Portrait - Sophie Koch

Interview mit Sophie Koch vor der Abreise nach Japan

"Mein Ziel: Finalteilnahme mit einer Top-4-Platzierung"

Interview mit Finn Eidam
Foto: Thomas Lohnes

Bunte Fragen rund um den Sport

Seit wann paddelst du schon?

- 2007 habe ich angefangen.

Wie bist du zum Kanusport gekommen?

- Wir haben früher nahe eines Sees gewohnt, auf dem andere Kinder und Jugendliche gepaddelt haben. Als ich das gesehen habe, war klar: „Das will ich auch machen!“ Meine Mutter ist daraufhin mit mir zu dem Kanu-Verein gegangen und so hat dann alles angefangen.

 

In welchem Verein und auf welchem Gewässer hast du das Paddeln erlernt?

- Kanurenngemeinschaft Schwerin (KRG Schwerin)
- Fauler See

Wer hat dich in deiner sportlichen Karriere am meisten geprägt? Warum?

- Am meisten geprägt hat mich wahrscheinlich mein erster Trainer, Michael Zachrau. Bei ihm habe ich das Paddeln erlernt, aber auch Disziplin, die richtige Trainingsmoral und den nötigen Biss, den man im Leistungssport braucht.
- Besonders dankbar bin ich aber auch für meine Berliner Trainingsgruppe, mein Heimtrainer Lars Kober und meine Trainings- und Zweierpartnerin Lisa - Ihnen verdanke ich maßgeblich meine sportliche sowie persönliche Entwicklung in den letzten Jahren.

Mit wem wolltest du schon immer mal K2/C2 fahren?

- K2 mit Sabrina Hering-Pradler
- C2 mit Stefan Holtz

Foto: Finn Eidam

Fragen zum Wettkampf

Auf welcher Regattastrecke bestreitest du am liebsten ein Rennen? Warum?

- Ich finde die Münchner Regattastrecke besonders schön und verbinde mit ihr ausschließlich positive Erinnerungen an Wettkämpfen und Trainingslagern. In München habe ich auch meine erste Goldmedaille bei einer Deutschen Meisterschaft gewonnen.

Was darf in deiner Wettkampfvorbereitung nicht fehlen? Warum?

- Eine abschließende Vorbelastung, um vor allem mental fit in den Wettkampf starten zu können.

Welcher Rennabschnitt (Start, Mittelstück, Endspurt) gefällt dir am liebsten? Warum?

- Am liebsten mag ich den Start bzw. die Nachstartphase, weil diese mir am besten liegt.

Welche Disziplin fährst du am liebsten? (z.B. K2 500m)

- Meine Lieblingsdisziplinen sind die 500m und 200m im C-2.

Wie bereitest du dich auf ein Rennen vor? Hast du Rituale? Wenn ja, welche?

- Vor jedem Rennen höre ich zum Aufwärmen meine Lieblingsmusik.
- Zu jedem Wettkampf nehme ich ein Buch mit, in dem meine Lieblingszitate drin stehen. Sie helfen mir dabei, die Anspannung und Nervosität von einem Rennen im Optimum zu halten.

Foto: Thomas Lohnes

Fragen zum Olympia

Welche Besonderheiten gab es in der Olympiavorbereitung für dich persönlich (abgesehen von Corona)? (z.B. besondere Ernährung, anderes Training)

- Eigentlich keine, alles lief planmäßig weiter, wie bisher.

Dein Ziel in Tokio?

- Finalteilnahme mit einer Top-4-Platzierung

Wer wird dein/euer stärkster Konkurrent im Kampf um die Medaillen sein?

- Schwer zu sagen, aber ich gehe davon aus, dass vor allem die Boote aus der Ukraine, China und Kanada stark sein werden. Grundsätzlich sollte man aber keiner seiner Gegner unterschätzen.

Wie würdest du einen Olympiasieg feiern?

- Darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Aber eins ist sicher: Meine Familie, Freunde und meine Trainingsgruppe dürften auf keinen Fall fehlen.

Auf was freust du dich in Japan am meisten?

- Da ich noch nie in Japan war, bin ich total gespannt auf das Land und die Leute im Allgemeinen. Außerdem freue ich mich riesig auf das olympische Dorf und auf die Regattastrecke!

Was erwartest du von den Olympischen Spielen in Tokio?

- Starke Emotionen und ein Event, dass in jeglicher Hinsicht mehr als besonders sein wird.

Foto: Thomas Lohnes

Fragen zum Training

War die Verschiebung der Olympischen Spiele für dich eher ein Vor- oder Nachteil? Erkläre bitte kurz warum.

- Für mich persönlich war die Verschiebung der Olympischen Spiele ein Vorteil: Da ich noch eine relativ junge Athletin bin, hatte ich ein Jahr mehr Zeit zu trainieren und damit meine Leistung - physisch sowie psychisch - weiterzuentwickeln und zu stabilisieren.

Was ist deine Lieblingstrainingseinheit in der Wettkampfvorbereitung?

- Sprints mit einer Bremse und GA3-Fahrten auf der Wettkampfdistanz

Zu welcher Tageszeit trainierst du am liebsten und warum?

- Ich bin ein ziemlicher Morgenmuffel, deswegen liegen mir Trainingseinheiten mehr, die nicht ganz so zeitlich beginnen.

Was darf im Training für dich persönlich nicht fehlen?

- Ohne eine innere Motivation geht bei mir gar nichts! Nur durch sie schafft man es, über sich hinauszuwachsen und auch unter Ermüdung die restlichen Energiereserven zu mobilisieren.

Foto: Finn Eidam

Persönliche Fragen

Was ist deine größte persönliche Veränderung seit 2016?

- Seit 2016 sind sehr viele Sachen passiert: Ich bin drei mal umgezogen, habe mein Abitur absolviert, war bei der Bundeswehr, habe angefangen Psychologie zu studieren und bin Teil der Bundespolizei-Sportfördergruppe geworden.

Was ist dein emotionalster sportlicher Moment?

- Der Weltcup in Szeged diesen Jahres war der emotionalste Wettkampf, den ich bisher hatte. In erster Linie, weil Lisa und ich uns endgültig für Tokyo qualifiziert haben im C-2; Aber auch, weil meine gesamte Trainingsgruppe super abgeschnitten hatte und jeder seinen Traum von den Olympischen Spielen ein Schritt näher gekommen ist.

Was ist deine bitterste sportliche Erfahrung?

- Das waren die Nationalen Qualifikationen 2019 in Duisburg. Obwohl ich im Vorfeld sehr gut trainiert hatte, war ich einfach nicht fit. Ich hatte mich zu diesem Zeitpunkt einfach nicht weiterentwickelt. Jedes Rennen, das ich gefahren bin, war ein bittere Enttäuschung.

Welche Pläne hast du für die Zeit nach den Olympischen Spielen?

- Ab September fängt mein zweiter Ausbildungsblock bei der Bundespolizei an, worauf ich mich schon freue. Aber es wird auch wieder Zeit dafür sein, die Seele einfach mal baumeln zu lassen, Freunde und Familie zu treffen und statt Paddeln andere Sportarten auszuprobieren - einfach das zu machen, worauf man gerade Lust hat.

Wen würdest du nach einem Olympiasieg als Erstes anrufen?

- Meine Familie!

Wie verarbeitest du eine Niederlage?

- Kopf hoch, das Leben geht weiter. Tiefen gehören genauso wie Höhen dazu und Niederlagen sind mindestens genau so wichtig wie die Erfolge, die man feiert.

Fragen zum Material

Bootsmarke/Bootstyp

- Plastex FIGHTER 200 XS

Paddelmarke/Paddeltyp

- FES-Paddel


Sophie Koch


 

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Persönliche Daten

Geburtsdatum 04.10.1997
Geburtsort Parchim
Wohnort Schwerin
Bootsklasse Canadier Damen
Kanusport seit 2011
Beruf Schülerin
Verein Rheinbrüder Karlsruhe
Coach Ralf Straub
  

Im Internet

 

Im Kurzportrait

    

Auflistung der Erfolge

2018 WM: 6. C2 500m
2018 EM: 4. C2 200m; 4. C2 500m
2016 U23 WM: 8. C2 200m; 8. C1 200m
2015 JWM: 9. C1 200m
2015 JEM: 6. C1 200m, 6. C1 500m