Internationale Saar-Grenzlandrallye

Unterwegs an der deutsch-französischen Grenze

Paddeln auf den Spuren der Kelten und Römer

Einstieg in die spritzig dahinfließende Blies

Die Internationale Saar-Grenzlandrallye zählt zu den traditionsreichsten Wanderfahrten in Deutschland und erfreut sich nicht nur bei den Kanuten aus dem Saarland nach wie vor großer Beliebtheit. In diesem Jahr erlebt die Rallye – ausgerichtet vom Kanu Club Völklingen –  ihre 46. Auflage. Sie führt am 7. Mai 2017 ins südöstliche Saarland, in die Region des UNESCO-Biosphärenreservats Bliesgau. Gepaddelt wird auf der Blies über rund 13 Kilometer entlang der deutsch-französischen Grenze von Reinheim nach Blies-Schweyen.

Die Paddler begeben sich dabei auf historischen „Boden“: Eingebettet in das idyllische Tal der Blies bietet der Europäische Kulturpark Bliesbruck-Reinheim unmittelbar auf der deutsch-französischen Grenze Gelegenheit, in die Regionalgeschichte sowie zugleich in die Vergangenheit Europas einzutauchen. Aufsehen erregende archäologische Funde haben die Orte Reinheim und Bliesbruck überregional bekannt gemacht. So führt die Tour am deutsch-französischen Archäologiepark vorbei, wo das begehbare Grab der Keltenfürstin von Reinheim sowie die Reste einer römischen Villa besichtigt werden können – ein kleiner Tipp vielleicht für ein Vor- oder Nachprogramm zur Grenzlandrallye. Auf französischer Seite verdeutlicht eine freigelegte und mit moderner Architektur rekonstruierte Thermenanlage den Luxus des römischen Alltagslebens. Die Besucher erfahren im Archäologiepark in der Tat „Geschichte zum Anfassen“, denn Dank der noch immer fortschreitenden Ausgrabungen können sie die Archäologen bei ihrer Arbeit beobachten und sogar selbst mit „graben“.

Rastplatz am Wehr Habkirchen

Inmitten dieser geschichtsträchtigen Region paddeln die Teilnehmer an der Saar-Grenzlandrallye zunächst rund acht Kilometer bis nach Habkirchen. Dabei führt die Tour auch einige Kilometer über französisches Territorium, so dass die in Frankreich vorgeschriebene Schwimmwestenpflicht zu beachten ist. In Habkirchen wird eine Pause eingelegt, in der das örtliche Zollmuseum besichtigt werden kann. Neben Gegenständen aus dem Berufsalltag der Zöllner und allerlei beschlagnahmten Schmuggelwaren befindet sich u. a. auch eine Kopie des Passes von Karl Marx mit dem Einreisestempel „Königlich bayrisches Nebenzollamt 1. Klasse Habkirchen“ unter den Ausstellungsstücken.

Anschließend geht die Fahrt weiter über zwei fahrbare bzw. umtragbare Wehre in Frauenberg und Bliesmengen-Bolchen, bis nach etwa fünfeinhalb Kilometern Blies-Scheyen erreicht ist, wo die Tour endet. Zum Ausklang bietet der Kanu Club im Bootshaus in Völklingen dann noch einen gemütlichen Imbiss für die Teilnehmer an.

Die Ausschreibung zur Fahrt ist hier zu finden.

(Fotos: Andrea Theis)

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