nach einem Empfang beim Bürgermeister gab es ein leichtes Training und ein Treffen mit erfolgreichen WM- und Olympiateilnehmern, die über Gemeinsamkeiten von Training und Wettkampf diskutierten.

Die offizielle Eröffnungsfeier stand ganz im Zeichen der Versöhnung. „Die Veranstaltung erinnerte an 1917, als in der Schlacht von Arras viele Soldaten und Zivilisten den Tod fanden“, erläuterte Reinhard Ross den Zweck der Reise. „Die Kanuten sollten sich sportlich und nicht mit Waffen messen“, betonte er. Dort erlebte der erfahrene Trainer seine erste Nachtregatta. „Sehr gut organisiert und eine echte Show.“

Gefahren wurde auch im Vierer-Kajak, gemischt nach Geschlecht und Nation sowie einem C9-Rennen, das ein wenig wie das bekannte Elefantenrennen anmutet, in dem neun Sportler in einem Kanadier sitzen. „Eine tolle Idee“, befand Ross begeistert.

Eine besondere Aufgabe kam Lasse Lausberg zu: Er wurde ausgewählt, beim Besuch des kanadischen Soldatenfriedhofs und der Gedenkstätte den Kranz niederzulegen. Das Denkmal Notre-Dame-de-Lorette ist den gefallenen Soldaten des Ersten Weltkriegs gewidmet. Als Besonderheit gilt, dass die 580 000 Namen hier in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt sind, ohne Unterscheidung des Rangs oder der Nationalität, gemeinsam und ungeachtet dessen, ob sie Freunde oder Feinde waren.

Nach einer Fahrt nach Paris traten die sechs Sportler und ihre Betreuer die Heimreise an, beeindruckt von dem, was sie in den vergangenen Tagen erlebt und gesehen hatten. „Eines ist klar: 2018 wird es eine Neuauflage geben“, verriet Reinhard Ross. „Die Sportler hatten die tolle Gelegenheit, in vielen Sprachen über den Kanusport zu sprechen“, resümiert er.

Von: Petra Nienhaus

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