Aller-Hochwasser-Rallye

Bootsvielfalt auf Ausdauer-Tour
© Mario Rehse, groenlandpaddel.wordpress.com
Bei der Aller-Hochwasser-Rallye ist zwar das Hochwasser oftmals ausgeblieben, doch auch so hält die beliebte Tour durch idyllisches, von Wiesen, Weiden, Wäldern und Bauernhöfen geprägtes flaches Land genug Herausforderungen bereit. So hatten die stets etwa 500 Teilnehmer in der Vergangenheit schon mit Hagel, Schnee und Eis zu kämpfen und auch der ab und an vorkommende stramme Wind verlangt den Paddlern vor allem auf der 112 Kilometer langen Goldstrecke von Celle nach Verden allerhand ab. Wem diese Strecke jedoch zu lang ist, der kann auch die Silberdistanz ab Hodenhangen (55 Kilometer) oder die Bronzestrecke von Rethem bis Verden (31 Kilometer) in Angriff nehmen.
© Mario Rehse, groenlandpaddel.wordpress.com

Doch nicht nur wegen ihrer sportlichen und wetterbedingten Herausforderungen ist die Aller-Hochwasser-Rallye etwas Besonderes im Jahreskalender der Wanderpaddler. Sie vereint Teilnehmer aus nahezu allen Bundesländern sowie auch aus dem Ausland, zuletzt waren Sportler aus 72 Vereinen vertreten. Und es gehen auch nicht nur Einer- und Zweier-Kajaks und -Canadier auf die Strecke, sondern ebenso Mannschaftscanadier, im letzten Jahr nach längerer Pause auch wieder Ruderboote und seit zwei Jahren auf der Bronzedistanz sogar Drachenboot-Teams. Alles, was mit Muskelkraft betrieben wird, ist zugelassen und man darf gespannt sein, ob bei der 37. Rallye am 19. März 2016 zwei Jungs ihre im Vorjahr geäußerte Idee wahr machen und im Tretboot an den Start gehen. Einmalig ist wohl auch das Altersspektrum: 2015 war der älteste Teilnehmer 86 Jahre und der Jüngste gerade mal acht.

Die legendäre Fahrt zeichnet sich noch durch eine weitere Besonderheit aus. Am Ziel wird jedes Boot traditionell mit einem Glockenläuten begrüßt und die Insassen erhalten als Lohn für ihre stundenlangen Paddelmühen ein Schnäppschen bzw. wahlweise auch eine Süßigkeit.

Für die Paddler auf der Goldstrecke beginnt die Tour bereits in aller Frühe noch vor sechs Uhr und je nach Wasserstand müssen auf dem ersten Teilstück auch vier Portagen bewältigt werden. Ganz gleich von welchem Startpunkt aus – auf dem Weg nach Verden steht bei den meisten wohl der sportliche Aspekt im Vordergrund. Viel Zeit, die stille Natur des bezaubernden Allertals zu genießen, bleibt den Paddlern dabei kaum. Wer sie sich jedoch trotzdem nimmt, der kann aus der Vogelwelt nicht nur Stammgäste wie Kormorane, Nilgänse, Graureiher, Haubentaucher, Bussarde, Milane und Falken beobachten, sondern bekommt vielleicht gar um diese Zeit meist durchziehende und rastende Zugvögel wie Kraniche, Graugänse, Kanadagänse, Silberreiher, Singschwäne oder Kiebitze zu Gesicht.

Weitere Infos: http://www.ahwr.wsv-verden.de/

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