Wanderfahrertreffen in Bayern

45. Bayerisches Wanderfahrertreffen
Paddeltouren inmitten von Weinbergen, Kultur und Lebensfreude
Auf dem Main bei Würzburg © Bayerischer Kanu-Verband

Zum 45. Bayerischen Wanderfahrer-Treffen 2018 luden diesmal die Kanuten vom Kanu-Club Würzburg vom 31. Mai bis 3. Juni in die typisch unterfränkische Ortschaft Eibelstadt ein. Eibelstadt am Maindreieck zählt mit seiner 1230 Jahre alten Ortsgeschichte und seinen vielen Sehenswürdigkeiten zu den Perlen Frankens. Hier trifft man auf Wein, Kultur, Naherholung und Lebensfreude. Am Fuße der Festung Marienberg und in der von Weinbergen geprägten Flusslandschaft stand beim diesjährigen Treffen nicht nur Wanderpaddeln mit etappenweisen Touren auf dem Main, sondern auch „e bissle“ Kultur mit diversen Besichtigungen in Eibelstadt, Veitshöchheim und Würzburg auf dem Programm.

Eine erste Tour führte bereits am 31. Mai vom Ausgangsort, dem Wohnmobilstellplatz der Wassersportclubs Eibelstadt, von Eibelstadt nach Veitshöchheim (18 km). Schon nach wenigen Kilometern ist beim Marktflecken Randersacker vom Wasser aus auf der Höhe ein herausstechender, massiver Aussichtspunkt, der sogenannte „Kartoffelturm“, gut zu sehen. Hinter Heidingsfeld kündigt sich mit der auf einem steil abfallenden Felsplateau liegenden imponierenden Festung Marienberg bereits die Stadt Würzburg an. Nach Passieren der Großschleuse beim Streichwehr zeigt sich rechts ein weiteres Wahrzeichen der Stadt, der „Alte Kranen“. Er bildet zusammen mit der Alten Mainbrücke, dem Käppele und der Festung Marienberg das unvergleichliche Ensemble der Domstadt.

Auf ruhigem Wasser ging es weiter, links die Mauer vom Kloster Himmelspforten und nach einer weiten Flusskurve zeigten sich bereits die doppelten Kirchtürme vom geschichtsträchtigen Kloster Oberzell, dem Mutterhaus der Oberzeller Franziskanerinnen. Auf dem jetzt offeneren Maintal wurden dann die letzten 2-3 km bis Veitshöchheim absolviert. Bekannt und beliebt ist hier das 1680 bis 1682 erbaute Sommerschloss der Würzburger Fürstbischöfe. Auf der linken Mainseite, gegenüber von Veitshöchheim, liegt idyllisch Margetshöchheim. Wein gibt es natürlich auch – und nicht nur das. Margetshöchheim ist auch bekannt für den Obstanbau.

Am Freitag, den 1. Juni, paddelten die Teilnehmer über 16 Kilometer von Marktbreit, einem malerischen Städtchen mit dem berühmten „Malerwinkel“, mainabwärts zum Basislager nach Eibelstadt. Die historische Altstadt von Marktbreit verfügt über eine weitgehend erhaltene mittelalterliche Befestigungsanlage mit zahlreichen Türmen und Stadttoren. Durch eine für Unterfranken typische Flusslandschaft mit immer näher an den Main heranrückenden Rebenhängen auf der rechten Uferseite ging es Richtung Eibelstadt, das sich einzig durch seinen über den Baumwipfeln hervorschauenden Kirchturm ankündigt.

Die dritte Tour führte am Samstag, den 2. Juni, von Eibelstadt direkt nach Würzburg zum Kanu-Club, einem für Wasserwanderer optimalen Platz, um von da aus die Stadt Würzburg mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten wie das Falkenhaus, den Kiliansdom, die Neumünsterkirche und die Residenz zu erkunden. Die günstige Lage der Festung Marienberg über dem Maintal führte bereits um 1000 vor Christus zum Bau einer befestigten Fliehburg. In den Jahren 1253-1719 war die Festung der Sitz der Würzburger Bischöfe. Im Stadtbereich ist auch ein Aufenthalt an der Alten Mainbrücke ein „Muss“. Nur wenige Minuten entfernt befindet sich der Alte Kranen. Von der bewirtschafteten Terrasse des Alten Kranens bietet sich bei einem Bier oder Schoppen mit dem Ausblick auf Main und Festung ein Genuss, den nicht viele Städte aufzuweisen haben. Sehr lohnenswert ist auch ein Besuch der Würzburger Residenz, dem laut Napoleon schönsten Pfarrhof Europas.

Zum Finale des 45. Bayerischen Wanderfahrertreffens stand am Sonntag, den 3. Juni, noch eine Kanuwandertour über 8 km von Goßmannsdorf nach Eibelstadt auf dem Programm, bevor das Treffen dann beim „noch e‘bissle rumsitzen und quatschen und Weißwürschtles essen“ ausklang.

Während der vier Tage bestand neben der Teilnahme an den Aktivitäten des begleitenden Kulturprogramms mit Besichtigung des Veitshöchheimer Hofgartens und der Ortschaft Veitshöchheim, einer Führung durch Eibelstadt und der Besichtigung der Würzburger Residenz bzw. der Festung mit Stadtrundgang durch Würzburg auch die Möglichkeit, während der Eröffnungs-Fahrt auf dem Main am Donnerstag den Europäischen Paddelpass Deutschland (EPP) zu erwerben sowie an einer Schulung zum Thema "Umweltverträglicher Kanusport" teilzunehmen. Darüber hinaus vermittelte am Samstag eine Schulung wichtige Kenntnisse zur Sicherheit auf Bundeswasserstraßen. Schließlich fand ebenfalls am Samstag der traditionelle Festabend des Bayerischen Kanu-Verbandes mit verschiedenen Ehrungen statt.

Weitere Infos unter: http://www.wanderfahrertreffen.de/

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