30.03.2018 | DKV

Plastics Europe, DKV und Kanusport sagen gemeinsamen "Kampf gegen Müll" an.

In einem Brief an die Leistungssportler im Deutschen Kanu-Verband haben DKV-Präsident Thomas Konietzko und Michael Herrmann (Geschäftsführer bei Plastics Europe e.V) den gemeinsamen "Kampf gegen Müll" angesagt.

Mit der Vorbildfunktion der deutschen Kanuten und ihrem Netzwerk haben die Sportler schon im vergangenen Jahr eine Video-Kampagne für die Umwelt unterstützt. Aber das Werben für mehr Aufmerksamkeit speziell für den Gewässerschutz ist derzeit aktueller denn je. Aus diesem Grund werdne die beiden Verbände zusammen mit den deutschen Kanusportlern auf allen Plattformen und Medien erneut für einen nachhaltigen Umgang mit den Gewässern werben.

Der Brief der beiden Verbände an die deutschen Kanusportler:

Liebe Sportlerinnen und Sportler im Team Kunststoff,
 
Kanusport und Kunststoff sind in Deutschland seit vielen Jahren eng verbunden: Slalom- und Rennsport-Nationalmannschaft gehören seit dem Jahr 2000 zum Team Kunststoff, wie die Spon-soringinitiative der Kunststofferzeuger in Deutschland heißt. Seit 2017 sind auch Deutschlands Parakanutinnen und -kanuten mit dabei. Deshalb sieht man auf Booten und Bekleidung erfolgrei-cher Sportlerinnen und Sportler so oft den Schriftzug „Kunststoff“.
Über Kunststoff oder „Plastik“ ist derzeit in den Medien viel zu lesen und zu sehen. Selten positiv. Meist geht es um Recycling, Abfallverwertung, Plastikfasten und Ähnliches. Fast immer spielt der Kampf gegen Müll im Meer eine Rolle. Hier engagieren auch wir uns. Nicht nur mit Worten, son-dern auch mit Taten. So etwa mit der Aktion „Gemeinsam für mehr Gewässerschutz“, initiiert vom Verband der Kunststofferzeuger und gemeinsam getragen vom Deutschen Kanu-Verband, dem Deutschen Ruderverband, dem Deutschen Seglerverband, dem Verband Deutscher Sporttau-cher, der Messe Düsseldorf, der Messe „boot“, der Messe „K“ und PlasticsEurope.Oder mit dem MUSS, dem Müll-und-Abfall-Sammelsack, auf dem ebenfalls das Logo des Team Kunststoff zu sehen ist. Ihr kennt die Aktion.
 
Die Kunststoffindustrie hat eine globale Erklärung zum Kampf gegen die Meeresverschmutzung ins Leben gerufen. Unterschrieben haben mehr als 70 Kunststofforganisationen aus rund 40 Ländern, rund 350 Projekte sind im Rahmen dieser Initiative entstanden. (www.marinelittersolutions.com) Leitgedanken dabei: Kunststoff ist zum Wegwerfen zu schade. Es ist wichtig, dass Kunststoffprodukte verantwortungsvoll gehandhabt und Abfälle richtig verwer-tet werden. Bäche, Flüsse, Seen und Meere sind ein kostbarer Schatz. Kein Abfall soll in die Umwelt gelangen.
 
Wichtig scheint uns aber auch, den Beitrag der Kunststoffe zum Ressourcen- und Klimaschutz zu bedenken. Ein Beispiel: Aktuell kommt etwa ein Viertel der in Deutschland verarbeiteten Kunst-stoffe in langlebigen Anwendungen im Baubereich zum Einsatz: als Fenster, als Rohrleitung, als Wärmedämmung, Bodenbelag und vieles mehr. Diese Produkte haben eine äußerst lange Lebensdauer, oft 50 Jahre und mehr. Und sie helfen während des Gebrauchs, wertvolle Ressour-cen wie Öl und Gas zu sparen. Eine Wärmedämmung aus Kunststoff spart schon im ersten Jahr ihrer Nutzung die Energiemenge ein, die zu ihrer Produktion nötig war. Sie reduziert auch den Ausstoß von Treibhausgasen drastisch – um etwa 75 Prozent pro Jahr. Hier wird mit Kunststoff als auch das Klima geschützt. Ein anderes Beispiel ist die Nutzung erneuerbarer Energie: Kein Windrad, keine Solarzelle produziert ohne Kunststoff Strom.
 
Auch Verpackungen haben ihren Sinn – nicht immer, aber doch sehr oft. Selbstverständlich muss vieles nicht extra eingepackt sein. Aber Dinge, die wir verpackt kaufen, sind oft mit hohem Auf-wand und viel Ressourceneinsatz hergestellt und transportiert worden. Wäre der Fernseher aus Fernost defekt, der Käse verschimmelt oder die Gurke verdorben, wären all die Ressourcen, die drin stecken, verloren. Verpackungen schützen den Inhalt vor Beschädigung, Verderb und Kontamination und sparen so auch wertvolle Ressourcen.
 
Wir alle wollen mehr Ressourceneffizienz, mehr Nachhaltigkeit und mehr Umweltschutz. Der Weg ans Ziel ist oft nicht so einfach. Generell auf Kunststoffe zu verzichten, wäre meist keine gute Idee. Für Paddlerinnen und Paddler mit Booten, Paddeln, Spritzdecken, Helmen, Schwimmwesten und vielem mehr aus Kunststoff ohnehin nicht. Entscheidend ist aber, dass auch am Ende der Nutzungsdauer eines Produktes richtig damit umgegangen wird. Dazu müssen alle an einem Strang ziehen. Wenig Müll produzieren, den Müll richtig entsorgen. In Deutschland sind wir hier auf einem sehr guten Weg. So beträgt die Kunststoff-Verwertungsquote für den Post-Consumer-Bereich 99 Prozent. Diese Quote ist auch deshalb so hoch, weil die Verbraucherinnen und Verbraucher mitmachen.
 
Gerade erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler erfüllen eine wichtige Vorbildfunktion, in persönli-cher und sportlicher Hinsicht, aber auch mit Blick auf den Umweltschutz. Das Team Kunststoff ist deshalb in das Werben für mehr Aufmerksamkeit speziell für den Gewässerschutz eingebunden. Aktionen wie die kurzen Videos auf Facebook, Tweets, der Flyer oder Auftritte bei Veranstaltun-gen können einiges bewirken. Einige Sportlerinnen und Sportler haben die Aktionen auch auf den persönlichen Web- oder Facebookseite eingebunden. Wir würden uns freuen, wenn Ihr hier weiter aktiv bleibt und uns auf dem Weg zu mehr Umweltschutz unterstützt.
 
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Konietzko & Michael Herrmann
Zurück zur Liste