Internationale Weserfahrt

425 Kilometer von den Bergen bis ans Meer
Die Oberweser bei Bodenwerder mit der Burg Polle im Hintergrund, © Helga Arnemann

Mit der Premiere der Internationalen Weserfahrt erhält nach Donau, Elbe, Saale und Oder auch der fünftlängste Fluss Deutschlands nun eine internationale Mehretappenfahrt. Vom 15. bis 29. Juli 2017 führt erstmals die „Internationale Weserfahrt“ über 425 Kilometer in 12 Etappen von Hann. Münden nach Nordenham und damit von den Bergen bis ans Meer. 

Die vom Landes-Kanu-Verband Niedersachsen veranstaltete und von den Weseranliegerländern Hessen, Nordrhein-Westfalen und Bremen unterstützte sportliche Gepäckfahrt auf einem der schönsten Wanderflüsse Deutschlands durchquert dabei drei sehr unterschiedliche und zugleich für Deutschland typische Landschaften: Auf sanftes Mittelgebirge im Weserbergland folgt die weite, offene Geest-, Moor- und Heidelandschaft an der Mittelweser und ab Bremen wird es maritim: langgezogene Inseln, Sandstände, riesige Seeschiffe und die Tide machen die nahe Nordsee spürbar.

Sagenhafte Oberweser

Auf dem ersten Drittel der Tour geht es auf der Oberweser zunächst 135 Kilometer lang flott voran. Zwischen Hann. Münden und Hameln bremst keine Staustufe die Paddler. Links und rechts prägen bewaldete Hänge, mittelalterliche Städte, Kirchen und Klöster, romantische Burgen und Schlösser die Szenerie – es ist die Region weltbekannter Sagen und Märchen. Auf der Sababurg soll Dornröschen hundert Jahre geschlafen haben, in Bodenwerder strickte Münchhausen seine Lügengeschichten und in Hameln führte der Rattenfänger unschuldige Kinder aus der Stadt in die Weser. Ab Hameln strömt der Fluss gemächlicher, bei Kilometer 203,1 bei Minden tritt er schließlich in die Norddeutsche Tiefebene ein.

Stille Mittelweser

Ab Minden fließt die Weser behäbig dahin und die Kilometer müssen erpaddelt werden. Die Berufsschifffahrt nimmt deutlich zu. 160 Kilometer lang geht es vorbei an sehenswerten kleinen Städten wie Stolzenau, Nienburg und Hoya. Schwarzweiß gefleckte Kühe, Pferde sowie Schafe an den Ufern und immer wieder Möwen sind ständige Begleiter. Acht Staustufen gilt es bis Bremen zu überwinden. Dabei helfen Schleusen, Bootsgassen oder Bootswagen.

Nordseeklima lässt grüßen

Ab Bremen unterliegt die Weser den Gezeiten, wer hier paddelt, sollte sich mit Tidengewässern und Seeschifffahrt auskennen. Doch zuvor empfiehlt sich, den Bremer Stadtmusikanten, dem Roland und dem Schnoorviertel der norddeutschen Landeshauptstadt einen Besuch abzustatten. An der Wilhelm-Kaisen-Brücke in Bremen beginnt bei Kilometer 366,72 mit der Nullmarke die Unterweser-Kilometrierung. Vorbei an Flussinseln, Sandstränden und grünen, flachen Ufern geht es Kurs Nord auf die Mündung der Weser zu. Ab Brake macht sich zunehmend der Einfluss des Nordseeklimas bemerkbar. Bei entsprechenden Windverhältnissen, wenn „Strom gegen Welle“ steht, kann die Fahrt auch schon mal nass werden. Bei Kilometer 56 kurz vor Bremerhaven endet die Tour schließlich beim WSV Nordenham. Dann liegen 12 Etappen – im Einzelnen zwischen 28 und 49 Kilometer lang – sowie zwei Ruhetage in Hameln und Minden hinter den Paddlern. Ein weiterer Ruhetag kann in Bremen eingelegt werden. Ebenso ist es möglich einzelne Teilstrecken zu paddeln, so z. B. von Hann.Münden bis Minden (205 Kilometer) oder von Hann.Münden bis Bremen (366 Kilometer). Übernachtet wird im eigenen Zelt auf Campingplätzen oder bei Kanuvereinen, für die Verpflegung sorgen die Mitfahrer selbst.

Weitere Infos: www.internationale-weserfahrt.de

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