18. Februar 2018 | Kanu (Allg.)

Wintercup: Kanu-Armada riss den Fühlinger See aus dem Winterschlaf

Rund einhundert Kanuten in unterschiedlichen Bootsklassen von den Schülern B bis hin zu den Master-Klassen sorgten zum Abschluss der Wintercup-Serie 2017/2018 am gestrigen Samstag für reichlich Action auf dem Fühlinger See in Köln. Mit von der Partie waren einmal mehr auch eine Reihe international erfolgreicher Top-Athleten.
Wintercup: Kanu-Armada riss den Fühlinger See aus dem Winterschlaf
Kanuten mit "Action" auf der Kölner Regattabahn

Allen voran ließ es sich der K4-Olympiasieger von Rio Max Hoff nicht nehmen, beim Cup-Finale in Köln seine Visitenkarte abzugeben. Der 35-Jährige, der beruflich bedingt nicht mit seinen Nationalteam-Kollegen zum Warmwas- serlehrgang nach Florida gereist war und für den ausrichtenden Verein Blau-Weiss Köln an den Start ging, entschied das Rennen der Herren souverän vor dem Wintercup-Gesamtsieger Marcel Paufler und Klaus Gieres (beide KRG Bremen) für sich und hatte sichtlich Spaß dabei: „Marcel ist zu Beginn ziemlich schnell losgefahren, so konnten wir uns schon auf der ersten Runde vom übrigen Feld absetzen. Ich habe dann an der zweiten Wende oben mal zwei-, dreihundert Meter auf die Tube gedrückt und konnte mich von ihm lösen. Das dann nach Hause zu fahren war kein Problem“, meinte er zu seinem Rennen und fügte hinzu: „Wenn ich schon zu Hause in Köln bin, dann kann ich hier auch mitpaddeln. Das ist tausendmal besser als allein zu trainieren.“ Da der Kölner jedoch die vorange- gangenen Rennen nicht mitgepaddelt war, kam er für die Gesamtwertung nicht in Frage, die entschied der Zweitplatzierte Marcel Paufler mit 595 Punkten vor den beiden Kölnern Andreas Heilinger (581 Punkte) und Markus Gickler (566 Punkte) für sich. „Auch wenn ich das Rennen heute gegen Max verloren habe, bin ich mit dem Wintercup-Gesamtsieg natürlich absolut zufrieden“, meinte der Bremer und zeigte sich happy, „dass unsereins bei solchen Veranstaltungen wie dem Wintercup die Möglichkeit hat, gegen solche Top-Athleten starten zu dürfen. Ich betrachte dies als Ehre für mich, sagte der 23-jährige Siebtplazierte der U23-WM im Kanu-Marathon vom vergangenen Jahr in Südafrika. Er fand zudem „total Klasse, wie beim Wintercup und nun mit dem Finale in Köln „mit viel Aufwand eine absolut würdige Veranstaltung auf die Beine gestellt worden ist, die gerade in den Wintermonaten den Kanusport nicht im Wald versteckt, sondern mit beeindruckenden Starterfeldern für willkommene Abwechslung sorgt.“

Mit international erfahrener Konkurrenz wartete auch die Wertung der Damen auf. So hatte die Silbermedaillengwinnerin im Classic-Rennen der Wildwasser-Europameisterschaft von Skopje im letzten Jahr Eef Haaze vom Eindhovener Kanuverein Beatrix beim Finale in Köln „definitiv Spaß“, auch wenn sie im Rennen ihrer niederländischen Landsfrau und Wintercup-Gesamtsiegerin Hedy Pol vom TWV Hengelo den Vortritt lassen musste. „Nach einem etwas chaotischen Start konnte ich eine ganz Reihe Konkurrentinnen wieder einholen. Das Gute bei so einem Massenstart ist, man findet unterwegs immer Leute, mit denen man mitpaddeln kann“, sagte die seit 2002 bei internationalen Wettkämpfen im Kanu-Rennsport und im Wildwasserrennsport vertretene Eef Haaze. Hinter Gesamtsiegerin Hedy Pol (519 Punkte) und Eef Haaze (494 Punkte) belegte sowohl beim Abschlussrennen in Köln als auch in der Gesamtwertung die zweifache Welt- und fünffache Europameisterin im Wildwasserrennsport Sabine Füßer (Kanu Schwaben Augsburg) jeweils Rang drei.

Spannung und Dramatik bei den SUP-Teilnehmern

Spannend bis zum letzten Meter gestaltete sich das Wintercup-Finale der SUP-Teilnehmer. Der für die Kanu Schwaben Augsburg startende frühere Kölner Wildwasser-Welt- und Europameister Normen Weber lieferte sich während der zwei Runden einen heißen Fight mit dem Niederländer Joep van Bakel, der letztendlich durch eine Irritation bei der Zielanfahrt und ein damit einhergehendes unfreiwilliges Bad des Niederländers im Fühlinger See zu Gunsten von Normen Weber entschieden wurde. Auf Platz drei kam der in der Gesamtwertung des Wintercups führende Ole Schwarz (Blau Weiß Bonn), der damit knapp mit 291 Punkten des Gesamtsieg vor van Bakel (290 Punkte) und Weber (286 Punkte) rettete. Final-Sieger Normen Weber sagte im Anschluss: „Ich habe zuletzt bedingt durch meine Bundeswehr-Laufbahn nicht so viel trainiert und komme nun erst wieder langsam in Form. Für mich bleibt Ole im SUP jedoch das Maß aller Dinge, er hatte heute keinen guten Tag und so konnte ich das Finale gewinnen.“ Mit Blick auf die Entwicklung des SUP-Sports fügte er hinzu: „Im SUP-Bereich ist das Niveau mittlerweile beachtlich hoch, höher sogar als im Wildwasserrennsport. Das hat auch mit einer höheren Attraktivität dieses Sports zu tun. SUP-Wettbewerbe lassen sich in der Öffentlichkeit gut verkaufen, dadurch finden sich wiederum auch leichter Sponsoren. Mich reizt beim SUP zudem der Kampf Mann gegen Mann, da kann ich auch meine Taktik ausspielen“, so der zu den besten SUP-Paddlern Deutschlands zählende Sportsoldat.

Im SUP-Finale der Damen sicherte sich Viola Hartrott (Köln) den Sieg vor Tina Funke (Neuss) und Babette Schuur (Duisburg), die Gesamtwertung entschied Tina Funke (236 Punkte) vor Babette Schuur (222 Punkte) und der Oldenburgerin Alexandra Mann (218 Punkte) für sich.

Stimmiges Konzept“ hat sich in Köln bewährt

Nicht nur die Aktiven zeigten sich beim Finale in Köln angetan von einer bestens organisierten Veranstaltung bei guten äußeren Bedingungen, auch Wintercup-Koordinator und Orgaleiter in Köln Stephan Stiefenhöfer zeigte sich erfreut, dass die Erwartungen von ihm und dem ausrich- tenden Verein Blau-Weiss Köln aufgegangen seien. „Unser Verein war ja erstmals Ausrichter einer Wintercup-Veranstaltung hier auf der Regattabahn in Köln-Fühlingen und das hat sich auch Dank der Unterstützung der Kollegen des Sportamtes Köln, der Sponsoren sowie der vielen freiwilligen Helfer als eine gute Entscheidung erwiesen“, unterstrich Stephan Stiefenhöfer und hob als wichtige Faktoren für das „stimmige Konzept“ des Wintercups hervor: „Der Wintercup ist der einzige Wettkampf, der zum einen verschiedene Sparten des Kanusports zusammenbringt – vom Rennkajak über Wildwasserboote, Touren- und Seekajaks bis hin zu Surfski und SUP-Boards ist alles vertreten – und wo man sich zum anderen mit Stars der Szene messen kann.“ Dies mache neben attraktiven Preisgeldern und Sachpreisen für die besten Athleten wohl den besonderen Reiz dieser Veranstsaltung im ansonsten an Kanuereignissen armen Winter aus.

Text: H.-P. Wagner

Komplette Ergebnisse Finale Köln und Gesamtstand hier

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