Duisburger Erklärung zum Freizeitsport

Kanusport ist Bewegung, Spiel und Sport in der Natur. Kaum eine andere Sportart bietet unabhängig vom Geschlecht oder Alter so vielfältige Ausübungsformen. Die überwiegende Mehrzahl der Mitglieder im Deutschen Kanu-Verband übt Kanusport als Freizeitsport aus. Kanusport als Freizeitsport bildet somit die unverzichtbare Grundlage der Arbeit im Deutschen Kanu-Verband. Mit diesem hohen Stellenwert im Verband ist aber auch die Verantwortung verbunden, Kanusport als Freizeitsport in all seinen Ausprägungen zu fördern, weiter zu entwickeln, anzubieten und auszuüben. Die Teilnehmer der Konferenz Freizeitsport haben am 24.und 25. Oktober 2009 über die Zukunft des Freizeitsports diskutiert und als Ergebnis die

Duisburger Erklärung

verabschiedet:

Freizeitsport ist vielfältig

Kanusport als Freizeitsport entwickelt sich stetig weiter. Bereits in den klassischen Säulen des Freizeitsports (Kanu-Wandern oder Kanu-Wildwasser) haben sich neue zusätzliche Ausübungsformen entwickelt, die sich in den Angeboten der Kanu-Vereine oder Landesverbände nur selten wiederfinden. Zudem nehmen viele Mitglieder im DKV, aber auch außerhalb des Verbandes, an freizeitsportlich geprägten Ausübungsformen bisher leistungssportlicher Kanu-Disziplinen wie z.B. Kanu-Drachenbootsport, Kanu-Polo oder Kanu-Outrigger teil. Diese Weiterentwicklungen bieten vielfältige Chancen für den Deutschen Kanu-Verband und müssen im Freizeitsport stärker berücksichtigt werden.

Die Teilnehmer der Konferenz Freizeitsport empfehlen daher:

•    Auf Ebene des Bundesverbandes ist weiterhin darauf hinzuwirken, dass die bisher vorhandene ausschließliche Konzentration auf den leistungssportlichen Aspekt vieler Kanu-Disziplinen aufgegeben und daneben auch die Chance der freizeitsportlichen Teilhabe entwickelt wird.

•    Die Landesverbände bieten verstärkt freizeitsportlich geprägte Veranstaltungen an. Diese müssen sowohl die traditionellen Aktivitäten des Freizeitsports als auch deren Weiterentwicklungen und freizeitsportlich geprägte Wettkampfveranstaltungen berücksichtigen.

•    Kanu-Vereine unterstützen diese Entwicklungen des Freizeitsports und bieten ihrerseits Veranstaltungen an, die sich gleichermaßen an den unterschiedlichen Ausübungsformen und den verschiedenen Zielgruppen orientieren.

Die Vielfalt aktiv erleben

Kanusport als Freizeitsport lässt sich am besten im Kanu-Verein erleben. Damit vorhandene Mitglieder und interessierte Nichtmitglieder diese Vielfalt aktiv erleben können, muss es zahlreiche und abwechslungsreiche Angebote auf allen Ebenen geben, mit denen auf die unterschiedlichen Ausübungsformen eingegangen wird.

Die Teilnehmer der Konferenz empfehlen daher:


•    Auf Ebene des Bundesverbandes sind durch Handreichungen, Pilotprojekte oder andere geeignete Maßnahmen Hilfestellungen für Kanu-Vereine zu entwickeln, mit denen diese in die Lage versetzt werden, entsprechende Angebote zu entwickeln und anzubieten.

•    Die Landesverbände unterstützen ihre Kanu-Vereine bei der Entwicklung und Durchführung neuer Angebote.

•    Die Kanu-Vereine sollen ihre sportlichen Angebote überprüfen und weiter entwickeln. Dabei ist das Interesse von Nichtmitgliedern zu wecken und die Teilnahmebereitschaft ihrer Mitglieder zu fördern. Die Möglichkeit von Kooperationen mit anderen Kanu-Vereinen oder Kanu-Anbietern ist dabei zu berücksichtigen.


Qualität überzeugt

Kanusport als Freizeitsport steht in Konkurrenz zu anderen Freizeitbeschäftigungen. Es bedarf deshalb besonderer Anstrengungen, interessierte Neukanuten zu einer Mitgliedschaft in einem Kanu-Verein zu bewegen oder aber vorhandene Mitglieder zum Verbleib.
Auch im Kanusport ist ein Schlüssel zum Erfolg die Qualität der Angebote. Hochwertige und damit interessante Angebote setzen die Qualität von Fahrtenleitern oder Fachübungsleitern voraus. Diese Qualität kann aber nur mit guter Aus- und Fortbildung der Beteiligten erreicht werden.

Die Teilnehmer der Konferenz empfehlen daher:

•    Auf Bundesebene sind die Rahmenbedingungen für Ausbildung im Freizeitsport zu überprüfen. Die Bildung eines Bundeslehrteams, die Attraktivitätssteigerung der Ausbildungsabschnitte durch alle möglichen Maßnahmen und die Differenzierung der freizeitsportlichen Ausbildung sind zu prüfen und ggf. umzusetzen.

•    Die Landesverbände bieten ihren Kanu-Vereinen Ausbildungen im Freizeitsport an, durch die sie in die Lage versetzt werden, attraktiven Sport zu betreiben. Kooperationen von Landesverbänden schaffen in einigen Fällen überhaupt erst die Möglichkeit, Ausbildungsabschnitte anbieten zu können.

•    Die Kanu-Vereine setzen sich dafür ein, dass in ihrem Verein möglichst viele geeignete Mitglieder eine DKV- bzw. DOSB-Lizenz in den vielfältigen Bereichen des Freizeitsports erwerben und diese durch Teilnahme an Fortbildungen ständig aktualisieren. Regelmäßige Aus- und Weiterbildungsangebote in den Vereinen für ihre Mitglieder, aber auch Nichtmitglieder, sind eine Selbstverständlichkeit!

 
Auf gesellschaftliche Entwicklungen eingehen


Immer mehr Menschen üben Kanusport als Freizeitsport außerhalb eines Kanu-Vereins aus oder schließen sich diesem nur für einen bestimmten Zeitraum an. Dieses veränderte Verhalten der Freizeitgestaltung muss dazu führen, über neue Wege einer Bindung an den DKV und seine Vereine nachzudenken. Attraktive Einzelmitgliedschaften oder spezielle Angebote für Nichtmitglieder können eine wichtige Brückenfunktion erfüllen und so das Interesse an einer langfristigen Bindung deutlich steigern.

Die Teilnehmer der Konferenz empfehlen daher:


•    Auf Ebene des Bundesverbandes sind gezielte Maßnahmen zu ergreifen, um möglichst viele Personen an den DKV und seine Vereine zu binden. Vorrangig sind dabei Aktionen durchzuführen, die den Eintritt in einen Kanu-Verein fördern; daneben sind Angebote für Nichtmitglieder zu entwickeln, um diese so an den Verband heranzuführen.

•    Die Landesverbände sollen diese Maßnahmen unterstützen und sich für bundesweit einheitliche Beiträge und Leistungen der Einzelmitglieder einsetzen.

•    Die Kanu-Vereine erklären sich bereit, neue Mitglieder aktiv zu bewerben und diese auch tatsächlich aufzunehmen und zu betreuen.


Gemeinsam handeln!

Nur wenn Bundesverband, Landesverbände und Kanu-Vereine gemeinsam handeln, können wir erreichen, dass der unter dem Dach des DKV ausgeübte Kanusport als Freizeitsport auch weiterhin einen wichtigen Stellenwert in Deutschland besitzt.
Die Teilnehmer der Konferenz Freizeitsport 2009 rufen deshalb dazu auf, die Empfehlungen der Duisburger Erklärung zügig umzusetzen.


Duisburg, den 25.10.2009

 

PARTNER
 
Nanuk