Naturbewußt paddeln

Kanusport ist Natursport – kaum eine andere Sportart bietet die Möglichkeit, so vielfältige und unmittelbare Eindrücke in der Natur zu gewinnen. Kanusport muss aber natur- und landschaftsverträglich ausgeübt werden, damit auch zukünftige Generationen die Möglichkeit zum Naturerlebnis haben.

Der Deutsche Kanu-Verband (DKV) setzt sich in seiner Satzung und Praxis für den natur und landschaftsverträglichen Kanusport ein. Im Rahmen seiner Aus- und Fortbildungsprogramme ist Umweltbildung ein wichtiger Aspekt. Insbesondere Fachübungsleiter/-innen und Fahrtenleiter/-innen werden angehalten, die entsprechenden Verhaltsempfehlungen an Sportlerinnen und Sportler weiterzugeben und auf deren Einhaltung zu achten.

Der Beirat für Umwelt und Sport beim Bundesumweltministerium hat im Jahr 2001 den Begriff der natur- und landschaftsverträglichen sportlichen Betätigung in der freien Natur definiert. Auf der Basis dieser Definition hat das Kuratorium Sport und Natur, dem der DKV angehört, Grundlinien einer natur- und landschaftsverträglichen Sportausübung entwickelt.

Die nachfolgenden kanuspezifischen Grundlinien sind aus diesen Grundlinien abgeleitet!


Die Ausübung des Kanusports gilt als natur- und landschaftsverträglich, wenn Kanusportlerinnen und Kanusportler...

  • sich rechtzeitig vor der Kanutour über die vorhandenen gesetzlichen Vorschriften und freiwilligen Vereinbarungen zum Schutz von Flora und Fauna informieren und diese beachten. Viele der gesetzlichen Regelungen wurden in Zusammenarbeit mit den Vertretern des Kanu-Verbandes und der Naturschutzverbände einvernehmlich aufgestellt. Ein vollständiges Verzeichnis der geltenden Bestimmungen für deutsche und europäische Gewässer findet sich im Internet unter www.kanu.de oder im jährlich neu erscheinenden DKV-Sportprogramm;
  • die Vielfalt, Eigenart und Schönheit von Natur und Landschaft schätzen und achten, um gerade auch den Erlebnis- und Erholungswert in ihrem
    eigenen Interesse nicht zu schmälern;
  • sich leise und rücksichtsvoll in der Natur verhalten und ausreichenden
    Abstand zu Wasserpflanzen, Ufervegetation sowie Tieren auf und am
    Wasser halten;
  • sich rechtzeitig über vor Ort vorkommende Tiere und Pflanzen informieren
    und ihr gesamtes Fahrverhalten so gestalten, dass diese nicht erheblich
    gestört oder dauerhaft geschädigt werden;
  • möglichst umweltschonend anreisen (insbesondere durch Bildung von
    Fahrgemeinschaften oder Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel) und ausschließlich vorhandene Infrastrukturen (z.B. Ein- und Ausstiegsstellen, Lagerplätze, Zuwegungen und Parkplätze) in Anspruch nehmen, statt unberührte Natur zu nutzen;
  • für die Übernachtung lokale Zeltplätze oder Gasthöfe aufsuchen und die Verpflegung vor Ort einkaufen. So profitiert auch die lokale Bevölkerung vom Kanusport und der persönliche Kontakt kann das Verhältnis zu Kanufahrern verbessern;
  • Befahrungen nur bei ausreichendem Wasserstand vornehmen. Eine
    Übersicht der Pegelinformationen zahlreicher deutscher und europäischer
    Gewässer findet sich im Internet unter www.kanu.de oder im jährlich neu
    erscheinenden DKV-Sportprogramm;
  • auf die Befahrung erkennbar übernutzter Gewässer verzichten und im
    Zweifel auf einzelne Kanutouren verzichten. Es ist selbstverständlich, dass
    Kleinflüsse nur in kleinen Gruppen und mit kleinen Booten befahren
    werden;
  • weder Abfälle hinterlassen noch naturschädigende Materialien in der Natur
    verwenden;
  • auf Umweltverschmutzungen (insbesondere stinkende
    Schmutzwassereinleitungen, Ölfilme oder wilde Müllkippen) in der Nähe
    von Gewässern achten und diese den lokalen Umweltbehörden oder dem
    DKV melden;

auch andere Kanufahrer auf die Einhaltung dieser Grundlinien aufmerksam machen!
Weitere ausführliche Informationen über natur- und landschaftsverträglichen
Kanusport erhalten Sie über den Deutschen Kanu-Verband.

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