Allgemeines

Der Kanuslalom ist ein Wettkampf, bei dem eine durch Tore vorgeschriebene Strecke auf bewegtem, schnellfließendem Wasser in kürzester Zeit möglichst fehlerfrei zu befahren ist.

Wettkampfstrecke

Von der Start- bis zur Ziellinie darf der Wettkampfparcours bis zu 600 m lang sein. Die Strecke wird mit mindestens 18 und maximal 25 Toren ausgehängt, von denen mindestens sechs Aufwärtstore (Befahrung gegen die Flußrichtung) sein müssen. Die Tore bestehen aus zwei hängenden Stäben, welche für die Abwärtstore mit grün-weißen Ringen und für die Aufwärtstore mit rot-weißen Ringen markiert sind. Alle Tore müssen in numerischer Reihenfolge befahren werden. Sie können in jeglicher Art (vorwärts, rückwärts oder quer) von der korrekten Befahrungsseite her befahren werden.

Strafpunkte

Jede Torstabberührung oder sonstige Torfehler werden in Form von Strafpunkten geahndet, die zur Fahrzeit addiert werden.

  • 0 Strafpunkte

  • Fehlerfreie Befahrung in vorgeschriebener Fahrtrichtung.

  • 2 Strafpunkte

  • Befahrung eines Tores in vorgeschriebener Richtung mit Berührung eines oder beider Torstäbe.

  • 50 Strafpunkte

  • Befahrung eines Tores entgegen der vorgeschriebenen Richtung

  • Verlassen eines Tores entgegen der vorgeschriebenen Richtung, nachdem der Körper (Rumpf oder Kopf) des Wettkämpfers die Torlinie durchbrochen hat.

  • Berührung eines oder beider Torstäbe ohne nachfolgende Befahrung

  • Absichtliches Wegstoßen eines Stabes, um das Tor befahren zu können

  • Ausübung einer Eskimorolle im Tor, wenn das Boot kieloben mit dem unter Wasser befindlichen Wettkämpfer die Torlinie durchbricht.

  • bei jedem verfehlten Tor

Ergebnisberechnung

Es wird folgende Formel angewandt: Ergebnis = Fahrzeit (Sekunden) + Strafpunkte

Ein Beispiel:

Fahrzeit                                        145,35 Sek.
Strafsekunden              2 + 2 + 2  =           6    Sek.
-------------------------------------------------------------
Ergebnis                                        151,35 Sek.
 

Bootsklassen:

Grundsätzlich unterscheidet man im Kanu-Slalom zwischen dem Kajak und dem Canadier. Der Kajak (K1) wird sitzend mit einem Doppelpaddel fortbewegt und sowohl von männlichen als auch von weiblichen Sportlern gefahren. Der Canadier wird kniend mit einem Stechpaddel gefahren. Den Canadier gibt es als Canadier-Einer (C1) und Canadier-Zweier (C2) und wird ebenfalls von männlichen und weiblichen Sportlern gefahren. Die Boote werden ohne Steuerungseinrichtung gefahren. Richtungsänderungen werden ausschließlich mit dem Paddel vorgenommen. Die Boote sind gegen Wassereinbruch mit einer Spritzdecke verschlossen

In den einzelnen Bootsklassen gelten die folgenden Mindestmaße:

Kajak-Einer  Canadier-Einer      Canadier-Zweier
Länge   3,50 m      3,50 m          4,10 m
Breite   0,60 m      0,60 m          0,75 m
Gewicht  9,0 kg      8,0 kg         13,0 kg

Wettkämpfe

Kanuslalom bei Olympischen Spielen

Bei den Olympischen Spielen 1972 in München war Kanuslalom erstmals im Olympischen Programm. Für die Wettkämpfe 1972 wurde in Augsburg ein künstliches Kanuslalom-Stadion gebaut. Es dauerte bis 1992, bis die Slalomkanuten bei den Spielen in Barcelona zum zweiten Mal um Olympisches Edelmetall kämpfen konnten. 1996 wurden die Olympischen Kanuslalom-Wettbewerbe erstmals auf einer Naturstrecke, dem sehr schweren Ocoee River, ausgetragen. Für die Spiele 2000 in Sydney war Kanuslalom ursprünglich aus dem Programm gestrichen worden, wurde dann aber - nach zähen Verhandlungen und unter großem finanziellen Einsatz des Internationalen Kanu-Verbandes (International Canoe Federation, ICF) - wieder ins Programm genommen.. Auch 2004 in Athen waren die Slalomkanuten dabei.

Kanuslalom-Weltmeisterschaften

Weltmeisterschaften im Kanuslalom finden seit 1949 statt. Sie werden von der ICF veranstaltet und an einen nationalen Kanu-Verband vergeben. Die Titelkämpfe werden in Einzel- und Mannschaftswettkämpfen im Kajak-Einer (Damen und Herren), im Canadier-Einer und im Canadier-Zweier ausgetragen. Startberechtigt sind dabei pro Disziplin drei Boote. Die Einzelwettkämpfe sind, wie alle internationalen Meisterschaften und Weltcup-Rennen, in Qualifikation, Semifinale und Finale unterteilt. Im Finale kämpfen de besten 10 Boote um die Medaillen.

Kanuslalom-Europameisterschaften

Seit 1995 werden auch Europameisterschaften im Kanuslalom ausgetragen

Kanuslalom-Weltcup

Der Kanuslalom-Weltcup ist eine Wettkampfserie von fünf Wettkämpfen in mindestens zwei verschiedenen Kontinenten. Mittels eines Punktsystems werden hier in allen Disziplinen die Weltcup-Gewinner ermittelt, dabei zählen nur die besten zwei Rennen sowie das Finale. Ab 2005 werden für die Weltcup-Wertung die WM, die jeweiligen Kontinental-Meisterschaften und drei Weltcup-Rennen herangezogen.

Junioren-Weltmeisterschaften

Seit 1986 werden alle zwei Jahre Junioren-Weltmeisterschaften im Kanuslalom ausgetragen. Bei Junioren-Weltmeisterschaften sind in jeder Disziplin maximal drei Boote einer Nation startberechtigt

Deutsche Meisterschaften

Deutsche Meisterschaften werden in den folgenden Altersklassen bzw. Bootsklassen ausgetragen:

Weibliche Schüler A (13-14 Jahre)

K1

Männliche Schüler A

K1, C1, C2

Weibliche Jugend (15 - 16 Jahre)

K1, C1

Männliche Jugend

K1, C1, C2

Jugend

C2-mixed

Weibliche Junioren (17 - 18 Jahre)

K1, C1

Männliche Junioren

K1, C1, C2

Junioren

C2-mixed

Damen Leistungsklasse

K1, C1

Herren Leistungsklasse

K1, C1, C2

Damen und Herren

C2-mixed



Titel werden in den Einzel- und in den Mannschaftswettbewerben vergeben.

Für die Deutschen Miesterschaften muss man sich über regionale Meisterschaften qualifizieren. Analog zu den internationalen Meisterschaften sind auch die nationalen Titelkämpfe in Qualifikation und Finale unterteilt.

 

Deutschland-Cup und Nachwuchs-Cup

Zur Ermittlung der Leistungsspitze, zur Talentsicherung und zur Vor-Qualifikation der DKV-Nationalmannschaften werden Rennen zum Deutschland-Cup (Leistungsklasse) und Nachwuchs-Cup (Jugend/ Junioren). Mittels eines Punktsystems wird in dieser Wettkampfserie alljährlich der Gesamtsieger ermittelt.

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