Duisburger Erklärung zum Freizeitsport
Duisburger Erklärung
verabschiedet:
Freizeitsport ist vielfältig
Kanusport als Freizeitsport entwickelt sich stetig weiter. Bereits in den klassischen Säulen des Freizeitsports (Kanu-Wandern oder Kanu-Wildwasser) haben sich neue zusätzliche Ausübungsformen entwickelt, die sich in den Angeboten der Kanu-Vereine oder Landesverbände nur selten wiederfinden. Zudem nehmen viele Mitglieder im DKV, aber auch außerhalb des Verbandes, an freizeitsportlich geprägten Ausübungsformen bisher leistungssportlicher Kanu-Disziplinen wie z.B. Kanu-Drachenbootsport, Kanu-Polo oder Kanu-Outrigger teil. Diese Weiterentwicklungen bieten vielfältige Chancen für den Deutschen Kanu-Verband und müssen im Freizeitsport stärker berücksichtigt werden.
Die Teilnehmer der Konferenz Freizeitsport empfehlen
daher:
• Auf Ebene des Bundesverbandes ist weiterhin
darauf hinzuwirken, dass die bisher vorhandene ausschließliche
Konzentration auf den leistungssportlichen Aspekt vieler
Kanu-Disziplinen aufgegeben und daneben auch die Chance der
freizeitsportlichen Teilhabe entwickelt wird.
• Die Landesverbände bieten verstärkt
freizeitsportlich geprägte Veranstaltungen an. Diese müssen
sowohl die traditionellen Aktivitäten des Freizeitsports als
auch deren Weiterentwicklungen und freizeitsportlich geprägte
Wettkampfveranstaltungen berücksichtigen.
• Kanu-Vereine unterstützen diese
Entwicklungen des Freizeitsports und bieten ihrerseits
Veranstaltungen an, die sich gleichermaßen an den
unterschiedlichen Ausübungsformen und den verschiedenen
Zielgruppen orientieren.
Die Vielfalt aktiv erleben
Kanusport als Freizeitsport lässt sich am besten im Kanu-Verein
erleben. Damit vorhandene Mitglieder und interessierte
Nichtmitglieder diese Vielfalt aktiv erleben können, muss es
zahlreiche und abwechslungsreiche Angebote auf allen Ebenen
geben, mit denen auf die unterschiedlichen Ausübungsformen
eingegangen wird.
Die Teilnehmer der Konferenz empfehlen daher:
• Auf Ebene des Bundesverbandes sind durch
Handreichungen, Pilotprojekte oder andere geeignete Maßnahmen
Hilfestellungen für Kanu-Vereine zu entwickeln, mit denen diese
in die Lage versetzt werden, entsprechende Angebote zu
entwickeln und anzubieten.
• Die Landesverbände unterstützen ihre
Kanu-Vereine bei der Entwicklung und Durchführung neuer
Angebote.
• Die Kanu-Vereine sollen ihre sportlichen
Angebote überprüfen und weiter entwickeln. Dabei ist das
Interesse von Nichtmitgliedern zu wecken und die
Teilnahmebereitschaft ihrer Mitglieder zu fördern. Die
Möglichkeit von Kooperationen mit anderen Kanu-Vereinen oder
Kanu-Anbietern ist dabei zu berücksichtigen.
Qualität überzeugt
Kanusport als Freizeitsport steht in Konkurrenz zu anderen
Freizeitbeschäftigungen. Es bedarf deshalb besonderer
Anstrengungen, interessierte Neukanuten zu einer Mitgliedschaft
in einem Kanu-Verein zu bewegen oder aber vorhandene Mitglieder
zum Verbleib.
Auch im Kanusport ist ein Schlüssel zum Erfolg die Qualität der
Angebote. Hochwertige und damit interessante Angebote setzen
die Qualität von Fahrtenleitern oder Fachübungsleitern voraus.
Diese Qualität kann aber nur mit guter Aus- und Fortbildung der
Beteiligten erreicht werden.
Die Teilnehmer der Konferenz empfehlen
daher:
• Auf Bundesebene sind die Rahmenbedingungen
für Ausbildung im Freizeitsport zu überprüfen. Die Bildung
eines Bundeslehrteams, die Attraktivitätssteigerung der
Ausbildungsabschnitte durch alle möglichen Maßnahmen und die
Differenzierung der freizeitsportlichen Ausbildung sind zu
prüfen und ggf. umzusetzen.
• Die Landesverbände bieten ihren
Kanu-Vereinen Ausbildungen im Freizeitsport an, durch die sie
in die Lage versetzt werden, attraktiven Sport zu betreiben.
Kooperationen von Landesverbänden schaffen in einigen Fällen
überhaupt erst die Möglichkeit, Ausbildungsabschnitte anbieten
zu können.
• Die Kanu-Vereine setzen sich dafür ein,
dass in ihrem Verein möglichst viele geeignete Mitglieder eine
DKV- bzw. DOSB-Lizenz in den vielfältigen Bereichen des
Freizeitsports erwerben und diese durch Teilnahme an
Fortbildungen ständig aktualisieren. Regelmäßige Aus- und
Weiterbildungsangebote in den Vereinen für ihre Mitglieder,
aber auch Nichtmitglieder, sind eine
Selbstverständlichkeit!
Auf gesellschaftliche Entwicklungen eingehen
Immer mehr Menschen üben Kanusport als Freizeitsport außerhalb
eines Kanu-Vereins aus oder schließen sich diesem nur für einen
bestimmten Zeitraum an. Dieses veränderte Verhalten der
Freizeitgestaltung muss dazu führen, über neue Wege einer
Bindung an den DKV und seine Vereine nachzudenken. Attraktive
Einzelmitgliedschaften oder spezielle Angebote für
Nichtmitglieder können eine wichtige Brückenfunktion erfüllen
und so das Interesse an einer langfristigen Bindung deutlich
steigern.
Die Teilnehmer der Konferenz empfehlen daher:
• Auf Ebene des Bundesverbandes sind gezielte
Maßnahmen zu ergreifen, um möglichst viele Personen an den DKV
und seine Vereine zu binden. Vorrangig sind dabei Aktionen
durchzuführen, die den Eintritt in einen Kanu-Verein fördern;
daneben sind Angebote für Nichtmitglieder zu entwickeln, um
diese so an den Verband heranzuführen.
• Die Landesverbände sollen diese Maßnahmen
unterstützen und sich für bundesweit einheitliche Beiträge und
Leistungen der Einzelmitglieder einsetzen.
• Die Kanu-Vereine erklären sich bereit, neue
Mitglieder aktiv zu bewerben und diese auch tatsächlich
aufzunehmen und zu betreuen.
Gemeinsam handeln!
Nur wenn Bundesverband, Landesverbände und Kanu-Vereine
gemeinsam handeln, können wir erreichen, dass der unter dem
Dach des DKV ausgeübte Kanusport als Freizeitsport auch
weiterhin einen wichtigen Stellenwert in Deutschland
besitzt.
Die Teilnehmer der Konferenz Freizeitsport 2009 rufen deshalb
dazu auf, die Empfehlungen der Duisburger Erklärung zügig
umzusetzen.
Duisburg, den 25.10.2009








