21. Januar 2013 | Drachenboot-Fun

Elbe-Marathon im Drachenboot, Tag 4-6

Im ersten Teil berichteten wir über die ersten drei Tage der Elbetour des Drachenbootteams der Sauberdrachen der Stadtreinigung Hamburg, das sich vorgenommen hatte, die Elbe von Krippen nach Hamburg zu befahren. Die Strecke von 625 km sollte in acht Tagen bewältigt werden. Hier nun der zweite Teil mit den Tagen vier bis sechs.
Elbe-Marathon im Drachenboot, Tag 4-6

07.08.2012: Schönebeck bis Tangermünde - 78 km

Um 06:30 Uhr aufstehen in dem völlig überfüllten Vereinshaus, denn zelten ging wegen Warnung vor Waschbären nicht. Frühstück wie immer hervorragend, Kaffee war um 06:30 Uhr schon fertig. Ablegen um 08:50 Uhr mit 15 Personen an Bord, Anke macht sich auf den Weg zum Einkaufen und Andre und Gerald sind zum nächsten Stützpunkt gefahren, haben den Trailer abgehängt und die Unterkunft organisiert.

Auf dem Weg von Schönebeck sind wir trotz starkem Gegenwind und hohen Wellen in Magdeburg angekommen. Hier haben wir persönliche und geschichtliche Erzählungen von Susan bekommen. Danach wird versucht eine Geschwindigkeit von mindestens 17 km/h bis, großes Ziel, 18 km/h zu erreichen.

Die Ankunft in Tangermünde war eine echte Überraschung für alle, es gab einen tollen Blick auf die schöne Altstadt, die schon von weiten zu sehen war und ein 4-Sterne-Bootshaus.

Tangermünde ist nicht nur für die Sauberdrachen eine Oase, sondern auch die Störche fühlen sich hier sauwohl.

08.08.2012: Tangermünde bis Wittenberge - 74 km

Wecken für das Team ist um 6:30 Uhr im 4-Sterne-Bootshaus des Tangermünder Ruderclubs. Nachdem alle aus ihren diversen Schlafquartieren (Kraftraum, Sportraum, Bootslager) gekrochen sind, genießen wir unser selbst bereitetes Frühstück mit Panoramablick auf Tangermünde. Noch ein Abschiedsgruppenfoto vor dem Bootshaus und dann ab in den Sauberdrachen. Anfangs ist der Himmel „norddeutsch-grau“, windig und mäßig warm. Gegen 11 Uhr reißt die Wolkendecke endlich auf. In der Zwischenzeit erkundet unsere Landcrew bestehend aus Andre, Rolf und Matte unser nächstes Nachtlager, das Bootshaus bei Wittenberge. Die Smutjes des Tages, Jörg und Jens, füllen derzeit unsere Getränke- und Speisekammer auf. Das Paddeln läuft heute sehr zäh. Der Wind weht kräftig aus Nord-West und wir müssen fast durchgehend dagegen ankämpfen. Heikos verirrter Musikgeschmack beschert uns im Boot immer wieder quälender Brechreiz. Als eine Meuterei droht, lenkt Heiko ein und das Genre wird gewechselt. Kurzer Zwischenhalt nach den ersten 15 Kilometern und anschließend eine harte 27 Kilometerstrecke bis zur Mittagspause in Werden. Es gibt lecker Kuchen, belegte Brötchen und genügend isotonische Getränke um den Zuckerpegel wieder nach oben zu bringen. Die restlichen 24 Kilometer der heutigen Etappe steuern wir einer Regenfront entgegen. Bei gefühlter Windstärke 12 und meterhohen Wellen klatschen uns tischtennisballgroße Regentropfen und Hagelkörner auf unsere geschundenen Körper. Jens und Andreas geben als Schlagmänner alles, denn „Indianerherz kennt keinen Schmerz“. Um 17:20 Uhr landen wir endlich patschnass beim Bootshaus des WSV. Der Sauberdrache muss nun schon die dritte Nacht in Folge im Wasser verbringen. In froher Erwartung unseres Abendessens, gibt nun auch die Sonne ihr letztes Gastspiel des Tages. Ein schöner Abschluss nach einem anstrengenden Tag.

09.08.2012: Wittenberge bis Klein Kühren - 80 km

5:30 Uhr wecken, 6:00 Uhr Fahnenapell. Danach frühstücken wir einen Teil der 70 gekauften Brötchen, der Rest ist ausreichend für den ganzen Tag. Um 08:05 Uhr beginnen wir mit dem allmorgendlichen Chaos beim Einsteigen. Jeder macht das, was er will und keiner was er soll. Die zwei Kilometer von unserer Unterkunft bis zur Elbe erledigen wir mit Aufwärmübungen. Lockere 30 Kilometer stehen uns bevor. Leider ist das Durchhaltevermögen unserer Blasen nicht so groß wie unser Wille durch zu paddeln. Nach einem außerplanmäßigen Halt am Uferrand, erwartet uns schwerer Seegang, verursacht durch mehrere entgegenkommende Boote. Nachdem wir gerade die letzten Liter Wasser aus unserem Boot geschöpft haben, versucht ein Sportbootfahrer uns zum kentern zu bringen. Wir setzen ein Kopfgeld für diesen Fahrer (bei km 478, 10:47 Uhr, Bootsname Lars) in noch unbekannter Höhe aus. Nach unserem zweiten Halt in Lenzen peilen wir schon den nächsten Halt in Dömitz an. Die Stärkung dort haben wir dringend nötig, weil dieser Tag verdammt anstrengend ist. Der Wind bläst uns stark um die Nasen. In Hitzacker erfolgt noch ein letzter Wechsel einzelner Crewmitglieder. Um 18:45 Uhr strandet der Sauberdrache in Klein Kühren. Auf dem Campingplatz schlagen wir unser Nachtquartier auf. Neue Kräfte für den nächsten Tag sammeln wir bei der gespendeten Erbsensuppe von Lars und selbstgebackenem Kuchen von Geralds Eltern. An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön dafür. Selbstlos spenden sie auch ihre letzten Klopapierreserven für die Mannschaft. Nachdem wir auch dieses Problem gelöst haben, verkriechen wir uns in unsere klammen Zelte.

Fotos von der Tour gibt es auf www.sauberdrachen.de/?SAUBERDRACHEN.

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