2. Oktober 2017 | Kanu-Slalom

Caroline Trompeter wird erste Slalom Extreme-Weltmeisterin in Pau

Erstmals wurde die Disziplin Slalom Extreme im Rahmen der Kanu-Slalom- und Wildwasser-Rennsport-Weltmeisterschaften im französischen Pau ausgetragen. Vier Athleten starten gleichzeitig von einer Rampe. Mann gegen Mann oder Frau gegen Frau muss der mit Hindernissen gespickte Wildwasserkanal im Kajak gemeistert werden. Für das deutsche Team gingen Caroline Trompeter (SKG Hanau), Selina Jones (KS Augsburg), Hannes Aigner (AKV Augsburg) und Stefan Hengst (KR Hamm) an den Start.
Caroline Trompeter wird erste Slalom Extreme-Weltmeisterin in Pau
„Das ist irgendwie einfach geil. Ich dachte am Start nur: Fahr, fahr, fahr!“ Mit einer unaufgeregten und kraftvollen Fahrweise hat sich Caroline Trompeter den ersten WM-Titel im Slalom Extreme gesichert. Nach dem Start von der vier Meter hohen Rampe konnte sie sich im Finale aus den Positionskämpfen heraushalten und das Quartett von vorne anführen. Auch wenn ihre ärgste Konkurrentin Ana Satila (Brasilien) versuchte, sie noch entscheidend zu rammen und abzudrängen, konnte Trompeter ihre Position bis ins Ziel souverän behaupten. Trompeter siegte vor Satila und Amalie Hilgertova (Tschechien).

Teamkameradin Selina Jones hatte sich ebenfalls über das Einzelzeitfahren für die Ausscheidungsläufe qualifiziert. Im Achtelfinale startete sie jedoch zu aggressiv von der Rampe, sodass sie sich mit ihrem Boot überschlug. Trotz Eskimorolle und einer beherzten Aufholjagd, fuhr sie als dritte über die Ziellinie. Dennoch zeigte sich Jones begeistert von den ersten Weltmeisterschaften im Slalom Extreme. Vor großer Zuschauerkulisse und toller Stimmung konnte sie den Wettkampf genießen und hatte „richtig viel Spaß“.

Mit zwei Siegen im Slalom Extreme der Herren aus der diesjährigen Weltcup-Saison, war Hannes Aigner zu den Weltmeisterschaften angereist. Vom Beginn des Wettkampfes konnte er seine Wildwasser- und Wettkampferfahrung vor großem Publikum ausspielen. Im Viertelfinale konnte er zudem sein taktisches Geschick unter Beweis stellen und die Fahrfehler seiner Konkurrenten ausnutzen. Auf Rang vier liegend überholte er am letzten Aufwärtstor gleich zwei Rivalen und sicherte sich somit Platz zwei und den Einzug ins Halbfinale. Dort erkannten die Kampfrichter jedoch eine Regelwidrigkeit – Aigner hatte ein Tor mit den Händen zur Seite geschlagen – woraufhin er disqualifiziert wurde. In der Gesamtwertung belegte er den 5. Platz.

Teamkollege Stefan Hengst haderte viel mehr mit dem Wettkampfmodus, als mit seiner sportlichen Leistung. Platz 18 im Einzelzeitfahren reichte nicht für den Einzug in die Ausscheidungsrennen. Da dort nur ein Athlet je Nation startberechtigt war, erhielten Teilnehmer anderer Nationen den Vorzug, auch wenn sie nach dem Einzelzeitfahren deutlich hinter Hengst platziert waren. Somit erreichte Hengst in der offiziellen Gesamtwertung Rang 36. Es siegte Hradilec Vavrinek (Tschechien) vor Boris Neveu (Frankreich) und Mike Dawson (Neuseeland).

Vor dem Hintergrund der starken sportlichen Leistungen des gesamten Teams zeigte sich Mannschaftsführerin Manuela Gawehn begeistert. „Caro war nach jedem Lauf am Strahlen.“ Dennoch führte der Wettkampfmodus auch bei Gawehn zu einer geteilten Bilanz: „Die Entscheidungen waren für die Zuschauer nicht immer eindeutig.“ Es wird sich zeigen, wie die Entwicklung des BoaterX weitergeht.

Ergebnisse:
Slalom-Extreme Damen K1
1. Caroline Trompeter (GER)
2. Ana Satila (BRA)
3. Amalie Hilgertova (CZE)

18. Selina Jones (GER)

Slalom-Extreme Herren K1
1. Hradilec Vavrinek (CZE)
2. Boris Neveu (FRA)
3. Mike Dawson (NZL)

5. Hannes Aigner (GER)
36. Stefan Hengst (GER)
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