Erklärungen zum NADA Code und den Standards

1.) ADAMS
2.) Testpools und Meldepflichten
   2.1) Registrierter Testpool (RTP)
   2.2) Nationaler Testpool (NTP)
   2.3) Allgemeiner Testpool (ATP)
3.) Strikes
4.) Medikamente
5.) Nahrungsergänzung

Im Wesentlichen umfasst der NADA Code folgende Punkte, die von jedem Sportler beachtet werden müssen:

· Es ist die persönliche Pflicht jedes Athleten sicherzustellen, dass kein verbotener Wirkstoff in seinen Körper gelangt. Athleten sind für jede verbotene Substanz oder ihre Metaboliten verantwortlich, die in ihren Körpergewebs- oder Körperflüssigkeitsproben gefunden werden.

·  Es genügt, dass die verbotene Substanz oder die verbotene Methode gebraucht oder ihr Gebrauch versucht wurde, um einen Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen zu begehen.

· Der Verstoß gegen die Meldevorschriften des NADA-Code oder andere anwendbare Vorschriften zur Verfügbarkeit des Athleten bei Trainingskontrollen sowie des Versäumnisses, die erforderlichen Angaben zum Aufenthaltsort und zur Erreichbarkeit zu machen (s. Meldepflichten).

· Der Besitz von verbotenen Wirkstoffen und verbotenen Methoden oder der Handel mit ihnen.

 

1.) ADAMS:

Das „Anti-Doping Administration and Management System“ steht allen Athleten des RTP und NTP zur Verfügung. Zugang zu den Daten haben nur die Mitarbeiter der NADA. Der DKV insbesondere Trainer haben keine Einsicht in die persönlichen Daten der Sportler. Für alle Aktualisierungen ist allein der Athlet verantwortlich. Bei Problemen mit dem System ist die NADA Ansprechpartner. Wir empfehlen grundsätzlich bei allen Änderungen, die im System vorgenommen werden, zu überprüfen ob sie direkt im Programm angezeigt werden.

Die Aktualisierung der Daten sollen in der Regel online vorgenommen werden. Im Notfall steht die SMS Funktion zur Verfügung. Dafür bedarf es einer speziellen Registrierung. Im Downloadbereich gibt es hierzu eine genaue Anleitung. Zu beachten ist, dass einem Sportler nur eine bestimmte Handynummer zugeordnet ist. Der SMS Text muss alle Angaben erhalten, damit der neue Aufenthaltsort genau beschrieben wird (genaue Adresse mit Strasse, Ort und evtl. Hinweisen). Auch kann die Funktion verwendet werden, wenn sich der Beginn der Einen-Stunde Angabe kurzfristig verschiebt (z. B. wenn man im Stau steht und nicht rechtzeitig an dem Ort sein kann).

 

2. Testpools und Meldepflichten:

Die NADA unterscheidet momentan drei Kategorien im Testpool und Meldepflichten. Die Zuordnung zu einem bestimmten Testpool hängt auch von der Risikoeinschätzung einer Sportart für Doping ab. Die Olympischen Disziplinen Kanu-Rennsport und Kanu-Slalom sind aufgrund ihrer hohen Kraft- und Ausdaueranteile in die Risikogruppe A (höchste Gefährungsstufe) eingestuft worden.
 

2.1) Registrierter Testpool (RTP)

Dieser umfasst alle von der ICF in das Whereabout-Programm aufgenommenen Kaderathleten und alle A-Kader der Olympischen Disziplinen. Für die Mitglieder dieses Pools gilt die sogenannte Ein-Stunden-Regelung. Alle notwendigen Informationen über den täglichen Tagesablauf und die Aufenthaltsorte müssen vierteljährig im Voraus am 20.12., 20.3., 20.6. und 20.9. detailliert für jeden Tag  im ADAMS-System vorgenommen werden. Zu beachten ist, dass entgegen der Information der NADA speziell die genannten Termine für den Kanuverband gelten.

Ein-Stunden-Regelung (RTP):

Der Sportler benennt für jeden Tag eine Stunde zwischen 6 und 23 Uhr, in dem er an einem vorher benannten Ort anzutreffen ist. Die Stunde muss jeweils gegen Ende eines Quartals (am 20. des entsprechenden Monats) für die nächsten drei Monate im Voraus benannt werden, kann aber jederzeit verändert bzw. aktualisiert werden. Wird der Athlet in dieser Stunde vom Kontrolleur nicht am benannten Ort angetroffen, bekommt er einen so genannten Strike für ein Kontrollversäumnis. Sinnvoll ist es, die Stunde in eine regelmäßige Trainingszeit zu legen. Möglich ist auch, sie in die frühen Morgenstunden zu legen, dann muss allerdings gewährleistet sein, dass das Klingeln gehört wird, wenn der Kontrolleur vor der Tür steht. Zu beachten ist auch, wenn man in der Nacht spontan beschließt an einem anderen Ort zu schlafen, dass eine Änderung per SMS losgeschickt wird. Die Regelung ist eine sehr strenge Regelung und gilt ab der ersten Minute der Stunde. Das bedeutet, dass der Sportler nicht irgendwann im Verlauf der Stunde an diesem Ort erscheinen darf, sondern man muss die volle Zeit anwesend sein. Grundsätzlich kann aber ein Kontrolleur auch außerhalb der Stunde eine Kontrolle durchführen. Achtung, diese Stunde muss für jeden Tag im Jahr, also auch an Urlaubstagen angegeben werden:

Whereabout-Information (RTP):

Bisher stand diese Regelung in Verbindung mit der Verpflichtung, sich ab- oder umzumelden, wenn man mehr als 24 Stunden von seinem gewöhnlichen Aufenthaltsort entfernt war. Die 24-Stunden-Regelung wird künftig dadurch ersetzt, dass die Pflege der Daten ausführlicher erfolgen muss und in der Quartalsmeldung für jeden Tag die Wohn- bzw. Übernachtungsadresse sowie regelmäßige Aktivitäten (z.B. Schule, Uni, Arbeitsplatz, Training, Wettkampftermine sowie die jeweils dazugehörige Adresse) anzugeben ist. Im Zweifelsfall kann der Athlet in ADAMS auch noch Hinweise zu der Ortsbeschreibung eintragen (z. B. spezielle örtliche Beschreibungen der Trainingsstrecken, wenn die angegebene Bootshausadresse ganz wo anders ist). Diese Angaben müssen natürlich jeweils den Gegebenheiten angepasst werden. Diese Angaben müssen so ausführlich sein, dass der/die Kontrolleur/in den Athleten ohne telefonische Kontaktaufnahme finden kann. Die WADA untersagt im RTP-Bereich eine telefonische Kontaktaufnahme für Kontrollen. Wird der Sportler nicht angetroffen, wird durch die NADA überprüft, ob der Grund darin liegt, dass die angegebenen Daten nicht stimmen. Wird dieser Fall festgestellt, wird ebenfalls ein Strike notiert.

2.2) Nationaler Testpool (NTP)

Dieser umfasst alle Topteamkader, Starter bei der WM der Senioren des Vorjahres und alle B- Kader und in das Top-Team berufene C-Kader der Olympischen Disziplinen. Mitglieder dieses Testpools unterliegen nicht der Ein-Stunden-Regelung, müssen aber alle Whereabout-Informationen ebenfalls vierteljährlich im Voraus am 20.12., 20.3., 20.6. und 20.9. detailliert für jeden Tag  im ADAMS-System eintragen. Zu beachten ist, dass entgegen der Information der NADA speziell die genannten Termine für den Kanuverband gelten.

Whereabout-Information (NTP):

Bisher stand diese Regelung in Verbindung mit der Verpflichtung, sich ab- oder umzumelden, wenn man mehr als 24 Stunden von seinem gewöhnlichen Aufenthaltsort entfernt war. Die 24-Stunden-Regelung wird künftig dadurch ersetzt, dass die Pflege der Daten ausführlicher erfolgen muss und in der Quartalsmeldung für jeden Tag die Wohn- bzw. Übernachtungsadresse sowie regelmäßige Aktivitäten (z.B. Schule, Uni, Arbeitsplatz, Training, Wettkampftermine sowie die jeweils dazugehörige Adresse) anzugeben ist. Im Zweifelsfall kann der Athlet in ADAMS auch noch Hinweise zu der Ortsbeschreibung eintragen (z. B. spezielle örtliche Beschreibungen der Trainingsstrecken, wenn die angegebene Bootshausadresse ganz wo anders ist). Diese Angaben müssen natürlich jeweils den Gegebenheiten angepasst werden. Wird der Sportler nicht angetroffen, wird durch die NADA überprüft, ob der Grund darin liegt, dass die angegebenen Daten nicht stimmen. Wird dieser Fall festgestellt, wird ein Strike notiert.

 

2.3) Allgemeiner Testpool (ATP)

Dieser beinhaltet alle C–Kader der Olympischen Disziplinen, die nicht dem Top-Team zugeordnet sind. Alle Bundeskader der geförderten nichtolympischen Sportarten, sowie die qualifizierten Kader der Worldgames im Kanu-Polo und Kanu-Drachenboot, gehören zu diesem Pool. Diese unterliegen keiner Meldepflicht mehr, können aber jederzeit auch im Training unangekündigt kontrolliert werden. Dazu ist es notwendig, dass der NADA die Aufenthalts- und Trainingsadressen mitgeteilt wird. Ein Online Zugang zum ADAMS System bekommt der Sportler nicht.

Grundsätzlich erfolgen alle Abmeldungen und Änderungen der persönlichen Daten bei der NADA durch den Athleten selbst.

3.) Strikes:

Hat ein Sportler innerhalb von 18 Monaten drei Strikes bekommen, wird ein Verfahren wegen Verstoßes gegen die Anti-Doping-Bestimmungen eingeleitet, das in der Regel zu einer Sperre von ein bis zwei Jahren führen kann. Liegen Strikes von verschiedenen Organisationen (WADA, NADA sowie zuständigem internationalem Verband) vor, werden sie addiert.  

4.) Medikamente:

Bei Arztbesuchen ist darauf zu achten, dass nur Medikamente verordnet werden, die auf der „Liste der zulässigen Medikamente“ erfasst sind. Sollte ein Medikament nicht bekannt sein, muss der Athlet vor der Einnahme klären, ob unerlaubte Wirkstoffe enthalten sind. Dazu kann das NADA Formularblatt zur Medikamentenanfrage benutzen werden (siehe Downloads). Es kann aber auch im Internet auf der Seite der NADA die Datenbank „NADAmed“ benutzen werden, um zugelassene Medikamente zu recherchieren.

Sollten der behandelnde Arzt feststellen, dass zur Behandlung von (chronischen) Erkrankungen unerlaubte Wirkstoffe medizinisch unabdingbar sind, so muss bei der NADA eine Ausnahmegenehmigung (TUE) beantragt werden, die vom behandelnden Arzt auszufüllen ist. Diese Genehmigung muss zwingend vor der Einnahme des Medikamentes durch die NADA erfolgen. Nur in lebensbedrohlichen Situationen darf ein Arzt sofort benötigte Medikamente einsetzen.

Für Mitglieder im Testpool muss der Einsatz von inhalativen Beta-2-Agonisten (Asthmasprays) neuerdings ebenfalls durch einen Antrag nach dem Standard-Verfahren (TUE) genehmigt werden. Dabei kommen grundsätzlich nur Formoterol, Salbutamol, Salmeterol und Terbutalin als Wirkstoffe in Frage.

Für Athleten, die nicht in einen der Testpools gemeldet worden sind, weisen den Gebrauch der vier inhalativen Beta-2-Agonisten durch eine ärztliche Bescheinigung nach. Eine Kopie sollte an den Verband geschickt werden und eine zweite zur Abgabe bei einer Dopingkontrolle mit sich geführt werden. Nur die 4 o.g. Wirkstoffe aus der Gruppe der Beta-2-Agonisten sind dabei zulässig. Das Mitführen eines Attestes gilt ebenfalls für die inhalative Anwendung von Glukokortikoiden.

Eine Dopingkontrolle, bei der beispielsweise Reproterol oder Clenbuterol nachgewiesen wird, wäre in jedem Falle ein zu sanktionierender Dopingfall, unabhängig von einer Testpoolzugehörigkeit.

Erleichterungen im Procedere gibt es für Sportler, die die Altersgrenze von 50 Jahren überschritten haben. Sie weisen die

- die erforderliche Behandlung mit inhaltiven Beta-2-Agonisten

- die erforderliche Behandlung mit Beta-Blockern bzw. Diuretika

- die erforderliche Behandlung eines insulinpflichtigen Diabetes mellitus mit Insulin

- die erforderliche Behandlung mit Glukokortikoiden (Kortison)

 jeweils durch eine ärztliche Bescheinigung nach.

Weiterhin gelten besondere Regelungen für Kortison, wie auch in den letzten Jahren: Die systemische Gabe von Glukokortikoiden, d.h. oral, intravenös, rektal oder intramuskulär ist gemäß der WADA-Liste 2009 im Wettkampf verboten bzw. darf in einem Wettkampf nicht nachgewiesen werden (The World Anti-Doping Code. The 2009 Prohibited List. International Standard. 1.1.2009). Außerhalb von Wettkämpfen ist die systemische Anwendung von Glukokortikoiden gemäß der WADA-Liste möglich. Allerdings können man­che Glukokortikoide u.U. lange nachgewiesen werden. Im Zweifel sollte der Athlet sich mit dem behandelnden Arzt beraten und ggf. nicht an einem Wettkampf teilnehmen. Nach der systemischen Gabe von Kortison besteht zum Schutze des Sportlers automatisch eine 72-stündige Wettkampfsperre. Eine Anzeige der systemischen Kortisongabe (TUE-Standard für die orale Gabe) empfiehlt sich in jedem Falle. Zur eigenen Sicherheit sollte der Athlet sich den Zeitpunkt der letzten Einnahme vom Arzt attestieren lassen und dies auch bei der NADA anzeigen. Die nicht-systemische Gabe von Glukokortikoiden, d.h. als Injektion in Gelenke oder an Muskel- und Sehnen­an­sät­ze sowie als Spray zur Inhalation, wird mit dem Formular „Erklärung zum Gebrauch“ bei der NADA angezeigt. Die lokale Anwendung von Glukokortikoiden an den Augen, im Gehörgang, in der Mundhöhle und in der Nase muss nicht angezeigt werden.

Zu beachten ist, dass bei einer Dopingkontrolle der Gebrauch von Kortison jeglicher Art unbedingt auf dem Kontrollformular angegeben werden muss! Ein Unterlassen der Angabe auf dem Kontrollformular kann – u.U. auch unabhängig von der Anzeige bei der NADA – eine Sanktionierung nach sich ziehen.

Weitere Informationen findet man auf dem Informationsblatt der NADA (Information-Verbotsliste 2009) in unserem Downloadbereich.

 

5.) Nahrungsergänzung:

Aufgrund aktueller Dopingfälle in anderen Sportarten weisen wir auf die Gefahren hin, die im Zusammenhang mit der Einnahme von sogenannten Nahrungsergänzungsmitteln bestehen.

Die NADA warnt grundsätzlich vor der Einnahme solcher Mittel, da diese verbotene Substanzen enthalten können, auch ohne dass dies aus den Herstellangaben ersichtlich ist. Besondere Vorsicht ist geboten beim Bezug von Produkten aus dem Ausland, über das Internet oder über Fitnessstudios. Konsumiert der Sportler auch solche Präparate, können anschließend abgegebene Dopingkontroll-Urinproben positive Analysebefunde wie bei Einnahme verbotener Substanzen liefern. Nach den gültigen Anti-Dopingbestimmungen erfüllt dies den Tatbestand des Dopings und wird dementsprechend sanktioniert.

Wir möchten darauf hinweisen, dass Canabinoide als verbotene Substanzen in die Antidopingbestimmungen der ICF und des DKV aufgenommen wurden. Kiffen ist kein Kavaliersdelikt und wird hart bestraft. Bei nachgewiesenem Missbrauch wird der Athlet gesperrt und trägt die Kosten für die Dopingverhandlung.

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