16. Juli 2017 | Kanu-Rennsport

Damen-Zweier sowie Brendel und Hoff bringen goldenen Glanz in den Regentag von Plovdiv

Franziska Weber und Tina Dietze erkämpften bei den Europameisterschaften in Plovdiv am heutigen Vormittag ihren ersten gemeinsamen EM-Titel auf der 500m-Distanz. Darüber hinaus gab es durch den Sprint-Zweier der Herren noch eine Bronzemedaille für den DKV. In den abschließenden Langstreckenrennen stockten Sebastian Brendel und Max Hoff die DKV-Bilanz auf insgesamt sechsmal Gold auf. Tabea Medert holte Bronze.
Damen-Zweier sowie Brendel und Hoff bringen goldenen Glanz in den Regentag von Plovdiv
Freudestrahlende Siegerinnen: F. Weber/T. Dietze

Die Silbermedaillen- gewinnerinnen von Rio Franziska Weber (Potsdam) und Tina Dietze (Leipzig) ließen im K2-Finale der Damen von Beginn an keinen Zweifel an ihrem Vorhaben, in Plovdiv erstmals den Titel auf der olympischen Distanz zu erringen. Bei strömendem Regen übernahmen sie mit dem Start des Rennens die Führung, lagen bei Hälfte des Rennens mit einer halben Bootslänge in Front und ließen sich trotz eines starken Endspurts der Sloweninnen den Sieg mit knapp vier Zehntelsekunden Vorsprung auf Ponomarenko/Osterman (SLO) nicht mehr nehmen. Bronze ging an Pulawska/Mikolajczyk aus Polen. „Wir haben uns heute morgen noch gesagt, wir wollen unbedingt eine Medaille, nachdem es ja im Vorlauf schon ganz vielversprechend lief. Dass es nun gar Gold geworden ist, hat uns dann doch ein bisschen überrascht“, meinte Tina Dietze nach ihrem Erfolg. Ihr gewohnt spritziger Start sowie ein starkes Mittelstück seien in einem insgesamt sehr souveränen Rennen die Basis für das heutige EM-Gold gewesen, bescheinigte Damen-Bundestrainer Kay Vesely seinen beiden Schützlingen. So habe auch der Endspurt des slowenischen Bootes nichts mehr ausrichten können. „Es ist ja unsere Stärke, die Rennen von vorn zu fahren. Mit dem Start und dem Mittelstück waren wir heute auch sehr zufrieden, an der letzten Rennphase müssen wir noch ein bisschen arbeiten“, sagte Franziska Weber. Mit Blick auf die WM im August in Racice sei dies heute ein „positiver Meilenstein“ gewesen, der ihnen Selbstvertrauen für die letzten Vorbereitungswochen gebe.

Zum Abschluss der 200m-Finals konnte der K2 der Herren mit Ronald Rauhe (Potsdam) und Max Lemke (Mannheim) hinter dem Siegerboot Balaska/Birkas (HUN) und dem Duo aus Russland Lyapunov/Dya- chenko noch Bronze erkämpfen. Ronald Rauhe schätzte danach ein: „Uns war schon klar, dass das hier kein Selbstläufer wird, auch dieses Finale im nacholympischen Jahr war ein verdammt schnelles Rennen, was dem Niveau vom letzten Jahr kaum nachsteht. Für uns war es eine gute Gelegenheit zum Erfahrung sammeln, denn wir haben im Vorfeld ja nur einmal zusammen trainiert und sind im Vorlauf quasi das erste richtige Rennen gefahren. So wie es sich anfühlte und mit Bronze als Ergebnis sind wir jedenfalls zufrieden. Wir wissen auch, dass wir uns bis zur WM noch steigern können, wenn wir bei gezielter Vorbereitung die eine oder andere Kleinigkeit noch verbessern.“
In den weiteren A-Finals mit DKV-Beteiligung erreichten Tamas Gecsö (Potsdam), Lukas Reuschenbach (Oberhausen), Kostja Stroinski (Berlin) und Kai Spenner (Essen) im K4 der Herren über 1000m einen passablen fünften Platz, die Medaillen holten Spanien vor Polen und der Slowakei. Im C1 über 500m fuhr Jan Vandrey (Potsdam) auf Rang sechs, der C2 mit Conrad Robin Scheibner (Berlin) und Stefan Kiraj (Potsdam) belegte über die gleiche Distanz Rang acht und das A-Finale im K1 der Damen über 500m beendete Tabea Medert (Potsdam) auf dem neunten Platz. Im K1 der Herren über 200m paddelte Timo Haseleu (Potsdam) im B-Finale hinter dem Polen Pawel Kaczmarek auf Rang zwei.
In den letzten Parakanu-Finals am heutigen Morgen kamen Ivo Kilian (Halle) in der Klasse KL2 auf Rang sechs und Tom Kierey (Berlin) in der Klasse KL3 auf Platz sieben.

DKV-Athleten mit starkem Auftritt in den Langstreckenrennen
Zum Abschluss der Titelkämpfe konnten die DKV-Starter in allen drei Langstreckenrennen nochmals Edelmetall einsammeln. Im C1 beherrschte 1000m-Europameister Sebastian Brendel sicher die Konkurrenz. Der Potsdamer hielt sich lange Zeit eine halbe Länge hinter dem Führungsarbeit leistenden Ungarn David Varga, der allerdings gegen Brendels Endspurt keine Chance hatte. So feierte Sebastian Brendel seinen 2. Titel bei diesem Championat, Silber ging an Varga, Bronze an den Polen Mateusz Kaminski. „Bei 500m dachte ich, es ist alles unter Kontrolle, dann aber kenterte der Kroate und ich bekam sein Paddel an den Kopf. Das war schon eine ziemlich brenzlige Situation, die mich zunächst aus dem Rhythmus gebracht und den Kontakt zur Spitze verlieren ließ. So musste ich erst wieder aufholen, das war etwas anstrengend“, kommentierte der 29-Jährige den Rennverlauf.
Wenig später zeigte auch K2-Europameister Max Hoff (Essen) ein fesselndes Langstreckenrennen, bei dem er sich im Schlussspurt gegen 1000m-Europameister Fernando Pimenta (POR) durchsetzte. Bronze holte der Norweger Eivind Vold. Zu dem abwechslungsreichen Rennen meinte der Essener: „In der drittletzten Runde habe ich versucht wegzufahren, was mir aber nicht gelungen ist. Dann habe ich mir gedacht, 'okay, versuchst du es halt am Ende'. Ich bin froh, dass es geklappt hat, es war zwar sehr anstrengend, aber schön.“
Zuvor hatte Tabea Medert (Potsdam) im 5000m-Finale der Kajak-Damen ein cleveres Rennen hingelegt und sich bis zum Ende im Führungstrio behauptet. Erst im Schlussspurt unterlag die 23-Jährige der von Beginn an führenden Ungarin Dora Bodonyi und um die Winzigkeit von zwölf Hundertstelsekunden der Zweitplatzierten Spanierin Eva Barrios, freute sich aber dennoch über ihre zweite Bronzemedaille bei diesen Meisterschaften.

Komplette Ergebnisse:https://plovdiv.canoe-bg.com/

Im Kurzinterview:

Franziska Weber & Tina Dietze
https://youtu.be/C8RbtTKGorM

Tabea Medert:
https://youtu.be/J9Yk-ylNmKc

Kay Vesely, Bundestrainer Kajak-Damen:
https://youtu.be/xXz57ow3ZqU

Ronald Rauhe und Max Lemke:
https://youtu.be/ly_3Y5GGV9g
 

Text u. Foto: H.-P. Wagner

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