Ziele und Grundsätze

Auf der Basis der zuletzt auf der Verbandsausschusssitzung in Mannhein im November 1994 verabschiedeten Ziele und Grundsätze beschließt der Deutsche Kanu Verband, diese wie folgt fortzuschreiben:

1. Selbstverständnis

Der Deutsche Kanu Verband versteht sich nach wie vor als Gesamtheit des organisierten Kanu­sports, die sich aufgliedert auf die Organisationsebenen

  • Kanuvereine/ abteilungen von Gesamtvereinen und Finzelmitgliedergruppen,
  • Landesverbände  
  • sowie den Dachverband.

Der Deutsche Kanu Verband als weitaus größte im Kanubereich aktive Organisation versteht sich aber auch als Interessenvertreter aller Kanusport Treibenden in der Bundesrepublik Deutschland für den Freizeit und Kanuwandersport sowie den Wettkampfsport. Er vertritt deshalb nicht nur die im Verband organisierten Kanu­sportler, sondern auch die, die Kanusport in anderen Organisationsformen oder ohne Organisation betreiben.

In seiner Interessenvertretung berücksichtigt er auch den touristischen und gewerblichen Kanusport. Auf Grund gesamtgesellschaftlIcher Entwicklun­gen ist es auch notwendig, über die eigentlichen Mitgliedschaftsverhältnisse hinaus alle Kanusport treibenden verstärkt in die Interessenvertre­tung und die Betrachtungsweisen einzubeziehen.

2. Zielsetzungen

Eine wirksame Interessenvertretung wird um so leichter, je bedeutender der Deutsche Kanu Verband im Bereich des Kanusports ist. Deshalb ist es oberste Zielsetzung des Verbandes, möglichst viele Kanusportler in seiner Organisation mitgliedsmäßig einzubinden.

Die Interessenvertretung der Kanusporttreibenden realisiert sich in folgenden Teilzielen

2.1. Sicherung der Sportstätten
Vorrangige Aufgabe ist es, das natur und landschaftsverträgIiche Kanusporttreiben zu ermöglichen bzw. zu bewahren.

Hierzu gehört es, Kooperationen mit anderen auf diesem Gebiet tätigen Partnern zu suchen und möglichst abgestimmte Konzepte gegenüber Politik, Behörden, Öffentlichkeit und Verbänden zu präsentieren und durchzusetzen.

Weitere wichtige Ziele sind die Vermeidung möglichst vieler Gewässersperrungen durch

  • umweltverträgliche Ausübung des Kanusports
  • Sensibilisierung der Mitglieder und anderer kanusportlicher Nutzer,
  • differenzierte Nutzungskonzepte
  • die Zusammenarbeit mit Behörden zur Erarbeitung nachhaltiger naturverträglicher regionaler Nutzungskonzepte von Gewässern und
  • die Einflussnahme auf kanu- und naturverträglichen Wasserbau bzw. den Rückbau von Gewässern.

Diese Ziele manifestieren sich im "Leitbild Kanusport" und dem Positionspapier des Deutschen Kanu Verbandes zum naturverträglichen Kanusport.

2.2. Gewinnung, Qualifizierung und Unterstützung ehrenamtlicher Mitarbeiter
Die Arbeit des Deutschen Kanu Verbandes beruht auf dem Grundsatz ehrenamtlicher Mitarbeit. Seine Ziele sind nur erreichbar mit einer ausreichenden Zahl engagierter und qualifizierter ehrenamtlicher Mitarbeiter. Die Gewinnung, Qualifizierung und Unterstützung ehrenamtlicher Mitarbeiter in vielfältiger Form ist deshalb auf allen Ebenen durch geeignete Maßnahmen zu verbessern.

2.3. Förderung der kanusportlichen Aktivitäten
Eine besonders wichtiges Ziel im organisierten Kanusport ist es, kanusportliche Aktivitäten zu fördern. Hierbei sind sowohl zielgruppenorientierte (z. B. Jugend, Frauen, Senloren, Behinderte) als auch kanuspezifische Angebote (z. B. Wildwas-ser, Seekaiak, Trendsportarten, Kanumehrkämpfe, Drachen­boot, Rodeo, Canadier) zu entwickeln und auszubauen. Das kanusportliche Angebot muss Schwerpunkt von Kanuverein und Verband bleiben.

2.4. Nachwuchsförderung
Wettkampfsport ist ein geeignetes Mittel, Kinder und Jugendliche an den Kanusport heranzuführen. Ziel ist es, Talente für den Spitzensport zu sichten und diese weiterzuentwickeln, aber auch alle übrigen für den Kanusport zu begeistern und als Mitglied im Verband zu erhalten.

2.5. Weltniveau im Spitzensport
Zielsetzung des Verbandes ist das bestmögliche Abschneiden bei Olympischen Spielen, Weltmeis­terschaften und Welt Cups.

Die nationalen Terminplanungen und Rahmenbedin­gungen sind auf dieses Ziel zugeschnitten. Spitzensport auf Weltniveau erfordert professionelle Strukturen, das Akquirieren von Drittmitteln, Öffentlichkeitsarbeit und Sponsoring.

2.6. Ausbau und Erhalt des wettkampfsportlichen Veranstaltungswesens
Neue Kanusportarten sind einzubeziehen und die bestehenden im Rahmen der finanziellen Mög­lichkeiten zu fördern und zu unterstützen.

Die jeweiligen Veranstaltungen müssen attraktiv für Öffentlichkeit und Sponsoren geplant und organisiert werden, um sich weitgehend selbst zu finanzieren.

2.7. Neufassung und Weiterführung von Qualitätsstandards
Um die Entwicklung des Kanusports zu lenken und zu beeinflussen, sind in Bereichen wie Ausbildung, Material, Sicherheit, Kanufachhandel und Kanutourismus durch den Verband Qualitätsstandards vorzugeben. Um diese durchzusetzen, sind Kooperationen mit den auf diesen Gebieten tätigen Partnern anzustreben.

3. Umsetzung
Bundesverband, Landesverbände und Vereine sind aufgefordert, diese Zielsetzungen durch geeignete Maßnahmen zu unterstützen und für ihre Umsetzung einzutreten.

Hierzu werden entsprechende Anregungen aus Sicht des Bundesverbandes erstellt und durch die Landesverbände und Vereine weiterentwickelt.

Celle, den 21. April 2001

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