27. August 2017 | Kanu-Rennsport

WM Racice: DKV-Boote toppen Medaillenausbeute vom Vortag

Vier Gold-, drei Silber- und eine Bronzemedaille stehen am letzten Finaltag der Rennsport- und Parakanu-Weltmeisterschaften in Racice für das DKV-Team zu Buche. Weltmeister wurden der C2 und der C4 der Herren über 1000m sowie der K4 der Herren über 500m. Der Damen-Vierer über 500m holte Silber und der 1000m-Vierer der Herren paddelte zu Bronze. In den abschließenden Langstreckenrennen erkämpfte Sebastian Brendel sein drittes Gold, Max Hoff und Tabea Medert paddelten zu Silber.
WM Racice: DKV-Boote toppen Medaillenausbeute vom Vortag
Mit dreimal Gold "König" der WM: Sebastian Brendel

In einem an Dramatik kaum zu überbietenden Rennen erkämpften die C2-Europameister Yul Oeltze (Magdeburg) und Peter Kretschmer (Leipzig) nun sensationell auch den WM-Titel. An der 750m-Marke noch auf Platz vier, startete das deutsche Duo eine vehemente Aufholjagd, fing von den führenden Booten aus Rumänien, Russland und Kuba eines nach dem anderen ab und setzte sich auf den letzten Metern knapp vor den im Zielsprung glücklosen Kubanern durch, die sich vor Russland mit Silber begnügen mussten. „Wir wussten, dass wir stark im Endspurt sind. Die Tatsache, dass jedes Rennen seine eigenen Gesetze hat, haben wir diesmal zu unseren Gunsten genutzt“, meinte Schlagmann Yul Oeltze. Sein Partner Peter Kretschmer ergänzte: „Die anderen Boote waren auf der Strecke richtig stark. Es ist schön, dass es am Ende ganz knapp für uns gereicht hat.“

Rund 20 Minuten zuvor hatten Conrad Robin Scheibner (Berlin), Stefan Kiraj, Sebastian Brendel und Jan Vandrey (alle Potsdam) mit WM-Gold im C4 über 1000m für Furore gesorgt. Das deutsche Quartett ging das Finale von vornherein offensiv an, ließ sich auch von der zwischenzeitlichen Führung der Europameister aus Polen nicht beeindrucken und hatte das Rennen auf der zweiten Streckenhälfte jederzeit unter Kontrolle. Am Ende siegte der DKV-Vierer mit fast zwei Sekunden Vorsprung vor Polen und der Ukraine. Schlagmann Conrad Robin Scheibner bilanzierte nach dem Rennen: „Wir sind bei 600m losgefahren und da habe ich die anderen Boote aus den Augen verloren. Es ist ein geiles Gefühl, wenn du spürst, du bis vorn und der Titel ist zum Greifen nah. Da wachsen einem Flügel“, so der21-Jährige.

Für den krönenden Abschlusss eines goldenen Vormittags sorgte schließlich der K4 der Herren mit Max Rendschmidt (Essen), Ronald Rauhe (Potsdam), Tom Liebscher (Dresden) und Max Lemke (Mannheim). Die deutschen Weltcupsieger von Szeged und Belgrad übernahmen vom Start weg sofort die Initiative, mussten bei Hälfte der Strecke zwar kurzzeitig das Boot aus Spanien passieren lassen, konterten den spanischen Angriff jedoch direkt und fuhren schließlich in der neuen Weltbestzeit von 1:17.734 Sekunden als erste vor Spanien und dem Quartett aus Tschechien über die Ziellinie. „Es ist unglaublich, wir fahren jetzt das erste Jahr zusammen in dieser Besetzung und haben nun die WM gewonnen, und das in Weltbestzeit, besser geht eigentlich nicht“, brachte Schlagmann Max Rendschmidt die Emotionen des Erfolgs-Quartetts auf den Punkt.

Wenige Minuten zuvor war bereits der K4 der Damen mit Sabrina Hering (Hannover), Franziska Weber (Potsdam), Steffi Kriegerstein (Dresden) und Tina Dietze (Leipzig) über sich hinausgewachsen und hatte WM-Silber hinter Ungarn und vor dem favorisierten Boot aus Neuseeland geholt. Schlagfrau Sabrina Hering bekannte freudestahlend: „Ich habe mit allem gerechnet, aber nicht damit, dass wir Silber holen, das ist mega stark.“ Franziska Weber unterstrich: „Wir haben heute so toll unseren Rhythmus gefunden und uns mit diesem Ergebnis nach allen den Höhen und Tiefen in der bisherigen Saison selbst überrascht.“

Gleich im ersten A-Finale des Tages war bereits der K4 der Herren über 1000m mit Tamas Gecsö (Potsdam), Lukas Reuschenbach (Oberhausen), Kostja Stroinski (Berlin) und Kai Spenner (Essen) hinter Australien und Ungarn auf den Bronzerang gepaddelt.

In den weiteren A-Finals erkämpfte Tabea Medert (Potsdam) im K1 über 1000m Platz vier, Jan Vandrey fuhr im C1 über 500m auf Rang sechs und Marcus Groß (Berlin) kam im K1 über 500m auf Rang sieben. In den B-Finals zu Beginn des heutigen Wettkampftages paddelten Timo Haseleu (Potsdam) im K1 der Herren sowie Ophelia Preller (Potsdam) im C1 der Damen über 200m jeweils auf Platz sechs.

In den abschließenden Langstreckenrennen sicherte sich Sebastian Brendel im 'C1 über 5000m vor dem Kubaner Serguey Torres Madrigal sein drittes WM-Gold und avancierte damit zum erfolgreichsten Athleten bei dieser WM. Tabea Medert erkämpfte mit einem couragierten Rennen im K1 der Damen hinter der Siegerin Dora Bodonyi (HUN) Silber und auch Max Hoff (Essen) beendete die Weltmeisterschaft im K1 der Herren über 5000m hinter Weltmeister Fernando Pimenta (POR) auf dem Silberrang.

Äußerst zufrieden sprach DKV-Präsident Thomas Konietzko von einer „WM der positiven Überraschungen“ und unterstrich, „ich hätte nie gedacht, dass wir so nahtlos an das Olympia-Ergebnis anknüpfen und uns in einigen Disziplinen sogar noch verbessern können.“ DKV-Sportdirektor Dr. Jens Kahl äußerte als amtierender Chefbundestrainer: „Mit dem was wir hier geleistet haben, bin ich hochzufrieden. Das ist eine super Bilanz. Wir haben neben den erfahrenen Top-Leuten einige junge Sportler in der Spitze, so dass wir beruhigt die Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele 2020 angehen können.“

Komplette Ergebnisse: http://www.canoeracice.com/en/

Text: H.-P. Wagner, Foto: Ute Freise

Stimmen der DKV-Athleten zu den heutigen Entscheidungen

Weltmeister-Interview C2 1.000m Peter Kretschmer & Yul Oeltze:
https://youtu.be/-xd64nA5_28

Weltmeister-Interview C4 1.000m Stefan Kiraj und Conrad Scheibner:
https://youtu.be/0agoSCo7EvE

Bronzemedaillengewinner K4 1.000 Meter Lukas Reuschenbach & Kostja Stroinski:
https://youtu.be/L5Sq5B0zKcM

Triple-Weltmeister Sebastian Brendel:
https://youtu.be/_bDNoP4-S7Y

Vize-Weltmeisterin Tabea Medert :
https://youtu.be/ViGXmso1Isk

 

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