Paracanoe - Klassifizierungs-System

Die ICF (International Canoe Federation) erkennt 3 Kategorien der Klassifizierung für Behinderte an: LTA, TA, A

Die IVF ( International V´a Federation) unterteilt 6 Kategorien.

Das unten beschriebene System der Klassifizierung versucht beide Systeme zu verbinden.

Die Klassifizierung wird von durch die ICF ausgebildeten Personen durchgeführt. Das System soll dann durch Ausbildung auf nationaler Ebene ausgebaut werden. Es findet sowohl eine medizinische als auch eine technische Klassifizierung statt. Dies geschieht vor dem 1. Wettkampf eines Paddlers, und muss mindestens noch 2x wiederholt werden.

Die unten beschriebenen körperlichen Einschränkungen müssen bei der Klassifizierung während der medizinischen Klassifizierung mit dem Functional Classification Test, wie im Classification Instructors Manual beschrieben, nachgewiesen und dokumentiert werden.

Der Paddeltest soll die für die Einteilung festgelegten Kriterien beim Paddeln überprüfen.

Anmerkung: Es sind noch geringfügige Feinabstimmungen notwendig, um sowohl die Standards von ICF und IVF anzugleichen als auch, um eine Anpassung an das System der IPC ( International Paralympic Comitee) zu erreichen und gleichzeitig eine für den Kanusport passende Einteilung zu erarbeiten.

LTA ( entspricht der Kategorie 5 +6 der IVF)

In der LTA – Klasse starten Paddler mit Behinderung, die über zielgerichtete motorische Funktionen in den Beinen, Rumpf und Armen verfügen. Dadurch sind sie  in der Lage, Kraft während des Paddelns auf das Stemmbrett oder den Sitz auszuüben.

Paddler, die für diese Kategorie vorgesehen sind, haben typischerweise eine Mindest – Behinderung, die dem folgenden entspricht:

-         Amputation / Dysmelie

-         Neurologische Ausfälle, die einer inkompletten Rückenmarksdurchtrennung im Bereich S1 entsprechen

-         Cerebralparese  der Einstufung Klasse 8 ( nach CP-ISRA = Cerebral Palsy International Sports + Recreation Association): leichte Di- oder Hemiplegien, leichte Athetosen oder Ataxie, oft koordinative Störungen

Es muss mindestens eine der folgenden körperlichen Einschränkungen / Behinderungen bei Amputation / Dysmelie vorliegen:

-         3 Finger einer Hand fehlen komplett

-         Amputation des Fußes im Bereich tarsal – metatarsal

-         Verlust von 10% einer Gliedmaße

-         Verlust von 15% zweier Gliedmaßen

 

TA (entspricht der Kategorie 4 der IVF)

Die TA Klasse ist für Paddler, die Arme und Rumpf zielgerichtet benutzen können. Sie können beim Paddeln keine kontinuierliche Kraft auf das Stemmbrett oder den Sitz ausüben. Ursache ist eine deutlich eingeschränkte Funktion der unteren Extremitäten.

Für die Einstufung in TA vorgesehene Paddler haben typischerweise ein Mindestmaß an Behinderung gleichbedeutend mit einer der folgenden Behinderungen:

-         Amputation beidseits auf Knie-Höhe, oder ein erkennbar geschädigter, und damit funktionseingeschränkter  Quadrizeps

-         Neurologische Schädigungen, die vergleichbar mit einer kompletten Rückenmarksschädigung auf der Ebene von L3, oder einer inkompletten Rückenmarksschädigung auf der Ebene von L1 sind

-         Die Kombination aus den oben genannten wie z.B. 1 Bein mit Amputation ab dem Knie und am anderen Bein eine deutliche Schädigung des Quadrizeps

-         Cerebralparese der Einstufung Klasse 5 nach CP-ISRA: Beeinträchtigung der Beine = Diplegie, benötigt meist Gehhilfen zum Gehen

A ( entspricht der Kategorie 1-3 der IVF)

Die A – Klasse ist für Paddler, die über keine Funktion der Rumpfmuskulatur verfügen, sondern nur Schulter- und Arm- Funktion haben.

Ein Paddler, der in A eingestuft werden soll, kann seine Kraft beim Paddeln überwiegend mit den Armen und / oder den Schultern ausüben. Diese Athleten haben üblicherweise eine schlechte Stabilität beim Sitzen.

In A eingestufte Paddler haben üblicherweise mindestens eine der unten aufgeführten Schädigungen:

-         Cerebralparese der Einstufung Klasse 4 nach CP-ISRA: beinnahe normale Armfunktion, keine oder unzureichende Gehfähigkeit, gute Rumpfstabilität bei leichter Spastik

-         Neurologische Schädigungen mit einer kompletten Rückenmarksschädigung auf der Ebene T 12, oder einer inkompletten Rückenmarksschädigung auf der Ebene von T 10

 

Allgemeine Bemerkungen:

-         Vor der Klassifizierung müssen die Paddler, die als Paracanoeing – Paddler anerkannt werden wollen, folgende Unterlagen einreichen:

  1. ICF-PaddleAbility Classification Application Form
  2. Consent for ICF PaddleAbility Paddler Classification Form
  3. Declaration of Medical Conditions that may Require Emergency Measures Form
  4. ICF PaddleAbility Athlete Certificate of Diagnosis Form- unterschrieben vom Arzt, der die körperliche Einschränkung und die daraus folgenden Auswirkungen beschreibt.

Die Formulare müssen komplett ausgefüllt sein, für internationale Wettkämpfe alle in Englisch.

-         Der Athlet muss zur Klassifizierung persönlich und Paddel-bereit erscheinen.

-         Der Athlet muss alle zum Paddeln benutzten / benötigten Adaptionen zur Klassifizierung mitbringen.

-         Die Klassifizierung selbst besteht aus 3 Teilen:

  1. Medizinische Klassifizierung an Hand der von der ICF vorgegebenen Tests durch den medizinischen Klassifier, zusammen mit dem technischen Klassifier
  2. Beobachtung auf dem Wasser durch den medizinischen und den technischen Klassifier während des Trainings oder /und dem Wettkampf. Dies geschieht sowohl angekündigt als auch unangekündigt. Der Test ist verpflichtend.
  3. Ergometer – Test durch den technischen Klassifier, zusammen mit dem medizinischen Klassifier
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