17. März 2017 | Kanu-Slalom

Kanu-Slalom-Team beginnt gemeinsame Saisonvorbereitung

Mit einem Trainingslager im Süden Frankreichs starten die Slalom-Kanuten des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) aktuell in die unmittelbare Vorbereitung auf die Saison 2017. In Pau, am Fuße der Pyrenäen, findet mit der WM auch der diesjährige Saisonhöhepunkt statt.
Kanu-Slalom-Team beginnt gemeinsame Saisonvorbereitung
„Am Ende des sehr anstrengenden Olympiazyklus‘ wollten wir bewusst mal etwas Luft holen und auch den Trainern und Betreuern die Chance auf etwas Zeit mit der Familie lassen“, erklärt DKV-Cheftrainer Michael Trummer den späten gemeinsamen Einstieg. In den vergangenen Jahren hatte sich das Team regelmäßig schon im Winter gemeinsam in warmen Gefilden vorbereitet. „Wir haben dem EM-Team des vergangenen Jahres mit einem finanziellen Zuschuss die Möglichkeit eröffnet, in Eigeninitiative Trainingsmaßnahmen in Dubai, Sydney, Neuseeland oder hier in Pau durchzuführen. Jetzt wollen wir das gute Wetter mit Blick auf WM nutzen und auch unserer U23 die Chance bieten, vom gemeinsamen Training mit unseren Spitzenathleten und der Zusammenarbeit mit den Bundestrainern zu profitieren“, so der Chefcoach.

Bis zu 26 Boote hatten Trainer, Trainingswissenschaftler und Physio in den vergangenen Tagen vor Ort zu betreuen. Täglich standen bis zu zwei Einheiten im Wildwasser an, wobei Ausdauereinheiten auch auf Nebenstrecken organisiert wurden. Zuletzt kamen vermehrt auch Belastungseinheiten im Wildwasser mit Wettkampf- oder Schnelligkeitsschwerpunkten hinzu, dazu viel Techniktraining. Die Trainingsgruppen rotierten dabei fast permanent, auch die Zuordnung der einzelnen Trainer. „So ist viel Abwechslung garantiert und jeder kann für sich etwas mitnehmen. Vor allem bei den jüngeren Sportlern kommt das sehr gut an und die Stimmung ist gut“, weiß Michael Trummer zu berichten.
 
Ab der kommenden Woche schließen sich für die Aktiven Trainingswochen in Augsburg und Markkleeberg an. Das gesamte Team und alle Kadersportler sind dann zum Saisonauftakt beim Weltranglistenrennen in Markkleeberg (8./9. April) am Start. Dort fällt für die Canadier-Zweier auch bereits die Entscheidung über die Zusammensetzung des Nationalteams für die Saison. Für die ab sofort nicht mehr olympische Kategorie werden sich aller Voraussicht nach aber auch nur fünf Boote um die internationalen Startplätze bewerben. Ansonsten gibt es gegenüber der vergangenen Saison keine personellen Veränderungen, alle Aktiven des Vorjahres nehmen auch das neue Wettkampfjahr in Angriff. Im Trainerteam bleibt die Stelle des in Rio de Janeiro tödlich verunglückten Damen-Bundestrainers Stefan Henze vorerst weiter unbesetzt. Punktuell steht der ehemalige österreichische Nationaltrainer Michael Seibert derzeit als Honorartrainer ergänzend zur Verfügung.

Nach der Formierung der Teams, die wie gewohnt in vier Qualifikationsrennen in Markkleeberg (29./30. April) und Augsburg (6./7. Mai) ermittelt werden, ist die Europameisterschaft in Ljubljana-Tacen (Slowenien/1.-4. Juni) der erste Höhepunkt der Saison. Es schließt sich die erste Hälfte der Weltcupserie mit drei Rennen in Prag (16.-18. Juni) sowie den erstmals zwei deutschen Stationen in Augsburg (23.-25. Juni) und Markkleeberg (30. Juni – 2. Juli) an. „Hier wollen wir möglichst Podestplatzierungen erzielen, gerade, weil auch zwei Heimstrecken dabei sind, wo wir unserem Publikum natürlich gern etwas bieten wollen“, sagt Michael Trummer. „Die zweite Saisonhälfte soll dann ausdrücklich der WM-Vorbereitung dienen. Diese gestaltet sich jedoch schwierig, da die Trainingsmöglichkeiten in Pau sehr eingeschränkt sind. Ob und wie wir die Weltcups in Ivrea und La Seu d’Urgell im September besetzen, muss erst noch entschieden werden.“ Klar ist indes, dass der neu ins Reglement aufgenommene (noch) nichtolympische Mixed-C2 vom DKV in dieser Saison nicht besetzt wird.

Für den Slalom-Nachwuchs liegen beide Saisonhöhepunkte in den Sommermonaten. Zunächst stehen für Junioren und U23 die Weltmeisterschaften in Bratislava (20.-23. Juli) auf dem Plan, vom 16. bis zum 20. August hat auch der Nachwuchs ein Heimspiel bei den Europameisterschaften in Hohenlimburg. Die nationalen Titelkämpfe der Leistungsklasse finden am 16. und 17. September in München statt.
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