Aus- und Weiterbildung

Paddeln lernen und lehren

Kanusport hebt sich von vielen anderen Sportarten durch seine unglaubliche Vielfalt hervor. Traditionelles Kanu-Wandern, Wildwasserfahrten, Touren mit dem Seekajak oder mit dem SUP verlangen unterschiedliche Fähigkeiten von den jeweiligen Bootsinsassen, die erlernt, vertieft und wieder aufgefrischt werden müssen. Dies ist eine der klassischen Aufgaben, die von einem lebendigen Kanu-Verein dauerhaft umgesetzt werden müssen. Wir zeigen hier auf, welche Möglichkeiten es gibt:

Das Fachpersonal

„Wozu brauchen wir Ausbildung im Freizeitsport? Es gibt im Verein genug „alte Hasen“, die den Anfängern zeigen wie man paddelt!“
Diese Aussage ist nicht selten im Kanusport anzutreffen. Sie verkennt aber, dass die „alten Hasen“ nicht alles wissen (können) und vielleicht auch nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Technik sind. Deshalb sollte es in jedem Kanu-Verein genügend qualifizierte Mitarbeitende geben, die in der Lage sind, nicht nur Mitglieder sondern auch Gäste in den Kanusport einzuführen oder Interessierte zu spezialisieren. Im Bereich des Freizeitsports gibt es aktuell drei unterschiedliche Lizenzen:

DKV-Fahrtenleiter: Nach einer 30-stündigen Ausbildung (darin enthalten auch der Besuch eines DKV-Öko- oder Sicherheitskurses) ist er in der Lage, Vereinsfahrten zu organisieren und auch zu begleiten.

Trainer C Breitensport Kanu: Dies Ausbildung umfasst 120 Unterrichtseinheiten und befähigt, Kanu-Kurse zu leiten oder das regelmäßige Vereinstraining bzw. Vereinsfahrten zu leiten. Eine Differenzierung in die Bereiche Touring, Wildwasser oder Großgewässer/Küste ist möglich. Es handelt sich um eine DOSB-Lizenz, die den Verein berechtigt, für die geleisteten Stunden des Trainers C Zuschüsse beim jeweiligen LSB/LSV zu beantragen.

Trainer B Breitensport Kanu: Nach Absolvierung weiterer 60 Unterrichtseinheiten kann der Trainer C ein Trainer B werden. Die Aufgaben des Trainers B liegen mehr bei der Mitwirkung der Ausbildung im LKV, können aber gerade im Verein dazu genutzt werden, Spezialausbildungen (z.B. Wildwasserfahren in schwerem Wildwasser) durchzuführen.

Ausführliche Informationen zur Ausbildung im Freizeitsport finden Sie auf den Seiten der Bildung.

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Die „Lehrlinge“

Wiedereinstieg (Foto: G.Koch)

Im Kanu-Verein paddeln Anfänger und Fortgeschrittene oftmals bei Veranstaltungen nebeneinander. Deshalb ist es für einen Kanu-Verein scheinbar nicht einfach, die gesamte Bandbreite der Ausbildung für den einzelnen Kanuten abzudecken. Dabei ist es gar nicht schwer:

Anfängerkurse: Jeder Kanu-Verein sollte mindestens einmal im Jahr einen Anfängerkurs zum Einstieg in den Kanusport für jedermann anbieten. So kann der Verein für sich in den lokalen Medien werben und auch damit rechnen, dass Teilnehmer am Kurs Mitglied im Kanu-Verein werden. Eine erfahrener „DKV-Fahrtenleiter“ kann hier schon tätig werden. Wer unsicher ist, was man denn in einem Anfängerkurs vermitteln soll, kann sich an den Kriterien zum Erwerb des EPP-Deutschland orientieren. Einzelheiten dazu gibt es hier.
Übrigens: wenn Sie den Anfänger-Kurs direkt als EPP-Deutschland-Veranstaltung veröffentlichen, können Sie auch den EPP-Basisschein vergeben. Das motiviert Teilnehmer, am Fortgeschrittenenkurs teilzunehmen und so das Können zu vertiefen.

Fortgeschrittenenkurse: Auch wenn man vielleicht nach dem Anfängerkurs in der Lage ist, halbwegs von A nach B paddeln zu können, ist es jetzt Aufgabe der Vereine, weitere Kenntnisse zu vermitteln und das vorhandene Können zu vertiefen. Auch Anfängerkurse für Wildwasser oder Seekajak sind Fortgeschrittenenkurse und sprechen sicherlich viele Interessierte im und außerhalb des Vereins an. Auch hier empfiehlt der DKV die zu vermittelnden Inhalte mit Hilfe des EPP-Deutschland festzulegen.

Öko- und Sicherheitskurse: Kanusport ist Natursport und Kanusport erfordert Respekt vor dem Element Wasser. Deshalb sollte jeder Kanusportler sehr frühzeitig an die Anforderung zum natur- und landschaftsverträglichen Kanusport sowie an die erforderlichen Sicherheitsaspekte dieser Sportart herangeführt werden. Dazu wurden im DKV die DKV-Öko-Kurse und DKV-Sicherheits-Kurse entwickelt. Diese sind nicht nur für den Erwerb des DKV-Wanderfahrerabzeichens gedacht, sondern für jeden Kanuten. Alle Kanu-Vereine sollten daher entweder selbst diese Kurse anbieten oder solche Kurse zusammen mit benachbarten Kanu-Vereinen anbieten. Infos zu den Ökologie- und Sicherheitskursen gibt es hier.

 

Zum Schluss:

Nicht jeder Verein kann jedes Angebot selbst durchführen. Wenn Sie aber Ihre Kurse auch für Nichtmitglieder öffnen, kann eine Arbeitsteilung vorgenommen werden und jeder bietet das an, wo er wirklich stark ist. Schauen Sie sich also um, ob es andere Vereine gibt, mit denen Sie kooperieren können. Und nicht vergessen: offene Veranstaltungen rechtzeitig in die DKV-Termindatenbank eintragen. So erreichen Sie noch mehr interessierte Kanuten und werben für die Mitgliedschaft im Verein. Wenn Sie dann auch noch die übrigen Voraussetzungen erfüllen, können Sie die Auszeichnung als „Aktiver Kanu-Verein“ erlangen. Infos dazu gibt es hier.