Havel-Plünnenfahrt

Die Havel von der Quelle bis zur Mündung

Entdeckungen bei der 1.  Havel-Plünnenfahrt von Kratzeburg nach Havelberg

© Thomas Reschke

Die 1. Havel-Plünnenfahrt des Kanu-Clubs Rehbrücke e.V. im Mai 2016 bot Gelegenheit, an elf Paddeltagen auf insgesamt 327 Kilometer Länge die ganze Pracht der Havel zu entdecken. Knapp 20 Paddler nutzten diese Gelegenheit und paddelten bei der sportlichen Gepäckfahrt (Plünnen = Gepäck) verteilt auf zehn zwischen 22 und 48 Kilometer lange Etappen und unterbrochen von einem Ruhetag in Potsdam von den Havel-Quellseen bei Kratzeburg bis nach Havelberg, wo die Havel in die Elbe mündet.

Den besonderen Reiz der Havel hat wohl niemand so schön und sehnsuchtsvoll in Worte gefasst wie der in Neuruppin geborene Schriftsteller Theodor Fontane. Er beschrieb das Havelland als seine „geliebte Heimat“, zu der er sich nach Jahren der Abwesenheit magisch hinzogen fühlte: „…Nach langem Säumen in deinem Schatten wieder zu träumen, erfüllt in dieser Maienlust eine tiefe Sehnsucht mir die Brust“, dichtete er 1872 in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“.

Bevor die aus den Bundesländern Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Thüringen und Schleswig-Holstein stammenden Tour-Teilnehmer der Premierenfahrt die Hansestadt Havelberg erreichten und durch die mittelalterlich verwinkelten Straßen und Gassen mit markanten Baudenkmälern aus verschiedenen Epochen bummeln konnten, nahm die Havel sie mit auf ihren windungsreichen Weg durch Felder und Wiesen, Wälder und Feuchtgebiete sowie durch zahlreiche Seen. Dabei verzaubert sie mit kaum spürbarer Fließgeschwindigkeit und ihrem natürlichen Charme jeden Paddler. Besonders reizvoll präsentiert sich die Untere Havel, wenn sie den Naturpark Westhavelland, Brandenburgs größten Naturpark, durchfließt. Ein einzigartiges Schauspiel bietet sich vor allem im Frühling und im Herbst, wenn sich auf den feuchten Wiesen des Naturparks ganze Kolonien von Kranichen, Gänsen und Schwänen zum Festmahl versammeln. Unterwegs laden auch immer wieder interessante kleine Städte und Sehenswürdigkeiten zu einer Pause ein, so u. a. an der Oberen Havel Wesenberg, Fürstenberg mit den Ruinen des Klosters Himmelpfort und Zehdenick sowie an der Unteren Havel Brandenburg, das Naturpark-Zentrum in Milow und die Optik-Stadt Rathenow. Wer die Tour durch die vier Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin und Sachsen-Anhalt einmal gepaddelt ist, wird sie nicht nur wegen der Möglichkeit, die Havel-Wandermedaille des LKV Brandenburg zu erwerben, in Erinnerung behalten. Manche Teilnehmer werden vielleicht gar ähnlich vom Havelland schwärmen wie einst Theodor Fontane.

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