45. Internationale Saar-Grenzlandrallye

Paddeln auf der deutsch-luxemburgischen Grenze
Die Internationale Saar-Grenzlandrallye zählt zu den traditionsreichsten Wanderfahrten in Deutschland und erfreut sich nicht nur bei den Kanuten aus dem Saarland nach wie vor großer Beliebtheit. In diesem Jahr erlebt die Rallye – organisiert vom Canoe Club Grevenmacher – am 24. April ihre 45. Auflage. Gepaddelt wird diesmal auf der Sauer von Rosport in Luxemburg bis Wasserliesch an der Mosel über insgesamt 21 Kilometer. Nach dem Start unterhalb der Staustufe in Rosport führt die Rallye über Hinkel (L), Born (L), Metzdorf (D), vorbei an der verfallenen Mühle von Moersdorf (L), weiter über Mesenich (D) und Langsur (D) bis zur Mündung der Sauer in die Mosel bei Wasserbillig und schließlich noch rund drei Kilometer weiter auf der Mosel bis nach Wasserliesch. Interessant dabei ist, dass die Kilometer auf der Sauer sowohl im Großherzogtum Luxemburg als auch in der Bundesrepublik Deutschland gepaddelt werden, denn der Fluss gehört hier in seiner gesamten Breite zum Hoheitsgebiet beider Staaten. Große paddeltechnische Schwierigkeiten hält die Sauer auf diesem Abschnitt kaum bereit, ruhige Passagen wechseln sich mit einigen kleinen Schwällen ab und einige kleine Wehre können problemlos befahren werden. Mit etwas Glück lassen sich unterwegs Bachstelzen, Enten, Kormorane und Reiher beobachten.
Impression von der Int. Saar-Grenzlandrallye 2015, © SKB

Auch der Zielort Wasserliesch hat einiges zu bieten. Das "Tor zur Obermosel" – wie sich Wasserliesch nennt – liegt landschaftlich reizvoll am rechten Moselufer an der Flanke des 350 m hohen Liescher Berges. Die Gemeinde feierte zwar 1975 ihr tausendjähriges Bestehen, doch wie die meisten Moselorte hat auch Wasserliesch mindestens seit römischer Zeit existiert, worauf zahlreiche archäologische Funde schließen lassen. Sehenswert sind in dem zur Verbandsgemeinde Konz gehörenden Ort die Katholische Pfarrkirche St. Aper mit einem neobarocken Glockenturm, ein liebevoll restauriertes und preisgekröntes Bauernhaus aus der Rokokozeit, der Marktplatz mit Brunnen und dem Startpunkt des Kultur- und des Orchideenweges - zwei sechs Kilometer langen reizvollen Wanderwegen rund um den Liescher Berg -, ferner Reste einer römischen Wasserleitung und einer ehemaligen römischen Villa sowie die Bronzeskulpturen des Fährmanns und des Schellenmanns. Letzterer verkündete als Ausrufer während eines Rundganges durch den Ort noch bis 1967 amtliche Bekanntmachungen und aktuelle Ereignisse. Interessant ist auch ein historisches Ereignis in der Umgebung von Wasserliesch: Im Jahre 1675 besiegten der habsburgische Kaiser Leopold I. und seine Verbündeten in einer Schlacht auf der Ebene zwischen dem Liescher Berg und der Saar die Truppen des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV. Diese „Schlacht an der Konzer Brücke“ entschied damals den „Holländischen Krieg“. Ein Denkmal auf der Anhöhe zwischen Wasserliesch und Konz erinnert an General de Grana, der damals die kaiserlichen Truppen kommandierte. Von der Höhe bietet sich auch ein reizvoller Ausblick auf das Moseltal mit den gegenüberliegenden Sandsteinfelsen.

 

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