30.07.2009 | Kanu-Freizeit

Die Dänische Südsee

Die Dänische Südsee (Sysfynske Öhav = Südfünisches Inselmeer) ist ein immer beliebterwerdendes Fahrtenrevier für deutsche Küstenkanuwanderinnen und -wanderer. Die Gründedafür lassen sich an einer Hand aufzählen.

Das Revier
• ... wird von den Gezeiten kaum beeinflusst, so dass die ganze Fahrtenplanung ohne die
Beachtung der Tide vorgenommen werden kann.
• ... ist auf Grund der vielen Inseln (im Uhrzeigersinn von Alsen aus paddelnd: z.B. Fünen,
Lyö, Avernakö, Drejö, Skarö, Taasinge, Hjortö, Birkholm, Egholm, Strynö Langeland, Aerö)
relativ windgeschützt; notfalls kann man bei einer Wetterverschlechterung von den
meisten Inseln per Fähre wegkommen.
• ... bietet gerade wegen der Inseln und der vielen kleinen Ortschaften fürs Auge viel Abwechslung.
• ... ist von Deutschland aus schnell erreichbar, und zwar entweder per Auto (bis zur Insel
Alsen) oder per Fähre Kiel - Bagenkop (Insel Langeland).
Zum einen bietet sich als Startort der Hafenort Mommark (Ostseite von Insel Alsen), neben dem ein Zeltplatz liegt, zumal man von hier aus bei ungünstigeren Wetterbedingungen auch per Fähre nach Södby (Insel Aerö) übersetzen kann. Zum anderen kann man die Tour auch von Bagenkop (Südwestspitze von Insel Langeland) starten. Auch dort befindet sich in der Nähe des Hafens ein Zeltplatz.
• ... bietet s c h e i n b a r endlose Küstenstreifen, wo man nachts sein Zelt aufstellen
kann.

Wildes Zelten & Biwakieren?
Im letzten Punkt täuschen wir Deutschen uns leider. Wildes Zelten ist in Dänemark nicht erlaubt! ... und zwar auch dann nicht, wenn wir bei unseren vergangen Touren in Dänemark damit keine Probleme bekommen haben. Lediglich das Übernachten ohne Zelt ist gestattet
(sog. Biwakieren), und dass auch nur dort, wo kein Naturschutzgebiet ausgewiesen ist bzw. wo andere nicht in ihrer Ruhe gestört werden.

Verhaltensempfehlungen für Naturschutzgebiete
Der DKV hat nun von engagierten dänischen Küstenkanuwanderern aus dem Bereich der Dänischen Südsee ein Schreiben erhalten, in dem sich die dänischen Kameraden darüber beschweren, dass immer mehr deutsche Kanutinnen und Kanuten sich allzu frei in diesem
Revier aufhalten, ohne sich an die dänischen Regelungen und Absprachen zu halten. Sie baten den DKV, die folgende Erklärung zu veröffentlichen:
"Deutsche Küstenkanuwanderinnen und -wanderer sind willkommen im Inselmeer von Südfünen.
Sie sollten jedoch Folgendes beachten:

Weite Bereiche sind Naturreservat ("Vildtreservat") und unterliegen besonderen Schutzbestimmungen für Pflanzen und Tiere. Z.B. müssen Sportboote ihren Kurs ändern und einer Ansammlungen von Schwänen auszuweichen statt mitten durch zu fahren! Für die meisten Inseln werden extra räumlich beschränkte Vogelschutzgebiete ausgewiesen, die jeweils vom 1. März bis 15. Juli nicht befahren und nicht betreten werden dürfen. Wo diese Gebiete genau liegen, kann u.a. Karten entnommen werden, die via Internet abrufbar sind:
Ł www.sydfynskeoehav.dk/indexDE.php?pid=354
Ł www.sydfynskeoehav.dk/onlineupdate/my/file.php?/553/Folderkort GE 2007.pdf
Ł www.sydforfyn.dk/givagt.htm
Weiterhin gilt für die Südspitze der Insel Taasinge Betretungsverbot, obwohl dies nicht aus
den gängigen Seekarten zu ersehen ist.
Während es in Dänemark erlaubt ist, die Nacht am Strand zu verbringen, ist es jedoch nicht
gestattet, dort Zelte aufzustellen. Im Allgemeinen gibt es jedoch keine Probleme damit, wenn
man dort nur ein kleines Zelt aufstellt, solange man dabei die "One-Hour-Rule" ("1-Std.-
Regelung") beachtet, d.h. frühestens 1 Std. vor Sonnenuntergang das Zelt aufbaut und
spätestens 1 Std. nach Sonnenaufgang wieder abbaut. Dafür gibt es auf fast jeder Insel
mehr oder weniger private Zeltmöglichkeiten, die teilweise kostenlos genutzt werden dürfen.
Auf der im Internet abrufbaren Karte werden diese Zeltmöglichkeiten mit einem roten Punkt
gekennzeichnet. Es wird dringend gebeten, sofern man auf einer Insel übernachten möchte
und diese über einen solchen Platz verfügt, ihn auch aufzusuchen.
Da immer mehr Küstenkanuwanderinnen und -wanderer dieses Revier südlich von Fünen
besuchen, wird seitens der einheimischen Bevölkerung immer mehr Kritik über ihren negativen
Einfluss auf die Umwelt geäußert. Um das Recht, überall frei entlang segeln und wandern
zu dürfen, zu erhalten und auch für die uns nachfolgenden Kanutinnen und Kanuten zu
bewahren, müssen wir zeigen, dass wir uns unterwegs naturverträglich verhalten und bereit
sind, auch einmal im Interesse des Naturschutzes zurückzustecken."
Wer weitere Fragen zu diesem Revier hat, konnte sich bislang an Lenze Middelberg ("Havkajakcenter
Svendborg", Südwestseite der Insel Taasinge) wenden. Leider hat L.Middelberg
aus gesundheitlichen Gründen sein Center aufgelöst, so dass er nicht mehr Ansprechpartner
und somit sein Center auch keine Anlaufstelle mehr für Kanuten ist.
Infos über Zeltplätze
Über die offiziellen Campingplätze in diesem Revier gibt der Campingführer "Camping Danmark
2003" (erscheint jährlich neu) Auskunft. Insgesamt gibt es zwischen Insel Alsen (Ostseite),
Fünen (Südseite) und Insel Langeland (Westseite) 17 offizielle Zeltplätze, die in der
Nähe des Wassers liegen (siehe hierzu die Fotos im Campingführer). Dazu kommen noch 14
Zeltmöglichkeiten, die der Karte aus dem Internet entnommen werden können. Eigentlich
besteht daher kein Grund, die Wünsche der einheimischen Kanutinnen und Kanuten zu
ignorieren.
Campingführer: erhältlich über u.a.: info@campingraadet.dk
Führer von Zeltmöglichkeiten (Lagerplätzen): "Overnatning i det fri - Teltpladser or naturlejrpladser"
- www.teltpladser.dk / s. auch: www.sydforfyn.dk/lejrpladser.htm
Kartenübersicht (bestellbar auch per eMail: z.B. turist@svendborg.dk ):
Ł http://www.sydfynskeoehav.dk/indexDE.php?pid=354
Ł www.sydfynskeoehav.dk/onlineupdate/myfile.php?/553/FolderkortGE2007.pdf
Ł www.sydforfyn.dk/givagt.htm
(Erstfassung: 1/08/03)

Von Udo Beier (DKV-Referent für Küstenkanuwandern)

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