14. Dezember 2009 | Kanu-Wildwasserrsprt

Was hat es eigentlich mit diesem Wintercup auf sich?

Der Wintercup. Ein Phänomen geht in sein siebtes Jahr. Den Wildwasserrennsportlern Markus Gickler und Torben Beneke aus Köln war die Wettkampfpause im Winter zu lang und zu langweilig. Sie hatten die Idee, drei Langstrecken Wettkämpfe auszurichten und zu einer Serie zusammenzufassen.
Was hat es eigentlich mit diesem Wintercup auf sich?

Das erste Wintercuprennen fand 2002 im Deutzer Hafen in Köln statt, mit 10 Teilnehmern und einer Stoppuhr. Das Finale wurde an Karneval ausgetragen, die Sportler fuhren alle verkleidet. Die Teilnehmerzahlen stiegen stetig. Stephan Stiefenhöfer übernahm die Ausrichtung des Wintercups im Jahr 2005 und hat daraus ein Erfolgsmodell gemacht. Zum Start des ersten Laufs dieses Winters erschienen 82 Kanuten aus ganz NRW, einige Sportler aus Hessen, Pfalz, den Niederlanden und zwei reisten sogar extra aus Hamburg an. Das Potential des Wintercups zeigt sich am Beispiel Max Hoffs: Seine großen Leistungssteigerungen zeigten sich das erste Mal im Winter 2004/05, als er sich die ersten Male an der Spitze des Wintercupfeldes etablierte und schließlich auch die Gesamtwertung gewann. Schon ein Jahr später wurde er Wildwasserweltmeister.

In Siegburg fand der erste Lauf dieses Jahres statt. Stephan Stiefenhöfer staunte über die  lange Schlange am Anmeldetisch, Manuela Gawehn war im Stress, weil sie die Anmeldungen entgegennahm. So viele waren es noch nie. Manuela Gawehn  ist seit Anfang an dabei, sie hat Verwaltung, Start, Ziel und Zeitmessung übernommen, Inzwischen braucht sie zwei Stoppuhren und einen Laptop, um den Ablauf des Rennens zu gewährleisten. Die Sieg hatte gut eingeschenkt, der Start auf der 18 km langen Strecke zum Bootshaus des STV Siegburg fand in Bach unter der Straßenbrücke statt. Manuela Gawehn hat den Versuch, den Start geordnet durchzuführen, inzwischen aufgegeben. Stephan Stiefenhöfer sammelt die Sportler auf dem Wasser weit oberhalb der Startlinie, gemeinsam treiben alle, die Paddel in Startstellung, mit der starken Strömung der Sieg gen Linie.  Markus Gickler hat es geschafft, sich in einem Kehrwasser im Schatten der Brücke zu verstecken und schert im richtigen Moment frech grinsend vor dem Feld ein. Wenn der erste zuckt, paddeln alle wild los, Manuela Gawehn ruft noch vorsichtshalber „los“, damit auch alle mitbekommen, dass das Rennen eröffnet ist, und drückt die Stoppuhr. Das Tempo ist Anfangs enorm hoch. Kurz nach dem Start setzten sich auch schon die beiden K2 vom Hauptfeld nach vorne ab und die erste K1 Gruppe gleich hinterher. Die meisten konnten das hohe Tempo der Gruppe um Stiefenhöfer und den Verhoef-Brüdern nicht folgen, sie riss nach und nach auseinander, nur noch Marc Rössner konnte sich in der vierköpfigen Spitzengruppe halten. Ihr Tempo war so schnell, dass sich nicht einmal die beiden K2 deutlich nach vorne absetzen konnten. Zudem fiel der K2 Franz Bodewig und Björn Beerschwenger auf den ältesten Flachbahnertrick herein.  Max Rendschmidt und Yannick Abraham hielten das Tempo extra niedrig und saugten sich auf der Welle ihrer Konkurrenten fest, um kurz vor dem Ziel mit einem starken Endspurt den Gegnern zu entkommen. Die Taktik ging auf, sie gewannen den ersten Wintercuplauf in knapp unter einer Stunde. Der Endspurt entschied auch die K1 Wertung, Sebastian Verhoef gewann vor Stephan Stiefenhöfer und seinem Bruder Niels Verhoef. Vierter wurde Marc Rösner, Markus Gickler konnte seinen Startvorteil zu einem fünften Platz nutzen.

Die Wintercupgemeinde trifft sich am 9.1. 2010 in Venlo auf der Maas wieder, das Finale wird am 6.2.2010 in Köln auf dem Rhein ausgetragen.

 



Bericht und Fotos von Holger Konert

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