25. Oktober 2017 | Kanu-Freizeit

Die wichtigsten Ergebnisse der Ressorttagungen des Freizeitsports und der Konferenz Freizeitsport 2017

Vom 13. bis 15. Oktober fanden in Duisburg die zentralen Ressorttagungen des Deutschen Kanu-Verbandes statt. Über 200 ehrenamtlich Mitarbeitende des Leistungs- und Freizeitsports trafen sich in der Sportschule Wedau, um einen Rückblick auf die zurückliegende Arbeit zu werfen, aber auch um weitere Aufgaben für die nahe Zukunft anzugehen. Aus dem Freizeitsport nahmen etwa 40 Vertreter der LKV teil.
Die wichtigsten Ergebnisse der Ressorttagungen des Freizeitsports und der Konferenz Freizeitsport 2017

Zukunft 2025

Im gemeinsamen Sitzungsteil aller Teilnehmer wurde zunächst der Versuch unternommen, Wünsche und Anregungen aus den Bereichen Freizeitsport, olympischer und nichtolympischer Wettkampfsport sowie Ausbildung / Öffentlichkeitsarbeit zur zukünftigen Entwicklung des DKV zusammen zu tragen. Für den Freizeitsport trug die Ressortleiterin Service, Gabriele Koch, die vom DKV-Freizeitsportausschuss erarbeiteten Positionen vor. Sie sieht insbesondere in einer dauerhaft gesicherten Aus- und Weiterbildung für LKV, Vereine und Mitarbeitende sowie in einer deutlich verbesserten Öffentlichkeitsarbeit – vorrangig intern – die Voraussetzungen, Kanusport im Verein und Verband auch zukünftig attraktiv zu gestalten. Dies setze aber eine dauerhafte  finanzielle Absicherung voraus.

Die Vortragsfolien von Gabriele Koch stehen hier zur Verfügung.

Auch von den übrigen Referenten kamen interessante Ansätze, wie etwa die Ausgliederung des olympischen Spitzensports in eine GmbH, eine engere Verknüpfung von Wettkämpfen im Trendsport mit freizeitsportlichen Wettkämpfen oder die Gründung einer Kanu-Akademie mit dem Ziel der optimierten Aus- und Weiterbildung. Die Diskussion zum Thema „Zukunft 2025“ wird beim Verbandsausschuss in Berlin am 18. November fortgesetzt.

 

Verabschiedung der überarbeiteten Wandersportordnung verschoben

Auch nach zweijähriger Vorbereitungszeit konnte die DKV-Wandersportordnung noch nicht in einer überarbeiteten Fassung verabschiedet werden. Aufgrund von Anregungen aus den LKV insbesondere zur Kategorisierung der Gewässer wurde die gebildete Arbeitsgruppe beauftragt, die Änderungsvorschläge aufzugreifen und die neue Überarbeitung den LKV zur Diskussion zuzusenden. Weiter wurde vereinbart, dass die Beschlussfassung zur Wandersportordnung so rechtzeitig im schriftlichen Umlaufverfahren erfolgen soll, dass eine Bestätigung durch den Verbandsausschuss im Frühjahr 2018 möglich ist.

 

Nutzung freizeitsportlicher Angebote

In einer umfassenden Übersicht zeigte DKV-Vizepräsidentin Isa Winter-Brand die unterschiedliche Nutzung freizeitsportlicher Angebotsformen auf. Sie bezeichnete die Entwicklung als insgesamt nicht zufriedenstellend, da es zu große unterschiedliche Entwicklungen in den LKV zu verzeichnen gibt. Exemplarisch hob sie den Bereich der Ausbildung im Freizeitsport hervor oder den erheblich abweichenden Nutzungsgrad des elektronischen Fahrtenbuches. Mit gezielten Ansprachen einzelner LKV will der Freizeitsportausschuss hier Hilfestellungen anbieten. Gleichzeitig verwies Isa Winter-Brand auf die Neuerungen der DKV-Rahmenrichtlinien für Ausbildung hin, die wesentliche Wünsche des Freizeitsports aufgegriffen hat (siehe dazu auch weiter unten).

 

Weiterentwicklung elektronisches Fahrtenbuch (eFB)

Das eFB wird mit Hilfe der Redakteure der Gewässerführer und des Programmiererteams immer weiter entwickelt. Albert Emmerich konnte auf die Möglichkeit der Trackaufzeichnung hinweisen und bat darum, bereits vorhandene Tracks (auch ältere) in das eFB hochzuladen. Damit könnte die Arbeit hinsichtlich der Zuweisung einzelner Objekte deutlich erleichtert  werden.

Petra Schellhorn, Ressortleiterin Umwelt und Gewässer, appellierte an alle LKV, aktiv für die Nutzung des eFB einzutreten. Gerade im Hinblick auf die Diskussion von möglichen Einschränkungen des Kanusports im Zusammenhang mit dem Bundesprogramm „Blaues Band Deutschland“ ist der DKV für eine erfolgreiche Interessenvertretung auf Nutzungszahlen angewiesen. Beim eFB besteht daher auch die Möglichkeit, Fahrten einzutragen und dafür „nur“ eine E-Mail-Adresse anzugeben.

 

EPP-Deutschland: Touring 3 und 4 möglich

Gabriele Koch, Ressortleiterin Service, konnte über neue Entwicklungen zum EPP-Deutschland berichten. So wurden von der EPP-Gruppe die Inhalte für einen EPP 3 und EPP 4 Touring bestätigt. Die neuen Kriterien werden derzeit aufbereitet und können in Kürze von kanu.de heruntergeladen werden.

 

Wasserrechtlicher Gemeingebrauch

In einer Strategiediskussion zum Thema „wasserrechtlicher Gemeingebrauch“ wurde vereinbart, dass man Tendenzen, gewerblichen Verleih nicht als Gemeingebrauch anzusehen, nicht unterstützt. Petra Schellhorn, Ressortleiterin Umwelt und Gewässer, konnte als strategischen Weg vielmehr verstärkt auf vorhandene kanutische Fähigkeiten als Lenkungsinstrument in Schutzgebieten verweisen. So wird der Nachweis über den Besuch des DKV-Ökokurses bereits in einigen Fällen als entsprechender Befähigungsnachweis akzeptiert und soll deshalb stärker als bisher in den Vordergrund gehoben werden.

 

SUP und Befahrungsregelungen

Auch die Diskussion um Befahrungsregelungen für SUP war ein wichtiges Thema. Hier fehlt es aktuell an wissenschaftlichen Untersuchungen, ob SUP andere Auswirkungen als traditioneller Kanusport hat. Der DKV wird deshalb verstärkt darauf drängen, dass Befahrungsregelungen auf wissenschaftlich fundierten Kriterien vereinbart werden.

 

Sicherheit und Material

Die Zahl der Kanu-Unfälle bewegt sich weiter auf einem niedrigen Niveau. Dennoch bittet Christine Höfer, Ressortleiterin Sicherheit und Material, alle Kanuten auch bei kleineren Unfällen den DKV-Unfallbogen auszufüllen und an den DKV zu senden. Dieser wird bis Ende des Jahres leicht überarbeitet und steht ca. ab Mitte Januar als Download zur Verfügung.

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Hinweisschildern an tatsächlichen oder vermeintlichen Gefahrenstellen. Hier will ein Team aus DKV-Experten versuchen, eine bundesweite Empfehlung zu erstellen und so zu einer Vereinheitlichung beizutragen.

 

Die Kanu-App „canua“

Dieter Reinmuth, Geschäftsführer der DKV-Wirtschafts- und Verlags GmbH stellte die neue App „canua“ vor. Mit dieser App kann jedermann die Informationen der DKV-Gewässerführer in Anspruch nehmen und Kanutouren planen, aufzeichnen und austauschen. Die App ist bisher nur für das Betriebssystem IOS erhältlich; die Version für Android folgt zu Beginn des Jahres 2018. Besonders hebt er die Möglichkeit der Trackaufzeichnung hervor. Als weitere Planungen für die Zukunft werden farbliche Darstellungen der Befahrungsregelungen bzw. eine Verknüpfung mit Pegeldiensten in Aussicht gestellt. Der Vortrag zu canua ist hier zu finden.

 

Freizeitsportliche Ausbildung

Die vom Freizeitsport gewünschten Änderungen zur Trainer-C Breitensport Kanu-Ausbildung können nunmehr umgesetzt werden. In der stattgefundenen Ressorttagung Ausbildung wurden die entsprechenden  Inhalte einer Differenzierung in einen Trainer C Kanu-Freizeitsport mit den Schwerpunkten Touring, Großgewässer/Küste oder Wildwasser beschlossen und können nach Bestätigung durch den DKV-Verbandsausschuss noch in diesem Jahr in Kraft treten. Ebenfalls ist es nun einfacher möglich, eine vorhandene allgemeine Übungsleiter-C-Lizenz in eine Trainer C-Lizenz Kanu-Freizeitsport aufzuwerten. Durch Teilnahme am spezifischen Ausbildungsteil einer der drei Schwerpunkte können so auch LKV, die bisher keine DKV-Lizenzen vergeben haben, entsprechende Mitarbeitende qualifizieren.

 

Und sonst?

Es gab noch viele interessante und wichtige Themen: z.B., dass das Paddelfestival 2018 am 28./29. April stattfindet oder, dass die Broschüre zum Familiensport im Kanu-Verein fertiggestellt wurde oder, dass es voraussichtlich ab 2018 ein besonderes Kanu-Abzeichen aus Anlass der 30jährigen Einheit Deutschlands im Jahr 2020 geben wird. Wer hier mehr wissen will, sollte regelmäßig die Zeitschrift KANU-Sport lesen, in der zu diesen Themen berichtet wird oder regelmäßig auf die DKV-Homepage www.kanu.de sehen. Einfacher ist es, wenn man den DKV-Newsletter abonniert oder dem DKV auf seiner Facebook-Seite folgt.

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