FAQ - Häufig gestellte Fragen

Was ist ADAMS und wie trage ich richtig die Whereabout Meldungen ein?

Das ADAMS (Anti-Doping Administration an Management System) wird von der WADA betrieben und ist eine webbasiertes Datenmanagementsystem. Athleten die im RTP oder NTP registriert sind müssen hier ihre täglichen Aufenthaltsorte eingeben um ihrer Meldepflicht nach zu kommen. Der Deutsche Kanu-Verband bzw. die Trainer haben keinen Zugriff auf die persönlichen Daten der Athleten. Aus diesem Grund kann auch nur die NADA Erklärungen und Hilfestellungen bei Funktionsproblemen geben. Ansprechpartner der NADA ist Herr Blatt.

(Beantwortet:: Oliver Weirich, ADB des DKV)

 

Was heißt im Klartext regelmäßige Tätigkeit im Zusammenhang mit der Whereabout Meldung? Was passiert, wenn man davon abweicht? Wann müssen die Whereabouts geändert werden?

a) Allgemein

Unter einer „regelmäßigen Tätigkeit“ versteht man stetig wiederkehrende Ereignisse im Lebensablauf des Athleten. Neben den im Standard für Meldepflichten gewählten Beispiel „Schule“ oder „Universität“ können aber auch andere Lebenssituationen unter den Begriff der regelmäßigen Tätigkeit fallen.

So können z.B. auch Hobbies oder andere Verpflichtungen unter den Begriff der regelmäßigen Tätigkeit zu fassen sein.

Bsp.:

1) Der Athlet ist nicht nur sportlich aktiv, sondern auch sehr musikalisch und nimmt immer am Montagnachmittag von 16:00 bis 18:00 Uhr Klavierunterricht (alternativ wäre hier eine Sprachschule, Töpferkurs, Stammtisch o.ä. als Beispiel zu nennen).

2) Der Athlet ist auch als Trainer im Verein engagiert und leitet jeden Mittwoch 14:00 Uhr bis 16.00 Uhr die Trainingsstunde einer Nachwuchsgruppe.

Sinn und Zweck dieser Regelung bezüglich regelmäßiger Tätigkeiten ist, dass der Kontrolleur weiß, dass er zu diesen Zeiten den Athleten nicht an seinem Wohnort antrifft, aber grundsätzlich an einem anderen, benannten Ort.

Die Athleten sollten die entsprechenden Angaben auch unbedingt vornehmen. Dabei handelt es sich um grobe Strukturen des Tagesablaufs der Athleten, die der Kontrolleur berücksichtigen kann. Gibt der Athlet solche Tätigkeiten nicht an – und hinterlegt etwa für die jeweiligen Tage nur 24 Stunden an seiner Heimatadresse - hat der Kontrolleur keinerlei nähere Anhaltspunkte, wann der Athlet gut angetroffen werden kann.

Je mehr Informationen dem Kontrolleur zur Verfügung stehen, desto weniger besteht die Möglichkeit einer vermeintlich nicht erfolgreichen Kontrolle. So können Missverständnisse zwischen dem Dopingkontrollsystem und dem Athleten vermieden werden.

b) Was passiert, wenn man von seiner regelmäßigen Tätigkeit abweicht?

Bsp.:

1) Die Uni oder Schule ist als Aufenthaltsort angegeben, man lässt Uni oder Schule aber aus aktuellem Anlass ausfallen – es fällt z.B. eine Vorlesung aus und man kommt früher nach Hause.

2) Als Aufenthaltsort ist die Trainingsstätte angegeben, man bleibt aber zu Hause, weil man krank ist.

Eine pauschale Aussage ist hierzu nicht möglich. So spricht auch der Wortlaut des Art. 3.2.1 (g) SfM davon, dass der Athlet die „üblichen Zeiten“ angeben muss, zu denen der Athlet dieser regelmäßigen Tätigkeit nachgeht. Sollte sich kurzfristig etwas ändern, ändert sich noch nicht die „übliche Zeit“ (Klavierunterricht immer von 16:00 bis 18:00 Uhr), dafür aber die konkrete Zeit für diesen Tag (Klavierunterricht am 02.03. ausnahmsweise von 14:00 bis 16:00 Uhr). Selbstverständlich wäre es wünschenswert, wenn der Athlet entsprechende Änderungen unverzüglich weitergibt. Tatsächlich wird dies aber in vielen Fällen nicht möglich sein.

Soweit tatsächlich von der üblichen angegebenen Zeit abgewichen wird und ein Kontrolleur genau an diesem Tag versucht, eine unangekündigte Kontrolle durchzuführen, so liegt hierin zunächst ein sog. nicht erfolgreicher Kontrollversuch. Dieser führt jedoch nicht automatisch zu einem Meldepflicht- und Kontrollversäumnis.

Zunächst wird der Fall hausintern von der NADA überprüft. Dabei werden die Eintragungen des Athleten an dem konkreten Kalendertag sowie sein grundsätzliches Meldeverhalten in ADAMS berücksichtigt (pflegt der Athlet seine Daten sehr genau und korrekt mit präzisen Angaben oder sind nur die notwendigsten Angaben hinterlegt, indem z.B. an jedem Tag nur der tägliche Wohnort angegeben ist). Daneben spielen selbstverständlich auch die Angaben des Dopingkontrolleurs auf dem Dopingkontrollformular eine wichtige Rolle.

Soweit die NADA nach der entsprechenden Überprüfung eine weitere Untersuchung für angebracht hält, z.B. weil die eingereichten Daten des Athleten Unregelmäßigkeiten aufweisen oder aufgrund sonstiger Anhaltspunkte ein Umgehungen von Kontrollen vermutet werden kann, wird der Athlet zunächst schriftlich von der NADA informiert und zur Stellungnahme aufgefordert. Kann er dann glaubhaft machen, dass er nur ausnahmsweise von dieser regelmäßigen Tätigkeit abgewichen ist und er auch keine Möglichkeit hatte, rechtzeitig im Vorfeld seine Daten zu aktualisieren (Vorlesungsausfall wurde erst an dem besagten Tag bekannt gegeben/ Klavierlehrer erscheint nicht etc.), wird die NADA regelmäßig von der Feststellung eines Meldepflicht- und Kontrollversäumnisses absehen.

Anders sieht es jedoch aus, wenn es sich um das 60-minütige Testzeitfenster handelt. Hier kann ein Nichtantreffen nur in absoluten, schuldlosen Ausnahmefällen entschuldigt werden (z.B. Verwicklung in einen Verkehrsunfall). An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass Änderungen dieses 60-Minuten Testzeitfensters bis unmittelbar vor Beginn dieses Zeitraums vorgenommen werden können.

Ändert der Athlet jedoch auffällig häufig vor Beginn „der Stunde“ seine Angaben über den Aufenthaltsort, so kann er mit einer sogenannten „Red Flag“ belegt werden. D.h., dass die NADA ein besonderes Augenmerk auf die Angaben des Athleten legt.

Steht dem Athleten kein Internetzugang zur Verfügung, so kann er in Ausnahmefällen seine Abmeldung per Telefon oder SMS durchführen. (siehe Art. 3.8 des Standards für Meldepflichten)

(Beantwortet:: Claudia Wildmann, NADA) 

 

Unser Bootshaus liegt nicht genau an der Trainingsstrecke bzw. ich entferne mich auf dem Wasser von der angegebenen Adresse. Kann man in dieser Situation trotzdem die Trainingszeit für die Angabe der Ein-Stunden-Regelung nutzen?

Athleten haben die Verpflichtung, sich während des Zeitfensters für Doping-Kontrollen bereit zu halten. Art: 3.1.2 SfM fordert hier klar, dass der Athlet einen bestimmten Ort angeben muss, an dem er während dieser Zeit erreichbar ist und für Kontrollen zur Verfügung steht.

Hier ist zu differenzieren:

Bsp.:

1) Ein Athlet gibt eine Wildwasseranlage als Aufenthaltsort innerhalb des 60-Minuten-Zeitfensters an. Das ist ein bestimmter Ort, an dem er konkret auch erreichbar ist. Er steht auch an diesem Ort für Kontrollen zur Verfügung, da er ggf. anlegen kann und eine Dopingkontrolle möglich ist. Der Athlet kann in diesen Fällen unter der Aufsicht des Dopingkontrolleurs seinen begonnenen Trainingslauf beenden und im Anschluss hieran kann die Kontrolle umgehend durchgeführt werden.

2) Der Fluss, der einige Kilometer vom Bootshaus entfernt ist, ist kein tauglicher Ort für das 60-Minuten-Zeitfenster. Es fehlt bereits an der Angabe eines „bestimmten“ Ortes. Allein aufgrund der Angaben des Athleten (etwa „Training in einem Umkreis von bis zu 10km auf dem Wasser rund um das Bootshaus xy“) kann der Kontrolleur nicht ausmachen, wo genau sich der Athlet befindet, sondern müsste diesen seinerseits suchen. Der Athlet ist damit bereits nicht erreichbar und steht insofern auch nicht unmittelbar für Kontrollen zur Verfügung.

(Beantwortet:: Claudia Wildmann, NADA) 

 

Ich bin Asthmatiker und muss dafür ein Spray verwenden. Wie verhalte ich mich in diesem Fall richtig? Ich bin nicht in einem Testpool, möchte aber trotzdem bei Deutschen Meisterschaften an den Start gehen.

Für Athleten, die von ihrem Verband nicht in einem der Testpools gemeldet worden sind, weisen den Gebrauch der vier inhalativen Beta-2-Agonisten Formoterol, Salbutamol, Salmeterol und Terbutalin durch eine ärztliche Bescheinigung nach. Eine Kopie sollte an den Verband geschickt werden und eine zweite zur Abgabe bei einer Dopingkontrolle mit sich geführt werden. Bitte beachten Sie aber, dass lediglich die 4 o.g. Wirkstoffe aus der Gruppe der Beta-2-Agonisten zulässig sind. Eine Dopingkontrolle, bei der beispielsweise Reproterol oder Clenbuterol nachgewiesen wird, wäre in jedem Falle ein zu sanktionierender Dopingfall, unabhängig von einer Testpoolzugehörigkeit.

Das Mitführen eines Attestes gilt ebenfalls für die inhalative Anwendung von Glukokortikoiden.

(Beantwortet: Kerstin Neumann, NADA)


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