08.09.2019 | Boater-Cross

Gold und Bronze bei Canoe-Slalom-Extreme WM in Prag

Stefan Hengst ist neuer Weltmeister in der Extremvariante des Kanu-Slaloms. Caroline Trompeter holt in der tschechischen Hauptstadt Bronze.
neuer CSLX-Weltmeister Stefan Hengst und Bronzemedaillengewinnerin Caroline Trompeter

Im Rahmen des Weltcupfinals an diesem Wochenende in Prag fanden auch die Weltmeisterschaften im Canoe-Slalom-Extreme statt. Nachdem am Mittwoch bereits in den Zeitläufen die einzelnen Startgruppen ausgefahren wurden, starteten am Sonntagnachmittag die KO-Runden. Caroline Trompeter und Stefan Hengst dominierten dabei von Anfang an ihre jeweiligen Entscheidungsrunden. Die Weltmeisterin in dieser Disziplin aus dem Jahre 2017 zeigte unter anderem in ihrem Halbfinale einen starken Start-Ziel-Sieg und platzierte sich damit mit einer guten Ausgangsposition für das Finale. Hier lief jedoch nicht alles glatt. Die Hanauerin wurde vom Start an von ihren Konkurrentinnen eingekesselt und konnte kaum vorwärts paddeln. Auch in den beiden Aufwärtstoren der Strecke konnte sie den Rückstand auf die beiden führenden nicht mehr aufholen und kam schließlich annähernd gleichauf mit der Amerikanerin Nee über die Ziellinie. Da diese aber bereits am ersten Aufwärtstor einen Fehler gemacht hatte, wurde sie für den Lauf disqualifiziert und es bedurfte keines Photo-finish. Die 25-jährige kam hinter der heimischen Tschechin Veronika Vojtova und der Russin Polina Mukhgaleeva auf den Bronzerang. „Mein Ziel war es, in das Finale zu kommen. Dort weiß man sowieso nie, was passiert. Ich bin super glücklich mit dem Bronzerang“ sagte Carolin Trompeter im Ziel, die sich bei der Siegerehrung auch noch die Silbermedaille für den Gesamtweltcup abholen durfte.

 

Noch besser lief es für Stefan Hengst. Auch er zeigte in den Vorläufen immer wieder die beste Linie und konnte sich so ebenfalls den Startplatz im Finale sichern. Dort erwischte er den besten Start und konnte als erster im Kanal Fahrt aufnehmen. Doch seine Führung hielt nicht lang. Am ersten Aufwärtstor überholte ihn der Russe Nikita Gubenko auf der Torlinie, indem er sich zwischen Hengst und dem Torstab durchschlängelte. Der für Hamm startendende Kajak-Spezialist ließ sich die Führung aber nicht einfach so nehmen, zeigte eine sehr schnelle Pflicht-Eskimo-Rolle. Dadurch wieder etwas an den Russen herangekommen, befuhr er das letzte Aufwärtstor so eng und schnell, dass er seinen Konkurrenten wieder einholen konnte. In einem Kopf an Kopf-Duell bis zur Ziellinie hatte Hengst am Ende die Nase vor. „Man kann einen Plan im Kopf haben, wie man hier fahren will, aber der wird niemals genau so aufgehen“ sagte der frisch gebackene Weltmeister im Ziel. „Ich kann das noch gar nicht richtig glauben. Es war eine tolle Atmosphäre hier. Die tschechischen Fans sind einfach großartig. Bei dieser Kulisse im Finale zu stehen und dann auch noch mit dem Titel belohnt zu werden, war ein riesiger Spaß. Ich hoffe ganz sehr, dass wir zukünftig noch mehr dieser Events haben werden.“

 

Text: Philipp Reichenbach

Foto: Jan Faber

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