Befahrungsregeln

Was sind Befahrungsregeln?

In Deutschland, aber auch in vielen anderen Ländern, werden Regeln für die Befahrung von Küsten, Seen und Flüssen aufgestellt, damit der menschliche Einfluss auf Umwelt und Natur nicht zu groß wird. Bei größeren Wasserstraßen dienen die Befahrungsregeln auch zur Erhöhung der Sicherheit aller Wassersportler.

Es gibt verschiedene Arten der Befahrungsregeln:

  • Betretungsverbote des Ufers und der Kiesbänke (z.B. in Naturschutzgebieten) dienen dem Schutz der empfindlichen Vegetation oder bodenbrütender Vögel.
  • Die Vergabe von Kontingenten bewirkt, dass nicht allzu viele Boote pro Tag das Gewässer befahren (Kanutouren vorher bei den zuständigen Stellen anmelden).
  • Tages- oder jahreszeitliche Regelungen beruhigen die Gewässer(umgebung) während der Dämmerung und der Brutzeit.
  • Mindestpegel-Regelungen schützen den Gewässergrund vor Beschädigung durch den Bootskörper (und den Bootskörper selbst auch).
  • Bei manchen Gewässern sind Bootsgröße und Bootstyp vorgeschrieben, ebenso kann eine Schwimmwestenpflicht vorliegen.
  • Zum Teil liegen ganzjährige Befahrungsverbote vor, wenn besonders schützenswerte Lebewesen das Gewässer bewohnen.
  • Bei einigen Gewässern wird aus ökologischen Gründen ein ganzjähriger freiwilliger Befahrungsverzicht empfohlen.


Wer bestimmt diese Regeln und aus welchen Gründen?

  • Die allermeisten Befahrungsregeln werden von Behörden (Land, Landkreis, Kommune) aufgestellt, um eine Übernutzung von ökologisch sensiblen Gewässern zu verhindern.
  • Darüber hinaus haben sich die Kanuten auch freiwillige Selbstbeschränkungen auferlegt, weil sie den rücksichtsvollen Umgang mit der Natur zum Ziel haben.
  • Der Bund erlässt Verkehrvorschriften für Schifffahrtsstraßen, denn diese dienen in erster Linie dem Gütertransport. Hier ist es unerlässlich, die genauen Regeln sowie Zeichen und Signale zu kennen, schließlich sind muskelkraftbetriebene Fahrzeuge (und somit alle Kanus) die schwächsten Verkehrsteilnehmer auf den Schifffahrtsstraßen.
  • Privatbesitzer (z.B. bei einem See) können eigene Regeln bestimmen.
  • Schließlich kann es vorkommen, dass bei Bauarbeiten (z.B. an Brücken) oder bei militärischen Übungen kurzfristig Gewässer gesperrt werden.


Welche Rolle nimmt der Deutsche Kanu-Verband ein?

Durch Verhandlungen mit Naturschutzbehörden konnten zahlreiche Ausnahmegenehmigungen durch den DKV und seine Landes-Kanu-Verbände erreicht werden. Alle Wasserwanderer werden um genaue Beachtung und um vorbildliches Verhalten in der Natur gebeten, um selbst keinen Anlass für weitere Sperrungen zu bieten.

Wo finde ich Informationen zu Befahrungsregelungen?

  • Der DKV ist für alle Kanuten die erste Informationsquelle bezüglich der Gewässer und ihrer Befahrung.
  • Auf www.kanu.de/home/freizeitsport/gewaesser/befahrungsregeln.xhtml lässt sich die aktuelle Übersicht der Befahrungsregelungen für Deutschland und elf europäische Länder als jeweiliges PDF-Dokument downloaden.
  • Über aktuelle Regelungen und Informationen zum Thema SUP berichtet der SUP-Newsletter des DKV, der unter sup-news@deutscherkanuverband.de abonniert werden kann.
  • Informationen über die Verkehrsvorschriften auf Schifffahrtsstraßen sind bei ELWIS (Elektronisches Wasserstraßen Informationssystem) unter www.elwis.de/Freizeitschifffahrt/index.html zu finden.
  • Die Gewässerführer des DKV mit vielfältigen Angaben zu den Flüssen Deutschlands und Europas sind beim Kanu-Verlag www.kanu-verlag.de oder bei gut sortierten Kanu-Fachhändlern erhältlich.
  • Die im Sommer 2017 kommende DKV-Gewässer-App (für iPhone und Android) ist ein Paddel-Navigator, der auf die gesamte Gewässerdatenbank des DKV zugreift und aktuelle Befahrungsregelungen online zeigt.


Gibt es für SUPer gesonderte Regeln (oder müssen wir uns an die Regeln für Kanuten halten)?

Da SUP zu den Kanu-Disziplinen gehört, gelten sämtliche Befahrungsregelungen auch für SUPer. Mittlerweile ist bekannt, dass in einigen Gebieten spezielle SUP-Verbote erlassen werden sollen. Hier setzen sich die Vertreter des DKV dafür ein, einvernehmliche Regelungen für ALLE Kanufahrer zu finden.

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