Kanu-Marathon

Das ist der Ausdauersport in Vollendung. Marathonrennsport ist der Kampf: Mensch, Boot und Paddel gegen die Zeit - eine lange Zeit.

Kurzfristig alle Leistungsreserven über 200 oder 500 Meter zu aktivieren ist eine Sache, sich seine Kraftreserven aber intelligent haushaltend über 10, 16, 26 oder 32 Kilometer so einzuteilen, dass der Kopf auch noch in der Lage ist, sich über die Meisterung der körperlichen Strapazen hinaus Gedanken über das notwendige taktische Spiel mit dem Gegner zu machen, eine ganz andere.

Persönliche Vorplanung durch intensive Kenntnis der gegnerischen Schwächen und Stärken sowie der Strecke sind hierbei besonders hilfreich. Gerade auf den Langstrecken werden viele Rennen eben auch nicht zuletzt im Kopf entschieden.

Der Marathonrennsport beschränkt sich eben nicht darauf, möglichst schnell eine Strecke zwischen Punkt A und Punkt B zurückzulegen.

Beim Mythos Marathon geht es darum „ je länger je lieber“. Durch veränderte Wassertiefen, unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten, Strömungsverhältnisse, Untiefen und viele andere Einflüsse ist selbst die gleiche Strecke nicht wie im Jahr zuvor.

Zusätzlich sind noch weitere Hindernisse zu überwinden. Umtragestellen, so genannte Portagen, müssen auf dem Landweg bewältigt werden und bieten auch den immer zahlreicher werdenden Zuschauern besondere Reize.

An diesen Laufstrecken, die zwischen Ausstiegs- und Einstiegsstelle etwa Hundert Meter lang sind und über das Ufer hinauf auf die Emswiesen und wieder zurück zum Wasser führen, haben sich vor den Augen der gespannten Zuschauer schon einige Rennen entschieden.

Ist doch schon manch hoffnungsvoll in Führung liegendes Boot rettungslos zurückgefallen, weil dem Sportler das Paddel aus dem getragenen Boot fiel, der Wiedereinstieg nicht auf Anhieb klappte, Muskelverspannungen durch falsche Trageweise des Bootes die Wiederaufnahme eines kraftvollen Paddelschlages verhinderten, ein Steuer bei der Berührung mit einer Stegkante brach oder die Getränkereserve nicht ergänzt werden konnte.

Auf den letzten Kilometern weicht dann die „le länger je lieber “- Überzeugung aber eher in einem „am liebsten nie wieder“ – Gefühl. Hier, das Ziel vor Augen und den Gegner im Nacken, die restlichen Leistungsreserven für den letzten „Biss“ zu aktivieren, ist ein besonderes Merkmal aller Kanumarathonrennsportler.

Die wichtigsten nationalen Wettkämpfe im Kanu-Marathonrennsport sind die Deutschen Meisterschaften in den sechs Weltmeisterschafts- Disziplinen. Seit 1993 werden die DM- Titel auch in der Juniorenklasse vergeben. Sie werden jährlich wechselnd an verschiedene Landes-Kanu-Verbände vergeben und finden dort an namhaften Regattaorten statt.

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