10. Dezember 2009 | Kanu-Rennsport

Henriette Jordan - Von der Elbe an die Havel

Im Sommer 2007 kam das jetzt 17-jährige Paddeltalent Henriette Jordan in die neunte Klasse der Sportschule sowie zum Landesstützpunkt Kanu-Rennsport in Potsdam. Das Paddeln hatte sie allerdings sechs Jahre zuvor beim Kanuverein Laubegast in Dresden auf der Elbe erlernt und dort auch bis zu ihrem Wechsel in die Havelstadt trainiert.
Henriette Jordan - Von der Elbe an die Havel

Eine sportliche Weiterentwicklung in „Elbflorenz“ war jedoch nicht möglich und so lag es für die Realschülerin auf der Hand, sich zur Aufnahme an einer Sportschule zu bewerben. Zunächst war die näher gelegene Leipziger Sportschule im familiären Gespräch. Dann hatten sich jedoch die Eltern auch in der  Potsdamer „Friedrich-Ludwig-Jahn-Schule“ umgeschaut und im Einvernehmen mit ihrer Tochter beschlossen, dass Henriette hier ihre weitere sportliche und schulische Entwicklung nehmen wird. „Natürlich spielten bei dieser Entscheidung auch der gute Ruf der hiesigen Schule, die Internatskosten und vor allem auch die bekannte Leistungsstärke des Kanu-Club Potsdam eine wesentliche Rolle“, betonte Henriette Jordan. Heute schätzt sie ein: „Mein erster guter Eindruck von der Schule, dem Internat und dem sportlichen Umfeld hat sich im Nachhinein bestätigt. Ich fühle mich hier wohl, werde von meinen Mitschülern und Trainingspartnern akzeptiert und anerkannt und möchte hier in drei Jahren mein Abitur ablegen.“

Mit ihrer sportlichen Weiterentwicklung in Potsdam ist die aufgeschlossene Elftklässlerin mehr als zufrieden. Das ist auch der Grund für die Streckung ihrer Schulzeit auf vierzehn Jahre, denn die Teilnahme an Trainingslagern und Wettkämpfen ist mit einem hohen Zeitaufwand verbunden. Trainer Norbert Lange lobt ebenso den Trainingsfleiß wie die Wettkampfergebnisse der von ihm betreuten Sportlerin in der abgelaufenen Saison 2009.
So hat sie bei der Qualifikation zu den Junioren-Weltmeisterschaften die Nominierung in die deutsche Auswahlmannschaft nur ganz knapp verpasst. Ihren ersten internationalen Start bei den Olympic Hope Games in Racice krönte sie jedoch mit zwei Gold- und einer Bronzemedaille sowie einem 7. Rang.

Zuvor erwies sich Henriette als die erfolgreichste Sportlerin des KC Potsdam bei den Ostdeutschen Meisterschaften in Brandenburg an der Havel. Hier ging sie in fünf Meisterschaftsrennen an den Start und ließ sich jedes Mal den Sieg nicht streitig machen. Im Einer über 500m, 1000m und 6000m brachte sie den Bug ihres Bootes ebenso vor der Konkurrenz über die Ziellinie wie zusammen mit Charlene Eichler im Zweierkajak über 500m und 1000m. Mit dem Meistertitel über 1000m sowie zwei Silbermedaillen über 200m und 1000m, jeweils im K2 gemeinsam mit Vereinsgefährtin Henrica von Rauchhaupt und darüber hinaus einen Bronzeplatz im K1 über 6000m stellte Henrica ihre Leistungsfähigkeit ebenso bei den Deutschen Meisterschaften 2009 nachdrücklich unter Beweis.
Dass jeder nächste Erfolg zuvor im Training hart erarbeitet werden muss, ist Henriette durchaus bewusst. „Mein großes Ziel für die Saison 2010 ist die Qualifikation für die Junioren-Europameisterschaften. Sollte ich den Sprung in die DKV-Auswahl schaffen, dann wäre mir der Start über eine olympische Distanz natürlich am liebsten“, beschreibt das Paddeltalent seine durchaus realen Erwartungen für das neue Wettkampfjahr. Darüber hinaus ist die Potsdamer Sportschülerin, die eigentlich die 1000m-Rennen bevorzugt fährt, bestrebt, bei den Deutschen Meisterschaften im Einerkajak über alle Strecke den Finaleinzug zu erreichen und unter die fünf Ersten zu gelangen. Auch im Zweierkajak möchte sie zusammen mit Partnerin Charlene Eichler in die Finalrennen paddeln.

Mit der Teilnahme am Wärmetrainingslager Anfang Januar in Stuart/ Florida will Henriette Jordan die ersten Grundlagen zur Verwirklichung ihrer ehrgeizigen sportlichen Ziele im bevorstehenden Wettkampfjahr schaffen. Auch die nachfolgenden Vorbereitungsmaßnahmen wird sie sicherlich konsequent nutzen, um die eigenen Vorstellungen und die Vorgaben des Trainers in die Tat umzusetzen.

Von: Günter Welke

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