Nebel-Oder-Fahrt

Unterwegs auf der Oder

Im Bann einer bezaubernden Natur

© Peter Groß

Die Oder zählt zweifellos zu den eher stillen Flusslandschaften. Wohl auch gerade deshalb erfreut sie sich bei Wanderpaddlern so großer Beliebtheit, umso mehr, seit mit dem Beitritt Polens zum "Schengener Abkommen" 2007 komplizierte Grenzabfertigungen entfallen und die Paddler sich auf den verschiedenen Oder-Gewässern frei bewegen können. Kanuten waren bei Gemeinschaftsfahrten jedoch schon viel früher auf dem Fluss unterwegs.

So z. B. bei der Nebel-Oder-Fahrt, die in diesem Jahr ihr 40. Jubiläum feiert und an zwei Tagen vom 31. Oktober bis 1. November über insgesamt 108 Kilometer von Eisenhüttenstadt bis nach Hohenwutzen führt. Ihren Namen trägt die Fahrt nicht zu Unrecht, denn es passiert nicht selten, dass sich die idyllische Oder vor allem morgens in ein Nebelgewand hüllt. Die Teilnehmer werden ab Freitagnachmittag am Bootshaus der Kanuwanderer in Eisenhüttenstadt/Fürstenberg begrüßt, wer früher anreisen möchte, kann auf Anmeldung vor der Tour noch das aus dem 15. Jahrhundert stammende sehenswerte Kloster Neuzelle – das einzige erhalten gebliebene Zisterzienserkloster in Brandenburg, auch ehrwürdig „Barockwunder Brandenburgs“ genannt – besichtigen oder eine Wanderung im schönsten Bachtal des Landes, dem Schlaubetal, unternehmen.

Der Start zur Nebel-Oder-Fahrt erfolgt dann am Samstagmorgen rund drei Kilometer vom Bootshaus entfernt am Bollwerk kurz vor der Mündung des Oder-Spree-Kanals in die Oder. Der Fluss bietet den Naturliebhabern unter den Paddlern – und wer ist das nicht – die Aussicht auf eine artenreiche Tierwelt: Mit etwas Glück lassen sich z. B. Gänsesäger auf den Buhnen, Fischadler, Eisvögel, Kraniche, Graureiher sowie Silberreiher, Weißstörche und auch Schwarzstörche beobachten, auch so mancher Seeadler lässt sich blicken. Die Fahrt führt zunächst vorbei an den „Lossower Bergen“ nach Frankfurt, wo die Alte Oder mit der Halbinsel Ziegenwerder, ein beliebtes Naherholungsgebiet der Frankfurter, passiert wird. Von dort kann bei einer Pause zu Fuß in fünf Minuten die Frankfurter Innenstadt erreicht werden.

© Peter Groß

Von Frankfurt geht es vorbei am bewaldeten Ufer auf der polnischen Seite nach Lebus. Dort wartet bei Kilometer 594 im Anglerheim am Fahrgastschiffanleger das Mittagessen. Rund ein Dutzend Kilometer weiter erheben sich die Ruinen der Festung Küstrin aus dem Gelände. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zum Schutz der Residenzstadt Küstrin errichtet, endete ihre Nutzung als Festung erst 1920 infolge des verlorenen 1. Weltkrieges. Kurz bevor auf polnischer Seite die Warthe in die Oder mündet, ist auf deutscher Seite das Tagesziel Bleyen erreicht, wo die Gaststätte „Zum Wagenrad“ die Paddler zum Abendessen empfängt und – wer nicht im Gemeindesaal übernachten möchte – auch Unterkunft finden kann.

Am nächsten Morgen geht es zeitig weiter durch die pralle Natur der Oder-Landschaft, vorbei an dem an einem Altarm der Oder gelegenen Naturerlebnishof „Uferloos“ bei Letschin, einer kleinen Oase fernab von jeglichem Stadtgetümmel mit ausgefallenen Übernachtungsmöglichkeiten in Jurten oder ausgebauten Zirkuswagen. Für die Mittagsrast empfiehlt sich, da wo sich „Fuchs und Storch Gute Nacht sagen“, beim Oder-Kilometer 651 das auf dem Deich gelegene Gasthaus „Zollbrücke“. Einige Häuser weiter ist hier in einem alten Fachwerkhaus das interessante "Theater am Rand" zu Hause.

Nach weiteren zehn Kilometern erreichen die Paddler den Zielort Hohenwutzen, wo an der Ausstiegsstelle bei der Gaststätte „Fuchsbau“ die Tour endet. Teilnehmer der Fahrt im vergangenen Jahr sprachen übrigens in höchsten Tönen von diesem Erlebnis.

www.kanu-brandenburg.de/index.php/2013-08-19-20-32-01/veranstaltungen

www.SG-Aufbau.de

PARTNER