21. November 2014 | Kanu (Allg.)

Bremer Studenten bauen das Paddelfahrrad

Wie man aus einer genialen Idee eine noch bessere Umsetzung und Nutzung macht, zeigen zwei Bremer Studenten am Beispiel des innovativen Paddelfahrrads.
Bremer Studenten bauen das Paddelfahrrad

Es ist das Masterprojekt von Kai Eggemann und Michael Meyer-Coors am Fibre Institut der Uni Bremen: Das Paddelfahrrad. Sozusagen die Symbiose eines Dreirades mit einem Paddelergometer, das mittels ganz gewöhnlichen Paddelschlägen auf der Straße gefahren werden kann. Natürlich verfügt das Paddelfahrrad auch über eine Lenkung und erreicht mühelos Geschwindigkeiten über 20 km/h.

Das Projekt besteht inzwischen seit einem Jahr von der Idee bis zur Fertigstellung. Es wurden über 1.500 Stunden daran gearbeitet. Das Paddelfahrrad wird über ein Seilmechanismus angetrieben. Das Seil, welches am Paddelschaft befestigt ist, treibt die Seilrollen unter dem Sitz an. Die Seilrollen sitzen auf einer Welle, die über eine Kette das Hinterrad antreibt. Die Schaltung ist stufenlos. Man kann dabei im kleinsten Gang relativ einfach Brücken hochfahren und im größten Gang Geschwindigkeiten von über 30 km/h erreichen. Das Fahrrad ist hinten gefedert um den Fahrkomfort zu verbessern. Gesteuert wird wie im Rennkajak mit einem Knüppelsteuer. Gebremst wird an den Seiten des Stemmbretts über zwei Bremspedale. Der große Vorteil des Paddelfahrrads ist, dass man auch paddeln kann, falls Gewässer zugefroren oder einfach nicht in der Nähe sind.
"Wir freuen uns, dass sich unser Video auf KanuTube schon so viele Leute angesehen haben" meinte Kai Eggemann. "Auf Facebook haben wir dafür bereits sehr viel Zuspruch bekommen." Auf Facebook haben die verschiedenen Videos in den ersten 36 Stunden schon mehr als 16.000 Leute gesehen.

Mit Kai Eggemann und Michael Meyer-Coors haben sich ein Kanu-Rennsportler vom VKB Bremen und Studienkollege zusammengefunden, die Hobby und Studium miteinander verbinden wollten. Inzwischen sind bei dem aus Bramsche stammenden Kai Eggemann sogar erste Bestellungen (mit einem gewissen Augenzwinkern) eingegangen. "Wer Lust hat kann gerne am Vkb Bremen vorbeikommen und sich das Fahrrad anschauen", so Eggemann. Dennoch wollen die beiden Studenten noch ein wenig am Finetuning des Paddelfahrrades arbeiten. "Wir sind mit dem Ergebnis mehr als zufrieden, dennoch müssen wir das Seil noch ein wenig anders befestigen, damit es nicht mehr so knarzt."
Die Bewertung steht noch aus. Das Kolloquium innerhalb des Studiums der beiden Studenten findet Mitte Dezember statt. Der Betreuer (Patrick Schiebel) war aber schon begeistert. Ein Paddelkollege aus dem Vkb meinte, dass das Paddelfahrrad sich „beim Fahren besser anfühlt, als jedes Ergometer“.

"Bis jetzt habe ich nur positive Rückmeldung erhalten", sagt Eggemann, aber ob das Paddelfahrrad ein Prototyp bleibt oder womöglich mehrfach produziert wird, liegt für die beiden Bremer aber noch in der Zukunft. Derzeit stehen erst einmal einige Ausflüge trockenen Fußes an, um das Handling und die Langlebigkeit des "Velo Pagaiare".

Aufgrund der großen Nachfrage überlegt sich das Team, ob das Paddelfahrrad in irgendeiner Form vertrieben werden kann. Bei Interesse kann man gerne mit Kai Eggemann in Kontakt treten. E-Mail Kontakt mit dem Team aufnehmen.

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