Grünkohlfahrt

Unterwegs an der deutsch-luxemburgischen Grenze
Auf Sauer und Mosel dem Grünkohl entgegen
© Jutta Liehr, TKF

Die in diesem Jahr zum 14. Mal stattfindende Grünkohlfahrt der Trierer Kanufahrer kann wegen ihrer Kombination aus kleiner, aber feiner Paddeltour und abschließendem „kulinarischem“ Highlight wohl als ein Geheimtipp bezeichnet werden. Die insgesamt 28 Kilometer lange Fahrt startet am 12. März 2016 um 10 Uhr in Rosport in Luxemburg, führt sodann auf der Sauer über Hinkel (L), Born (L), Metzdorf (D), vorbei an der verfallenen Mühle von Moersdorf (L), weiter über Mesenich (D) und Langsur (D) bis zur Mündung in die Mosel bei Wasserbillig und schließlich weiter auf der Mosel bis nach Trier. Interessant dabei ist, dass die 13 Kilometer auf der Sauer sowohl im Großherzogtum Luxemburg als auch in der Bundesrepublik Deutschland gepaddelt werden, denn der Fluss gehört hier in seiner gesamten Breite zum Hoheitsgebiet beider Staaten. Große paddeltechnische Schwierigkeiten hält die Sauer auf diesem Abschnitt kaum bereit, ruhige Passagen wechseln sich mit einigen kleinen Schwällen ab und einige kleine Wehre können problemlos befahren werden. Teilnehmer der Fahrt berichten über Beobachtungen von Bachstelzen, Enten, Kormoranen und Reihern.

Kurz hinter der Mündung der Sauer in die Mosel bietet eine Rast an der Natorampe in Nähe der Überreste der gegen Ende des Zweiten Weltkrieges zerstörten Hindenburg-Brücke Gelegenheit zum Kräfte sammeln, denn nun wird die Tour noch einmal sportlich. Der Rückstau der Mosel macht sich bemerkbar und erfordert auf den nächsten knapp zehn Kilometern deutlich mehr Armarbeit. Die Paddler passieren die rechtsseitig auftauchende Mündung der Saar in die Mosel und linksseitig das frühklassizistische Schloss Trier-Monaise, bis zwei Kilometer weiter schließlich die Staustufe Trier erreicht ist. Leider ist die Sportbootschleuse in den letzten Jahren oft außer Betrieb gewesen, so dass sich das Umtragen nicht vermeiden ließ.

Auf den letzten Kilometern grüßt zunächst der Heilige Nikolaus, Schutzpatron der Schiffsleute, von der Trierer Römerbrücke, der ältesten Steinbrücke nördlich der Alpen. Dann folgt noch die Kaiser-Wilhelm-Brücke samt der vor dem rechten Ufer liegenden Pferdeinsel und der Pferdemosel, deren Namen auf jene frühen Zeiten zurückgehen, als Treidelknechte und Pferde mit Hilfe von Seilen die stromaufwärts fahrenden Schiffe ziehen mussten, was übrigens auch schon zu Zeiten der Römer üblich war.

Bei der Ankunft am Bootshaus der Trierer Kanufahrer wartet auf die im Durchschnitt 40-50 hungrigen Teilnehmer nach vier- bis fünfstündiger Fahrt schon Kaffee und Kuchen, sozusagen als kleiner Vorgeschmack auf das eigentliche Kultgericht – den legendären Grünkohl. Mit ihm und einem gemütlichen Beisammensein klingt die Grünkohlfahrt schließlich am Abend aus.

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