7. September 2017 | Parakanu

Va´a endlich paralympisch!

Große Freude bei den Parakanuten - Drei neue Disziplinen werden in das paralympische Programm aufgenommen.
Va´a endlich paralympisch!
Ivo Kilian / Bild: Ute Freise

Die gute Nachricht kam gleich zu Beginn der Sitzung des IPC Governing Board bei seiner Sitzung in Abu Dhabi. Die genauen Zahlen für die Sportarten, Disziplinen und Zahl der Teilnehmer für die Paralympischen Spiele in Tokyo wurden veröffentlicht. Parakanu erhält 30 weitere Startplätze für drei Va´a Rennen. Parakanu erhält damit das größte Kontingent an neuen Startplätzen, 30 von 50.

Parakanu hatte 2016 in Rio einen tollen Einstand mit sechs Kajak-Rennen in drei Startklassen. Die deutschen Parakanuten schnitten bei der ersten Teilnahme sehr erfolgreich ab. Tom Kierey vom KC Borussia Berlin und Edina Müller vom Hamburger KC erreichten jeweils die Silbermedaille in ihren Startklassen. Der Bundestrainer der Parakanuten Arne Bandholz sieht deshalb der Aufstockung der Rennen um zwei für die Männer und einem für die Frauen sehr positiv entgegen und sagte: „Ich finde es sehr gut für unseren Sport. Besonders weil wir schon drei sehr starke Va´a Fahrer in der Mannschaft haben. Ich hätte mir natürlich auch eine zweite Startklasse für die Frauen gewünscht, aber generell bin ich sehr zufrieden. Ich bin zuversichtlich, dass wir auch im Bereich Va´a in Tokio um die Medaillen kämpfen werden.“

Deutschlands erster Weltmeister im Parakanu, Gerhard Bowitzki vom PCK Wassersport Schwedt, paddelte 2012 in einem Va´a zur Goldmedaille. Zur Aufnahme des Va´a ins paralympische Programm sagte er: „Nun ist Parakanu endlich auch komplett paralympisch! Das wird sicher eine große Motivation für alle Va´a Sportler sein! Gerade für mich ist das eine Genugtuung, denn ohne diese Aufwertung, wird diese Disziplin kaum weiter zu entwickeln sein.“

Als nicht-paralympische Disziplin wurde der Va´a, als "Canadier der Parakanuten", nicht vom DBS oder Mittel des BMI gefördert. Allein die Sportler, Vereine und der Deutsche Kanu-Verband trugen in den letzten Jahren die Kosten für internationale Starts und Lehrgänge. Da in vielen Ländern weltweit ähnliche Regelungen gelten, stieg die Zahl der Teilnehmer an Weltmeisterschaften nicht so, wie vom Kanuweltverband ICF erhofft. Dies führte auch dazu, dass nur eine Startklasse bei den Frauen im Va´a dazu kam, obwohl zwei beantragt worden waren.

Va´a- Athleten werden in Tokyo in den Startklassen Vl3 und Vl2 der Männer, sowie Vl2 der Frauen an den Start gehen. Eine große Studie des Kanuweltverbands war auch mit großer Unterstützung durch den DKV und deutsche Parakanuten durchgeführt worden, um die Startklassen zu definieren. Dabei sind die Kriterien für die Startklassen noch nicht im Detail veröffentlicht, da hier noch die Zustimmung durch die IPC fehlt. Die Startklassen werden jedoch andere „Grenzwerte“ bezogen auf die Einschränkungen der Athleten haben, und besonders Sportler mit größeren Einschränkungen berücksichtigen. Deswegen sagte die Athletensprecherin der IPC, Chelsey Gotell: „Ich bin sehr zufrieden, dass mehr Sportler mit großen Einschränkungen dabei sein werden. Dies ist ein großer Schritt in die richtige Richtung. Die Internationalen Fachverbände und die IPC gehen in die richtige Richtung.“

Von: Christel Schlisio

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