16.09.2019 | Kanu-Drachenboot

Club Weltmeisterschaften in Kiew

Die 7. ICF Club Weltmeisterschaften im Drachenboot fanden erstmals in der Ukraine statt. Ausrichter war der ukrainische Drachenboot Verband, eine weitere Premiere. Die Organisatoren sorgten für eine sehr gelungene Veranstaltung.
Club WM 2019

Für den DKV nahmen leider nur zwei Mannschaften teil, die Damen sowie das Mixed Team der Rheingauner Master 40+ vom WV Schierstein aus Wiesbaden. Zwar hatten sich im Vorfeld noch zwei weitere Vereine für eine Teilnahme interessiert, sich dann aber doch zugunsten der Club Europameisterschaften in Moskau bzw. des Welt Cups in China im November entschieden.

Erwartungsgemäß nahmen von der ausrichtenden Nation die meisten Teams teil. So gab es kaum eine Siegerehrung, bei der nicht mindestens ein Team aus der Ukraine vertreten war, manches Mal leuchteten die Farben blau und gelb auf allen drei Podiumsplätzen auf. Trotzdem kann nicht von einer ukrainischen Meisterschaft gesprochen werden. Mannschaften waren von drei Kontinenten angereist, das größte Aufgebot neben den Gastgebern kam aus Hong Kong, das 36 Mal an den Start ging.

Besonders erfreulich war das Meldeergebnis im Juniorenbereich. Es waren insgesamt 19 Boote in allen drei Jugendkategorien über jeweils alle Strecken gemeldet worden, alleine China stellte jeweils eine Damen, Herren, und Mixed Mannschaft. Alles in allem gab es über 400 Meldungen.

Die Rheingauner waren auf allen Strecken jeweils im Kleinboot gestartet und mussten sich starken Gegnern stellen. Bei hochsommerlichen Temperaturen von 28 Grad wurden die 200 Meter Rennen ausgetragen. Hier gelangte das Mixed Boot ins Halbfinale, musste sich dort aber leider der Konkurrenz geschlagen geben. Über 2.000 Meter wurde der siebte Platz erreicht. Die Damen fuhren im Vorlauf auf den zweiten Platz und waren damit für das Finale qualifiziert. Dort kamen sie hinter den beiden ukrainischen Teams Mala Flotyliya und Otaman auf den Bronzerang.

Der dritte Tag stand im Zeichen der 500 Meter. Über Nacht hatte sich der Sommer verabschiedet und leichter Regen und Wind waren aufgekommen. Wie bereits über die Sprintdistanz schafften die Rheingauner Mixed leider nicht den Sprung ins Finale, sie fuhren im Halbfinale auf den vierten Platz. Trotz Wind und starker Böen liefen die Rennen gut ab und die befürchteten Probleme beim Einschwimmen in die Startschuhe blieben größtenteils aus, so dass es zu keinerlei Startverzögerungen kam. Genauso souverän wie zwei Tage zuvor lösten die Schiersteiner Damen im Vorlauf das Finalticket und fuhren dort abermals hinter Mala Flotyliya und Otaman ein.

In einem der letzten Rennen der Weltmeisterschaft mussten die Rheingauner Mädels noch einmal ran, im 2.000 Meter Verfolgungsrennen. Hier schafften sie es, noch eine Schippe draufzulegen. Zwar gab es mal wieder kein Vorbeikommen an Mala Flotyliya, aber umso glücklicher nahmen die Schiersteiner nach einem anstrengenden Rennen die Silbermedaille in Empfang.

Wider aller Erwartungen und allen Unkenrufen zum Trotz, war die Weltmeisterschaft eine runde Sache. Im Vorfeld gab es jede Menge Stimmen, dass es auf Grund negativer Erfahrungen in der Vergangenheit ein Wahnsinn sei, eine derartige Veranstaltung in Kiew auszutragen. Der Ausrichter hat sich bei der Vorbereitung und vor allem während der Meisterschaft alle erdenkliche Mühe gegeben, den Sportler ein schönes Erlebnis zu bieten und dies ist auch gelungen. Von der Rennstrecke incl. technischer Ausrüstung bis zum Rahmenprogramm, war alles gut organisiert. Und wenn es mal irgendwo gehakt hat, wurde sofort durch die vielen freiwilligen Helfer für Abhilfe gesorgt. Vor allem die Teams aus Kanada und den Großbritannien waren begeistert von der Gastfreundschaft und der Organisation.

 

Sämtliche Ergebnisse sind unter https://results.imas-sport.com/imas/regatta.php?competition=wettkampf_16 einzusehen. Die Videos aller vier Renntage sind online auf https://www.canoeicf.com/

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