Paracanoe - Kanu-Rennsport

Sobald mehrere Athleten zusammenkommen, die ihre Sportart engagiert betreiben, möchten sie herausfinden, wer denn der Beste ist. So ist auch der Kanu-Rennsport entstanden. Und dies erst einmal auf lokaler Ebene, oder innerhalb eines Bundeslandes. Bis zur ersten Weltmeisterschaft ist es dann ein längerer Weg.

Für den Paracanoe Rennsport in Deutschland gilt dies nicht. Hier kamen zuerst die Weltmeisterschaften, um darüber den Impuls in die Verbände und Vereine zu tragen. Im April 2010 wurde die Idee an der Sprint Kanu Weltmeisterschaft in Poznan mit einem Paracanoeing Team teilzunehmen aus der Taufe gehoben. Dies geschah auf einem Autobahnrastplatz an der A9 in einem Gespräch zwischen dem Präsidenten des DKV, Thomas Konietzko und dem Beauftragten für Kanusport mit und für Behinderte, Horst Schlisio. Bis zum Mai 2010 waren 4 Athleten gefunden, die sich dieser Herausforderung stellen wollten.

Henry Schröder und Ricco Ladewig aus Schwedt/Oder starteten als Anfänger, Michael Katzenmeier aus Stuttgart hatte schon einige Paddel-Erfahrung, während Gerhard Bowitzki bereits vor seinem Unfall Kanu-Rennsportler mit Leib und Seele war. Alle, Aktive, Trainer und Betreuer, betraten jedoch Neuland in der Ausrichtung auf Rennsport mit Menschen, die starke körperliche Einschränkungen aufweisen. Tatkräftige Unterstützung hatten sie dabei durch den Orthopädiemechaniker-Meister, Ingolf Hentsch aus Schwedt. Denn es stellte sich schnell heraus, dass neben Boot und Paddel auch spezielle Anfertigungen (Adaptionen) für Sitze notwendig wurden, die ganz individuell angepasst werden mussten. Nach Kenterungen, die natürlich auch vorkommen, hat sich ein Katamaran-Boot zur Rettung als beste Wahl erwiesen.

Die Weltmeisterschaft in Poznan im August wurde dann von allen hervorragend gemeistert, trotz aller Unsicherheiten und Aufregungen, die die Teilnahme begleiteten. Neben den hervorragenden Platzierungen von Henry Schröder und Michael Katzenmeier in den Finalläufen der Kajakfahrer wurde Gerhard Bowitzki Zweiter und damit Vizeweltmeister im Va´a. Die Rennen wurden über 200m ausgetragen, und 28 Länder schickten ihre besten Paracanoeing Sportler. In einigen Ländern ist Paracanoeing bereits seit vielen Jahren stark auf nationaler Ebene vertreten.

Diese Entwicklung erhoffen sich alle, die bereits engagiert im Paracanoe Bereich arbeiten. Zu der ersten nationalen Sichtung für die Weltmeisterschaft 2011 in Szeged kamen bereits weitere Athleten nach Halle, um sich der Herausforderung zu stellen. Die 1. Deutsche Meisterschaft im Paracanoeing in München, zusammen mit der Deutschen Kanu-Rennsport-Meisterschaft, wird dem Sport sicher verstärkte Aufmerksamkeit der Vereine einbringen.

Der DKV hat die Regelungen der ICF hinsichtlich der zu benutzenden Boote und der Einteilung der Schadensklassen übernommen. Die Übersetzung der Einzelheiten ist für interessierte Vereine und Athleten als Unterstützung gedacht.

Für weitere Fragen stehen die Behinderten-Beauftragten der Landesverbände und der Beauftragte für Kanusport für und mit Behinderten, Horst Schlisio, gerne zur Verfügung.

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