13. August 2015 | Parakanu

Historische Momente erwarten die Parakanuten in Mailand

Die ersten Startplätze für die Parakanu-Rennen bei den Paralympics in Rio 2016 werden vergeben. Diesen quasi historischen Moment möchten in Mailand neun deutsche Parakanuten erleben.
Historische Momente erwarten die Parakanuten in Mailand

Denn bei den Weltmeisterschaften vom 19.-22. August qualifizieren sich die ersten sechs Nationen in den Kajak-Endläufen bereits für Rio. Dort ist Parakanu erstmals als paralympische Disziplin dabei, mit den Kajakrennen über 200m.

Das Thema „Quotenplatz für Rio“ ist bei allen nominierten Kajakfahrern das beherrschende Thema, so auch für Tom Kierey. Dieser sagt zu seinen Erwartungen an die Weltmeisterschaft: „ Ich will wieder Bestleistung zeigen und hoffentlich auf dem Podium stehen, und natürlich ohne Probleme die Qualifikation für Rio fix machen.“

Der Deutsche Kanu-Verband  schickt neben bereits erfahrenen und erfolgreichen Paddlern, wie dem Weltmeister von 2013 und Silbermedaillengewinner der Europameisterschaften von Racice, Tom Kierey(KCB Berlin), oder Edina Müller (KC Hamburg), die ebenfalls Silber in Racice gewann, noch Stefan Volkmann (Aktiv e.V. Stahnsdorf) und die beiden Hallenser Patrik Fogarasi und Ivo Kilian (Hallescher KC 54) mit guten Aussichten auf einen der ersten sechs Plätze in ihren Finalrennen nach Mailand. Stefan Volkmann meinte: „Damit würde ich meinem Traum ins Station von Rio einzurollern näher kommen.“ Edina Müller und Stefan Volkmann starten in der Kl 1, während sich Fogarasi und Kilian in der Kl 2 qualifizieren konnten.


hinten: Daniela Sjöberg-Holtkamp, Kristina Linn, Andrea Volkmann, Maik Polte, Tom Kierey, Brit Gottschalk, Jürgen Hausmann, Ivo Kilian, Anke Molkenthin, Lars Hormagk, Mathias Neubert
vorne: Stefan Volkmann, Edina Müller, Patrik Fogarasi, Heiko Rösler

Dazu kommen noch Daniela Sjöberg-Holtkamp und Anke Molkenthin im Kajak- Einer der Kl 3. Beiden räumt Ronny Waßmuth, Ressortleiter Parakanu im DKV, eher Außenseiterchancen ein.

Neben Edina Müller, die in London noch Gold mit der deutschen Basketballmannschaft feierte, sind auch Daniela Sjöberg-Holtkamp und Anke Molkenthin bereits erfolgreiche Teilnehmer an paralympischen Spielen gewesen, bevor sie zum Kajakfahren kamen. Daniela Sjöberg-Holtkamp im Schwimmen und Anke Molkenthin im Rudern.

Ivo Kilian startete bisher erfolgreich im V1, hat sich aber nach den Europameisterschaften, wo er noch Silber gewann, ganz auf den Kajak konzentriert. Er wird in Mailand in beiden Bootsklassen starten und schätzt seine Aussichten so ein: „ Im V1 würde ich mir einen Medaillenplatz erhoffen, und im Kajak möchte ich natürlich einen Quotenplatz für Deutschland holen, also das Ticket nach Rio.“
In den Kajakdisziplinen werden in den sechs Kategorien, Kl 1, Kl 2 und Kl 3 – jeweils für Männer und Frauen, die Medaillen und die Startplätze für Rio vergeben.

Mathias Neubert, Cheftrainer des deutschen Parakanu-Teams fasst es so zusammen: „ Eine lange Vorbereitung mit zwei weit auseinander liegenden Jahreshöhepunkten liegt hinter uns allen. Jetzt geht es im wahrsten Sinne des Wortes an das Eingemachte. Die jetzige Sicherung eines Platzes bringt dann auch Planungssicherheit für 2016.“

Im V1, dem Canadier der Parakanuten, mit dem Ausleger zur besseren Balance, werden zwei Neulinge erstmals internationale Wettkampfluft schnuppern. Maik Polte vom Halleschen KC 54 wird in der Vl 3, und Heiko Rösler (ESV Lok RAW Cottbus) in der Vl 1 an den Start gehen. Mit den V1 Paddlern werden in Mailand auch erneut Untersuchungen für die wissenschaftliche Studie der ICF durchgeführt. Damit wird die Grundlage dafür geschaffen, dass die V1 Rennen 2020 in Tokio ebenfalls paralympisch werden.

Insgesamt werden in Mailand Parakanuten aus allen fünf Kontinenten am Start sein. Neue Nationen wie Griechenland oder China kommen dazu. Im Vorfeld der Rennen müssen allein 130 Paddler von diesem Freitag an klassifiziert werden, um sie in die passende Startklasse einzuteilen.

Die Vorläufe beginnen am Mittwoch, 19.August, und am Donnerstag und Freitag folgen dann die Finalläufe.

Von: Christel Schlisio

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