Touren auf der Salzach

Paddeln für den Erhalt der Salzach als Naturfluss
Die Plätte und die Paddler auf der Salzach in Burghausen © BKV

Zu einem Wanderfahrt-Ereignis mit ganz besonderem Anliegen versammelten sich auch 2017 wieder zahlreiche Paddler an der Salzach in Oberbayern. Mit einer Demonstrationsfahrt am 2. Juli über 16 Kilometer von Tittmoning nach Burghausen und anschließender Kundgebung unterstrichen die Teilnehmer ihre Forderung „Für die Salzach als Naturfluss – JA zur Natur, NEIN zu Kraftwerken!“ und wiesen auf die Gefahren für diese einzigartige Flussregion durch die Ausbaupläne der Energiewirtschaft hin.

Die Demonstrationsveranstaltungen für die Salzach blicken auf eine lange Tradition zurück. So fand bereits 1964 die erste Protestfahrt statt. Viele Paddellegenden haben sich seitdem bei den Aktionen für eine frei fließende Salzach engagiert, u. a. 1978 auch der Paddelpionier und “Dichter im Faltboot“ Herbert Rittlinger. Bis zum heutigen Tag hat dieses Engagement die Hoffnung auf den Erhalt des Naturflusses Salzach genährt, die Kanuten werden auch weiterhin für einen großzügigen, technisch und ökologisch machbaren und noch dazu kostengünstigen Gewässerrückbau eintreten.

Mittlerweile ist zwar einiges erreicht worden. So wurde z. B. im benachbarten Österreich im Bereich der Saalach-Mündung damit begonnen die Ufer zu öffnen. Das Land Salzburg hat bereits mehr als 200 ha Land aufgekauft um die Vision  NATURPARK SALZACHAUEN zu verwirklichen, die letztendlich auch auf der bayerischen  Seite, also länderübergreifend, wirken soll. Die österreichischen Bemühungen sollen auf deutscher Seite unterstützt und alles daran gesetzt werden, dass die Uferverbauungen auch auf deutscher Seite bald der Vergangenheit angehören. Ein Schwerpunkt ist hierbei die Strecke zwischen Laufen und Tittmoning – hier ist nach wie vor offen, wie es weitergeht. Weitere Entscheidungen sind erforderlich, wann sie gefällt werden und wie die Salzach auf diesem Teil „umgebaut“ werden soll, all das steht noch nicht fest.

Bei der Demonstrationsfahrt 2017 hatten die über 60 Paddler einmal mehr prominente Unterstützung. So begleiteten auf einer Plätte u. a. die stellvertretende Landeshauptfrau des Landes Salzburg Dr. Astrid Rössler sowie Prof. Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND Naturschutz in Bayern (BN) und Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Kanuten aus Ober- und Niederbayern, Schwaben und der Oberpfalz auf ihrer Fahrt nach Burghausen, wo traditionell wieder eine Kundgebung samt Rahmenprogramm stattfand. In einer kurzen Ansprache unterstrich Prof. Weiger, die Salzach an der Grenze zwischen Bayern und Österreich sei ein Kleinod, das absolut unterschätzt sei. „Wir brauchen einen solchen Fluss, damit die Leute wissen, was frei fließend überhaupt bedeutet", so der Professor. Auch Dr. Josef Paukner, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Fluss-Allianzen, verwies vor der Abfahrt der Paddler auf das große Potential der Salzach als Naturfluss, das man nicht leichtfertig für eine marginale Stromgewinnung aufgeben sollte. Die bayerischen Flussallianzen würden mit Leidenschaft und Entschiedenheit für den Erhalt der frei fließenden Salzach kämpfen, um einen ähnlichen Erfolg wie an der Donau zu erzielen.

Im nächsten Jahr soll die Demonstrationsfahrt am 17. Juni stattfinden.

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