27.08.2022 | Kanu-Rennsport

Zweiter Finaltag bei den Deutschen Meisterschaften im Kanu-Rennsport

Am zweiten Finaltag – Samstag 27. August 2022 – der Deutschen Meisterschaften im Kanu-Rennsport wurde den Kanu-Fans an der Regattastrecke am Beetzsee emotionale und hochklassige Rennen gezeigt.
Siegerehrung der Achter-Canadier (Bild: Oliver Strubel)

Ein besonders bewegender Moment fand allerdings abseits des Wassers statt, als dem verstorbenen Jörg Schmidt aus Potsdam gedacht wurde. Vor der vollbesetzen Tribüne überreichten ehemalige Freunde “Schmidtys”, wie Sebastian Brendel und Eckhard Leue, dem Regattateam ein symbolisches Paddel mit gesammelten Unterschriften verbunden mit einer Geldspende, die für den Kanusport in Brandenburg eingesetzt werden soll. “In Gedanken sind wir ständig bei Schmidty” meinte Regattaleiter Uwe Steinhäuser. “Er fehlt uns in Brandenburg sehr. Die Geste und der Moment waren wirklich besonders.”  

Ein zweiter hoch emotionaler Moment spielte sich bereits am Vormittag nach dem K1 der Damen über 200m ab. Die Silbermedaillen-Gewinnerin der Olympischen Spiele von Rio Steffi Kriegerstein kündigte im Vorfeld der Meisterschaften ihren Rücktritt vom Leistungssport an. So wurde die Dresdnerin unmittelbar nach dem Rennen von ihren Weggefährtinnen und Freundinnen noch im Boot in die Arme genommen. Nach dem Rennen im Einer, der Platz 8 für sie bedeutete, paddelte Kriegerstein später im Vierer wie befreit auf und kam mit ihrem Team der RG Sachsen mit Melanie Gebhardt, Marie Thielemann und Tina Dietze zur Silbermedaille. Gold ging an den Vierer des KV NRW mit Katharina Köther, Caroline Arft, Marie Allendorf und Rosa Deinert. 

Der Vierer-Kajak der Herren war spannend bis zu letzt. Die beiden Boote aus Potsdam und der Renngemeinschaft des KV NRW lieferten sich über die gesamte Strecke ein Bug-an-Bug-Rennen. Beide Schlagmänner, Martin Hiller für Potsdam und Max Rendschmidt für NRW, zogen ihre Teams zu absoluten Höchstleistungen mit dem besseren Ende für Potsdam. Am Ende trennten die beiden Boote vier Zehntel Sekunden. Beide Boote waren mit Tamas Grossmann, Max Zaremba und Felix Frank auf Potsdamer Seite und Tobias Schultz, Yannik Pflugfelder und Nico Paufler namhaft besetzt, die bereits auf internationaler Ebene in diesem Jahr zahlreiche Medaillen gewinnen konnten.  

 
Die Wasserschlacht vom Beetzsee 

“Ich will hier mit meinen sechs Starts dem Heimpublikum etwas bieten. Auch wenn das ein mega Programm ist, möchte ich mich auch damit für die Unterstützung bedanken”, meinte Martin Hiller aus Potsdam, der praktisch als letzter trockenen Fußes zur Bootswaage und zum Interview kam. Hiller hatte zuvor den Einer-Kajak über 1.000m souverän gewonnen, bevor sich die Himmelsschleusen über dem Beetzsee öffneten und ein unglaublicher Regenguss niederging. Für die zu diesem Zeitpunkt befindlichen Paddlerinnen und Paddler bedeutete das, Rennen unter schwersten Bedingungen durchzuführen. Allen Sportlern dieser Rennen gebührte größter Respekt. Glücklicherweise blieb ein weiteres Gewitter aus, sodass die Regatta nach einer guten halben Stunde weitergeführt werden konnte. 

 

Die Urgewalt der Acht 

DIe Zuschauer wurden von vielen weiteren spannenden Rennen unterhalten, aber dann kamen zum Abschluss die Acht (oder besser Neun).
Der C8 ist und bleibt fulminant. Das Rennen der Achter-Canadier ist ein emotionaler Höhepunkt und der bestmögliche Abschluss des vorletzten Wettkampftages. In der mixed-Variante paddelten sechs Vereine bzw Renngemeinschaften über 200m und sorgten dabei für wahre Begeisterungsstürme auf der Tribüne. Zur Goldmedaille paddelte auf dem Beetzsee das Team aus Sachsen mit Olympiasieger Peter Kretschmer auf Schlag. Dahinter kam das Potsdamer Boot, das von Sebastian Brendel angeführt wurde. Auf dem Bronzerang kam das Großboot der KSG Wuppertal mit Yannik Schrankel als Schlagmann. 


Feuerwerk zum Abschluss 

Für eine schönen unerwarteten Ausklang des Wettkampftages sorgte das Ausrichterteam, als es für die Zuschauer auf der Tribüne ein Feuerwerk steigen ließ. “Wir sind doch immer für eine Überraschung gut”, meinte Uwe Philipp, Leiter der Regattastrecke. Die Zuschauer nahmen die Aufheiterung nach einem zwischenzeitlich nassen Tag dankend entgegen. Am Sonntag finden zehn Rennen in den Schülerklassen über 2.000m, sechs Rennen in Zweier-Booten über 200m, ein Parakanu-Verfolgungsrennen und siebzehn Rennen der Jugend- und Leistungsklasse über 5.000m statt.  

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