28. Juli 2018 | Elbefahrt

24. Elbefahrt: Härteprüfung zwischen brütender Hitze und offenen Himmelsschleusen

Die 24. Internationale Elbefahrt ist Geschichte. Mit der Abschluss- veranstaltung am gestrigen Freitag in Geesthacht ging die härteste Touring-Veranstaltung des DKV in Deutschland zu Ende. In drei Wochen haben die rund 30 vom Start in Schmilka bis zum Ziel in Geesthacht paddelnden Teilnehmer insgesamt 585 Kilometer auf der Elbe zurückgelegt.
24. Elbefahrt: Härteprüfung zwischen brütender Hitze und offenen Himmelsschleusen
Die Elbefahrt in Torgau, Foto: Wolfgang Jany

Die letzte Etappe über 48 Kilometer von Klein Kühren bis Geesthacht auf fast stehendem Gewässer verlangte bei Temperaturen von offiziell 34 Grad im Schatten bzw. 38 Grad bei praller Sonne auf dem Wasser von den Paddlern noch einmal alles ab. Schon bei den Etappen zuvor mussten die Teilnehmer der tropischen Hitze und oftmals auch Wind aus Nordwest trotzen. Hinzu kam ein rekordverdächtiger Niedrigwasser- stand der Elbe, der nicht nur die Unterstützung durch die Strömung stark schrumpfen ließ, sondern auch einige andere Schwierigkeiten mit sich brachte. So konnten die Paddler z. B. in Coswig (Anhalt) nicht wie gewohnt am Steg aussetzen, denn der reichte nicht bis ins fast leere Flussbett. Und bei der Ankunft in Magdeburg wurden die Elbe-Paddler einmal mehr zu Wanderern. Da in der Alten Elbe vor dem Bootshaus des KK Börde kein Wasser war, empfingen fleißige Helfer aus dem Verein die Teilnehmer an der Stromelbe oberhalb vom Abzweig zum Bootshaus mit zwei Bootshängern, mit deren Hilfe Boote und Gepäck zum Bootshaus gebracht wurden. Auch das Ausflugsprogramm litt unter der extremen Trockenheit. Beim Besuch des Dessau-Wörlitzer Gartenreiches konnten die Kanäle im Wörlitzer Park leider nur sehr eingeschränkt durch die traditionellen Gondeln befahren werden. Ansonsten brachten die Ruhetage in Meißen, Coswig, Magdeburg, Wittenberge, das Nachprogramm in Hamburg, aber auch der eine oder andere kurze Stopp unterwegs wieder viele interessante Eindrücke und Erlebnisse – von der Weinprobe in Meißen über einen Besuch im „Hexenmuseum“ von Klöden bis hin zum etwas anderen Sightseeing in der Hafen- metropole Hamburg. Doch nicht nur Hitze und Trockenheit prägte die Fahrt 2018, die Elbe-Fahrer erlebten auch das andere Extrem. So waren starker Regen und viel Gegenwind die Begleiter bei der Fahrt von Riesa nach Torgau und auch auf der Etappe von Havelberg nach Wittenberge wurden die meisten Teilnehmer so richtig pitschnass.

Doch ob es wie aus Eimern schüttete oder die Paddler bei brütender Sonne und mit den Kräften am Ende das jeweilige Etappenziel erreichten, überall wurden sie von zahlreichen Helfern aus den gastgebenden Vereinen auf das herzlichste empfangen und mit Speis und Trank umsorgt, so dass manch Elbe-Fahrer gar ins Schwärmen geriet und nicht zögerte, das Attribut „Gourmet“ zu bemühen. Eins steht jedenfalls fest, mit ihrer Unterstützung für die Elbe-Paddler, dem liebevollen kulinarischen Engagement und den vielfältigen kulturellen Angeboten haben die gastgebenden Vereine einmal mehr entscheidend zum Gelingen einer unvergesslichen Elbefahrt 2018 beigetragen, wofür ihnen der tiefe Dank von Organisationsleiter Harald Zeiler gewiß sein dürfte. Und dann gab es auch noch Neues: In Torgau übergab der Fahrtenleiter für das Gebiet Sachsen Wolfgang Jähne den Staffelstab an den neuen Fahrtenleiter für Sachsen-Anhalt Gerd Bode.

Viele Teilnehmer der 24. Internationalen Elbefahrt werden in diesen Tagen in aller Ruhe noch einmal auf die denkwürdigen Etappen der Fahrt 2018 zurückblicken und wer weiß, vielleicht werden einige von ihnen schon mal einen Gedanken an die 25. Jubiläumsfahrt im kommenden Jahr verschwenden.

Text: H.-P. Wagner

Ausführliche Infos über die 24. Fahrt gibt es hier

 

 

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