2. September 2017 | Kanu-Rennsport

DM München: Titel-Favoriten ließen sich über 1000 Meter nicht überraschen

In den Entscheidungen der Leistungsklasse am heutigen Nachmittag erkämpften über die 1000m-Distanz die Weltmeister von Racice Tom Liebscher und Conrad Robin Scheibner ihren jeweils zweiten Einer-Titel bei diesen nationalen Titelkämpfen. Im Kajak der Damen siegte Jasmin Fritz. In den Zweierfinals über 1000m verteidigten Rendschmidt/Hoff und Brendel/Vandrey ihre Titel vom Vorjahr. Und im K2 der Damen über 500m wurden Dietze/Kriegerstein neue Deutsche Meisterinnen.
DM München: Titel-Favoriten ließen sich über 1000 Meter nicht überraschen
Zweiter C1-Titel für Conrad Robin Scheibner

K1-Weltmeister Tom Liebscher (Dresden) fuhr seinen 1000m-Sieg zwar ungefährdet mit 1,24 Sekunden Vorsprung ein, musste sich allerdings einem starken Schlussspurt sowohl von Lukas Reuschenbach (Oberhausen-Sterkrade) sowie von Titelverteidiger Max Hoff (Essen) erwehren, die Silber und Bronze unter sich ausmachten. „Man muss sich schon ganz schön quälen, es sieht vielleicht von außen leicht aus, aber es ist extrem schwer, ich merke, der Form-Peak ist drastisch nach unten gefallen“, bekannte der Doppelmeister und zollte seinem Kontrahenten Lukas Reuschenbach Anerkennung: „Lukas ist immer einer, der hinten nochmal losfahren kann.“

C1-Doppelmeister Conrad Robin Scheibner (Berlin) verwies C2-Weltmeister Yul Oeltze (Magdeburg), der sich mit einem vehementen Schlussspurt noch auf Rang zwei vorschob, sowie Simon Krautloher (Karlsruhe) auf die Plätze und bekannte nach dem Rennen, die 1000m seien ihm schon beim Einfahren schwergefallen. Dennoch habe er Bock darauf gehabt und wollte das Finale bestmöglich abschließen. „Ich starte auch morgen noch auf der Langstrecke und sollte es dann das Titel-Triple werden, so hätte ich nichts dagegen“, so der Berliner.

Im K1 der Damen wurde die U23-Vizeweltmeisterin im K4 Jasmin Fritz (Magdeburg) mit rund drei Sekunden Vorsprung souverän neue Deutsche Meisterin vor ihrer Klubkollegin U23-WM-Bootspartnerin Nina Krankemann, Bronze ging an Isabel Friedt (Karlsruhe).

Im Zweierfinale der Kajak-Herren über 1000m setzten die Titelverteidiger Max Rendschmidt und Max Hoff alles daran, die nunmehr seit acht Jahren anhaltende Essener Siegesserie nicht abreißen zu lassen. Mit einem unwiderstehlichen Endspurt fingen sie das auf der Strecke führende Dresdner Duo mit Tom Liebscher und Jakob Kurschat ab und holten sich erneut den Meistertitel. Tobias-Pascal Schultz und Kai Spenner auf Rang drei komplettierten das Essener Top-Ergebnis. Die Sieger zeigten sich danach erleichtert über den Sieg, vor allem Max Rendschmidt machte daraus kein Hehl: „Wir wollen natürlich jedes Rennen gewinnen, und da das Einer-Finale für mich mit Rang vier enttäuschend ausgegangen war, ist es umso schöner, dass es im Zweier im Endspurt nun so gut lief.“

Im C2 über 1000m sicherten sich die Rio-Olympiasieger Sebastian Brendel und Jan Vandrey (beide Potsdam) in einer fünf Boote umfassenden Konkurrenz erneut den Titel, dahinter fuhren Yul Oeltze und Michael Müller (Magdeburg) zu Silber und das zweite Potsdamer Boot mit Stefan Kiraj und Fabian Dittrich zu Bronze. Für den dreifachen Weltmeister von Racice Sebastian Brendel war dies das einzige Meisterschaftsrennen in München, „es ist nach der WM schwer, noch einmal die richtige Motivation zu finden, man will eigentlich nur noch abschalten“, bekannte der Potsdamer.

Im Kajak der Damen hatte sich 200m-Einer-Meisterin Tina Dietze mit ihrer WM-Teamkollegin Steffi Kriegerstein (Dresden) auf das Zweierfinale über 500m gefreut und beide fuhren auch ungefährdet den Sieg vor den Magdeburgerinnen Jasmin Fritz und Nina Krankemann sowie dem Boot der RG Baden-Württemberg mit Sarah Brüßler und Carola Schmidt ein.

Im letzten LK-Rennen des Tages, dem spektakulären C8 über 200m, siegte die RG Sachsen mit den Leipziger Canadier-Athleten um C2-Weltmeister Peter Kretschmer vor dem KC Wiking Bochum und - nachdem das Boot des KC Potsdam disqualifiziert wurde - dem LDKC Bochum.

Im Meisterschaftsprogramm starteten heute in fünf Parakanu-Rennen im Einer über 200m zudem Athleten aus sieben Vereinen und fünf Bundesländern. Erfolgreichster Verein war der Hallesche KC 54. Im Rahmenprogramm wurde erstmals ein Mix-Zweier über 200m ausgefahren, wo jeweils ein Parakanute mit einem Rennsportler zusammen im Boot saß. Die prominenteste Boostsbesatzung hieß hierbei Edina Müller (Hamburger KC) und Ronald Rauhe (KC Potsdam), die das Rennen auch überlegen für sich entschieden.

Text u. Foto: H.-P. Wagner

http://www.imas-sport.com/index.php/de/regatta-gebnisse

PARTNER
 
KANU-SPORT