16.08.2022 | DKV / Verbände

DOSB-Präsident Thomas Weikert fordert "Pakt für den Sport"

Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hat im Rahmen der Sondersitzung der Sportministerkonferenz (SMK) am heutigen Dienstag (16. August) in München einen „Pakt für den Sport“ gefordert.
Thomas Weikert (Bild: DOSB)

„Wir müssen uns fragen, was wir für einen Leistungssport haben wollen. Wir müssen uns fragen, wie wir unsere Athlet*innen und Trainer*innen noch besser unterstützen können. Wir müssen uns fragen, wie wir die Bedeutung von Bewegung und Sport im gesamten Lebenszyklus der Menschen in unserem Land erhöhen können, im Leistungs- und im Breitensport“, sagte Weikert.

„Die Diskussionen hier in der SMK, aber auch die im Zuge des von Bundesinnenministerin Nancy Faeser angekündigten Bewegungsgipfels der Bundesregierung müssen wir führen und in der gesamten Gesellschaft ausrollen. Wir regen auch an, unsere Gesellschaft in einer breiten wissenschaftlichen Studie zu befragen, wie sie den Sport und den Leistungssport bewertet. Auf den Gesamtergebnissen aufbauend müssen wir dann einen „Pakt für den Sport“ schließen, der eine Trendumkehr im Sport und damit auch im Leistungssport ermöglicht!“

Dirk Schimmelpfennig, DOSB-Vorstand Leistungssport, erläuterte, an welchen Stellschrauben zudem aus Sicht des DOSB und seiner Mitgliedsorganisationen gedreht werden muss, um die Trendwende zu schaffen. „Wir brauchen ein klares Rollenverständnis im Leistungssport, die Sportförderung muss entbürokratisiert und flexibler gestaltet werden, wir müssen die Begeisterung für Sport und Bewegung schon im Kita- und Schulalter neu entfachen, Talente sichten, binden und entwickeln sowie mehr qualifizierte Trainer*innen und Leistungssportpersonal gewinnen und gezielt ausbilden – all das müssen wir konsequent verfolgen und konkret umsetzen, damit wir auf lange Sicht wieder zurück in die Weltspitze kommen, im Sommer- und im Wintersport.“


Gesamtstrategie zum Schutz vor Gewalt im Sport

Thomas Weikert berichtete den Sportminister*innen der Länder zudem vom in der vergangenen Woche abgeschlossenen Dialogprozess zum Schutz vor Gewalt im Sport von DOSB, Deutsche Sportjugend (dsj) und ihren Mitgliedsorganisationen.

Unsere Position zum Zentrum für Safe Sport ist ein erster Meilenstein auf dem Weg hin zu einem Zukunftsplan. Unser Ziel sollte es sein, ein starkes Safe Sport Netzwerk aus Sport, Politik, Wissenschaft und Fachpraxis zu schaffen“, sagte Weikert.


Überwindung der Energiekrise

Die Auswirkung der Energiekrise auf den organisierten Sport stand ebenso auf der Tagesordnung.

Weikert warnte noch einmal davor, „Schwimmbäder zu schließen und Sporthallen zuzusperren, denn das verhindert, dass der organisierte Sport seine gesellschaftlichen Leistungen erbringen kann.“

Der DOSB hat einen Maßnahmenkatalog zum Überwinden der Energiekrise erarbeitet, der kurzfristig eine Reduktion des Energieverbrauchs vorsieht, mittelfristig eine finanzielle Entlastung der Sportvereine und langfristig eine Dekarbonisierung der Sportstätten in Deutschland.

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