10. Juli 2018 | Kanu-Slalom

Spektakuläre Ausscheidungsrennen auf dem Eiskanal im „Kanu-Slalom Extreme“

In der noch jungen Kanu-Disziplin „Canoe Slalom Extreme“ (CSLX) haben sich beim 3. ICF-Weltcup dieses Jahres in Augsburg erneut die Gewinner aus dem ersten Weltcup 2018 in der Slowakei durchgesetzt.
Spektakuläre Ausscheidungsrennen auf dem Eiskanal im „Kanu-Slalom Extreme“

Pavel Eigel aus Moskau (Russland) und Ana Satila aus Foz de Iguacu (Brasilien) setzten sich klar gegen ihre Konkurrenten durch. Der „Extreme Kajak“-Wettbewerb bildete den spektakulären Schlusspunkt unter ein tolles Sportwochenende Im Olympiapark Augsburg am Eiskanal.

„Man braucht Taktik, Power und Beschleunigung an den richtigen Stellen“, formuliert der 28-jährige Eigel sein Erfolgsrezept. Wer beim CSLX das Boot vorn haben möchte, der müsse auch den Körper ständig bewegen - „wie beim Boxen“ (Eigel). Beim „Extreme Kayak“- Wettbewerb gibt es keine Zeitmessung, in der Head-to-Head-Wertung kommen die ersten beiden von vier gleichzeitigen Startern eine Runde weiter. Neben dem Gedränge auf den wilden Wogen sind auch die ungewohnten Boote eine besondere Herausforderungen für die Sportler.
Für CSLX steigen die Sportler aus den sehr leichten, flachen und schnittigen Slalombooten um in gedrungene, kompakte und deutlich schwerere Wildwasser-Kajaks. „Es ist nicht einfach, sich immer wieder auf andere Boote einzustellen“, sagt Ana Satila, die sich beim klassischen Slalom im Kajak Einer am Samstag den dritten Platz erpaddelt hatte.

Beim CSLX gehen die Kanuten gleichzeitig zu viert auf die Strecke, müssen also nicht nur auf Strömung, Tore und Hindernisse achten, sondern auch auf drei Mitkonkurrenten. Schon der Start ist spektakulär: Alle vier Paddler starten gleichzeitig von einer Rampe, die in Augsburg auf einer Brücke fünf Meter über dem „Eiskanal“ errichtet wurde. Nach wenigen Paddelschlägen biegen sie ab auf die Olympiastrecke, müssen vor und nach der wuchtigen Walze der „Waschmaschine“ sieben Tore meistern und kurz vor dem Ziel noch eine Eskimorolle demonstrieren.  „4 gegen 4 ist spannend und ein zusätzlicher Kick in unserem Sport“, so Stefan Hengst (Kanu Ring Hamm), der es als einziger deutscher Paddler ins Finale der Männer geschafft hatte. Für ihn ist Kanuslalom Extrem „ein riesiger Spaß“.

Für ICF-Präsident Jose Perurena ist laut Pressemtteilung CSLX ein wichtiger Schritt, um den Kanusport für jüngere Sportler und Zuschauer attraktiv zu gestalten. „Der Skisport hat Skicross mit großem Erfolg ins olympische Programm aufgenommen, ich sehe den Kajak Cross als eine gleichermaßen aufregende Entwicklung im Wildwasser-Kajaksport“, sagte er. Kanuslalom und Wildwasser-Rennsport seien spannende Sportarten für diejenigen, welche mit ihnen vertraut sind, so Perurena, „aber für Neulinge ist der Anblick von vier Kanuten, die um die Wette paddeln, sehr attraktiv und das noch weiter zu fördern ist der Schlüssel, um unseren Sport wachsen zu lassen“.

Von: Hermann Schmid/KSA

Final-Ergebnisse:
CSLX - Frauen: 1. Ana Satila (BRA), 2. Martina Wegmann (NED), 3. Polina Mukhgaleeva (RUS), 4. Caroline Trompeter (GER)
CSLX – Männer: 1. Pavel Eigel (RUS), 2. Rafal Polaczyk (POL),  3. Stefan Hengst (GER), 4. Ondrej Tunk (CZE)
 

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