4. März 2016 | Kanu (Allg.)

Erft: Kanu-Verband NRW wehrt sich gegen Verlust eines wichtigen Reviers

Der Kanu-Verband Nordrhein-Westfalen (KV NRW) wehrt sich gegen den Verlust der Slalom-Trainingsstrecke und der Übungsstelle für Freestyler an der Erft.
Erft: Kanu-Verband NRW wehrt sich gegen Verlust eines wichtigen Reviers

Im Rahmen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) will der zuständige Erftverband das Niveau der Erft deutlich anheben. Damit ist die zukünftige Nutzung der Slalomtrainingsstrecke an der Gnadentaler Römerbrücke und des Freestyle-Spots am Wiesenwehr nicht mehr möglich. Betroffen ist aber auch der Freizeitsport – bei den geplanten Umbaumaßnahmen sind keine Einrichtungen für Kanusportler vorgesehen.

Bei einem ersten Treffen betroffener Kanu-Vereine am 01. März in Neuss stellte Randolf Wojdowski, Geschäftsführer des KV NRW, die aktuellen Pläne des Erftverbandes vor. Er kritisierte, dass der Kanu-Verband erst durch die Veröffentlichungen in der Presse von den Plänen erfuhr: „In vielen Runden Tischen zum Thema Umsetzung der WRRL an der Erft ist der Eindruck erweckt worden, die Planungen berühren den Kanusport nicht. Nun steht in den öffentlichen Planungsunterlagen aber das genaue Gegenteil, ohne dass der Kanusport hierzu im Vorfeld eingebunden wurde", äußerte er zum Vorgehen der Planer. Auch Ulrich Clausing, Beauftragter für Gewässerschutz und Rechtsfragen im KV NRW, bemängelte die Pläne: „Nach einer ersten Durchsicht der Planungsunterlagen entsteht der Eindruck, dass der Umfang der kanusportlichen Nutzung völlig falsch eingeschätzt wurde und daraus unzutreffende Maßnahmen abgeleitet wurden!"

Nunmehr organisiert der KV NRW den Widerstand gegen die Pläne, wobei es ausdrücklich nicht Ziel ist, die Veränderungen an der Erft zu verhindern, sondern die Belange des Kanusports angemessen einzubringen. Unterstützung erhält der KV NRW auch durch Kreisdirektor Dirk Brügge, der sich optimistisch äußerte, in weiteren Gesprächen zusammen mit dem Erftverband eine Lösung zu finden. Noch bis zum 31.03.2016 können der KV NRW und weitere betroffene Kanu-Vereine oder Kanusportler eine Stellungnahme abgeben. Die beim Treffen in Neuss teilnehmenden Vereinsvertreter werden dafür ihre Nutzungszahlen an die Geschäftsstelle des KV NRW senden. Dieser wird eine Stellungnahme erarbeiten, die dann auch den Vereinen vor Ort als Grundlage eigener Stellungnahmen zur Verfügung gestellt wird. Daneben werden bereits jetzt Gespräche geführt, um einvernehmlich Lösungen zu finden: Der erste Termin mit dem Sportamt Neuss und dem Erftverband ist schon in der kommenden Woche geplant.

Quelle und Foto: www.kanu-nrw.de

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