Portrait - Sarah Brüssler

Interview mit Sarah Brüßler vor der Abreise nach Japan

"Mein Ziel: Im Finale an der Startlinie stehen"

Foto: Thomas Lohnes

Bunte Fragen rund um den Sport

Seit wann paddelst du schon?

Seit 2005

 

Wie bist du zum Kanusport gekommen?

Kassel ist eine Stadt am Fluss, ich habe andere auf dem Wasser gesehen und wollte es selbst mal ausprobieren.

 

In welchem Verein und auf welchem Gewässer hast du das Paddeln erlernt?

Bei der WVC Kassel auf der Fulda.

 

Wer hat dich in deiner sportlichen Karriere am meisten geprägt? Warum?

Mein ehemaliger Trainer Jörn Perlwitz, weil er in einer Phase mit eher geringen Erfolgen immer daran geglaubt hat, dass ich mal richtig gut werden kann und ich von dieser Überzeugung heute noch profitiere. Ohne ihn hätte ich vermutlich nicht den Schritt in den Profisport und den Umzug an einen Bundesstützpunkt gewagt.

 

Mit wem wolltest du schon immer mal K2/C2 fahren?

Mit Lisa Carrington, weil ich mehr über ihr Mindset im Wettkampf und Training erfahren möchte.

Foto: Thomas Lohnes

Fragen zum Wettkampf

Auf welcher Regattastrecke bestreitest du am liebsten ein Rennen? Warum?

Szeged, weil es immer wenn ihr dort war sehr faire Bedingungen waren und es einen Einfahrkanal gibt. Duisburg kommt knapp dahinter.

 

Was darf in deiner Wettkampfvorbereitung nicht fehlen? Warum?

Musik, damit das Feeling stimmt.

 

Welcher Rennabschnitt (Start, Mittelstück, Endspurt) gefällt dir am liebsten? Warum?

Startübergang, weil man da so richtig die Power im Boot merkt.

 

Welche Disziplin fährst du am liebsten? (z.B. K2 500m)

Alle Mannschaftsboote über 500m.

 

Wie bereitest du dich auf ein Rennen vor? Hast du Rituale? Wenn ja, welche?

Ich erwärme mich meistens ähnlich, höre Musik und versuche bei mir zu bleiben. Feste Rituale habe ich nicht.

 

Foto: Thomas Lohnes

Fragen zum Olympia

Welche Besonderheiten gab es in der Olympiavorbereitung für dich persönlich (abgesehen von Corona)? (z.B. besondere Ernährung, anderes Training)

Keine, weil ich schon 2020 Einiges geändert habe (Ernährungscoaching, Mentaltraining) was ich verbessern wollte und das jetzt einfach so weitergeführt habe, weil es gut klappt.

 

Dein Ziel in Tokio?

Im Finale an der Startlinie zu stehen.

 

Wer wird dein/euer stärkster Konkurrent im Kampf um die Medaillen sein?

Ungarn, Neuseeland, Deutschland 1;) und bestimmt noch ein paar andere.

 

Wie würdest du einen Olympiasieg feiern?

Ich würde mit Sicherheit sehr emotional sein und alle anrufen, die mir dabei geholfen haben, und dann mit meiner Mannschaft Tokio unsicher machen (wenn es denn erlaubt wäre).

 

Auf was freust du dich in Japan am meisten?

Die fremde Kultur und die Besten der Besten Sportler:innen im olympischen Dorf auf einem Fleck live treffen zu können.

 

Was erwartest du von den Olympischen Spielen in Tokio?

Jede Menge neue Eindrücke, Erfahrungen und gute Geschichten, von denen wir uns noch lange erzählen werden.

Fragen zum Training

War die Verschiebung der Olympischen Spiele für dich eher ein Vor- oder Nachteil? Erkläre bitte kurz warum.

Ich denke ein Vorteil, da ich mich nochmal weiterentwickeln konnte, auch im Sommer 2020 durch die fehlende Saison weiter an meiner Kraft gearbeitet habe und mentale Strategien festigen konnte.

 

Was ist deine Lieblingstrainingseinheit in der Wettkampfvorbereitung?

250m GA3 oder Intervalle

 

Zu welcher Tageszeit trainierst du am liebsten und warum?

Das ist mir egal, nur nicht Mittags oder zu spät abends, da habe ich dann zu viel Hunger.

 

Was darf im Training für dich persönlich nicht fehlen?

Mein Boot, mein Paddel und genug Wasser, mehr braucht ich nicht für eine gute Trainingseinheit. Alles andere ist Einstellungssache.

Foto: Oliver Strubel

Persönliche Fragen

Was ist deine größte persönliche Veränderung seit 2016?

Ich bin Profisportlerin geworden (Aufnahme in die Sportfördergruppe)! Falls die Frage auf meine Persönlichkeit abzielt: Ich bin deutlich ruhiger geworden und sehe vieles im Sport nicht mehr so perfektionistisch.

 

Was ist dein emotionalster sportlicher Moment?

K2 500m deutsche Meisterinnen bei den Junioren 2012. Niemand hat mit uns gerechnet, aber wir haben an uns geglaubt und eine Medaille als absolute Außenseiterinnen und nach vielen Rückschlägen meinerseits gewinnen können.

 

Was ist deine bitterste sportliche Erfahrung?

Verpassen der Junioren- Nationalmannschaft im Jahr 2012 mit nur einer Platzziffer in der Gesamtrangliste. Und dann noch zwei weitere Mail in der U23 mit einem Platz in der Rangliste.

 

Welche Pläne hast du für die Zeit nach den Olympischen Spielen?

Ich fahre noch die WM im September, dann geht mein Studium wieder los und ich will im Sommer 2022 meinen Master beenden.

 

Wen würdest du nach einem Olympiasieg als Erstes anrufen?

Meinen Heimtrainer Ralf Straub.

 

Wie verarbeitest du eine Niederlage?

Ich lasse alle Gefühle raus, wenn ich weinen muss dann weine ich auch, dann hole ich tief Luft und überlege mit meinem Trainer was der Grund war und wie man dies in Zukunft verbessern kann (woran hat‘s gelegen?). Und dann denke ich einfach nicht mehr daran.

Fragen zum Material

Bootsmarke/Bootstyp: FES im K2, Nelo im K1

Paddelmarke/Paddeltyp: Braca 4 max extra light

 


Sarah Brüßler


 

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Persönliche Daten

Geburtsdatum 08.04.1994
Bootsklasse Kajak
Kanusport seit 2005
Beruf Sportsoldatin, Studentin
Verein Rheinbrüder Karlsruhe
Coach Ralf Straub
  

Im Internet

 

Im Kurzportrait

  

Sportliche Erfolge

WM: - / 1x Silber / 1x Bronze
EM: - / 1x Silber / -
U23 WM: - / 1x Silber / -
U23 EM: 2x Gold / 1x Silber / -
 

Auflistung der Erfolge

2019 WM: 2. K2 1000m; 4. K1 1000m
2018 WM: 3. K2 1000m; 9. K1 500m
2018 EM: 2. K2 1000m
2017 U23 WM: 2. K4 500m
2016 U23 EM: 1. K2 1000m; 2. K4 500m; 4. K1 500m
2015 U23 EM: 1. K2 1000m