Parakanu

Parakanu-News

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01.09.2018 | Parakanu
Top Leistungen der ParaKanuten
31.08.2018 | Bildung
Anmeldefrist verlängert - Am Wochenende des 27./28. Oktober 2018 führt der Deutsche Kanu-Verband erstmalig eine Fortbildung zum Thema „Inklusion – Kanusport mit Menschen mit ...
28.08.2018 | Parakanu
Licht und Schatten bei der Para Kanu-Weltmeisterschaft für das deutsche Team.
23.08.2018 | Kanu-Rennsport
Die Weltmeisterschaften in Portugal sind gestartet. Das Medien-Echo in der Vorberichterstattung gab einen hervorragenden Überblick über die Chancen und Aussichten der ...
23.08.2018 | Kanu-Rennsport
Am heutigen 2. Wettkampftag der Sprint- und Parakanu-WM in Montemor nahmen auch Rennkanuten den Wettkampf auf. Nach den heutigen Vorläufen sind alle DKV-Boote weiterhin im Rennen, ...
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Parakanu ist Paddeln für Athleten mit körperlichen Einschränkungen. Im Deutschen Kanuverband sind seit 2010 Parakanuten bei Wettkämpfen vertreten.

Auf internationaler Ebene wird der Sport von der Internationalen Canoe Federation (ICF) organisiert und durchgeführt.
Die zwei Bootsklassen sind Kajak (K), das mit einem Doppelpaddel vorwärts bewegt wird, und Outrigger Kanu, genannt Va´a (V), wobei dieses Boot einen zweiten „Pontoon“, genannt Ama, als Unterstützung besitzt. Dieses Boot wird mit einem Stechpaddel gefahren. Die International Va´a Federation arbeitet als Partner mit der ICF in diesem Projekt.

Die Paralympische Parakanu Klassifizierung der Behinderungen wurde im Februar 20115 neu geregelt. Das geschah als Ergebnis einer Studie über zwei ein halb Jahre durch die ICF.

Im Paralympischen Kajakwettbewerb (K1) gibt es für Männer und Frauen jeweils drei Startklassen.
-    Kl 1 (= Kajak Level 1): Athleten mit keiner oder einer sehr eingeschränkten Rumpffunktion und keiner Beinfunktion. Sie benötigen üblicherweise im Kajak einen speziellen Sitz mit einer hohen Rückenunterstützung.
-    Kl 2 (= Kajak Level 2): Athleten mit teilweiser Rumpf- und Beinfunktion, die aufrecht im Kajak sitzen können. Sie benötigen aber möglicherweise eine spezielle Rückenstütze und können die Beine höchstens eingeschränkt beim Paddeln einsetzen
-    Kl 3 (= Kajak Level 3): Athleten mit voller Rumpffunktion und teilweiser Beinfunktion. Die Athleten können leicht vorwärts gebeugt sitzen und wenigstens ein Bein/ eine Prothese voll beim Paddeln mit einsetzen.
Auf internationaler und nationaler Ebene gibt es noch die nicht-Paralympischen Va´a Wettbewerbe. Diese benutzen das gleiche Klassifizierungs-System. Die Startklassen heißen hier: Vl 1, Vl 2, Vl 3.

Parakanu Wettkämpfe werden erstmals bei den Sommer Paralympics in Rio 2016 durchgeführt werden. Es wird Rennen im Kajak-Einer geben. www.rio2016.com/en/paralympics/canoe

Beim Treffen des Internationalen Paralympischen Committees (IPC) in Guangzhou, China, 2010 wurde entschieden, Parakanu als Sportart bei den Sommer Paralympics ab 2016 in Rio mit ins Programm aufzunehmen.

Im Moment arbeitet die ICF an einem Vorschlag und wissenschaftlichen Studien  für die IPC, um Va´a Wettbewerbe ins Programm der Paralympischen Spiele 2020 in Tokio aufzunehmen.
Weitere Einzelheiten zu Parakanu  sind auf der ICF Website unter http://canoeicf.com/icf/Aboutoursport/Paracanoe.html zu finden.

Sobald mehrere Athleten zusammenkommen, die ihre Sportart engagiert betreiben, möchten sie herausfinden, wer denn der Beste ist. So ist auch der Kanu-Rennsport entstanden. Und dies erst einmal auf lokaler Ebene, oder innerhalb eines Bundeslandes. Bis zur ersten Weltmeisterschaft ist es dann ein längerer Weg.

Für den Paracanoe Rennsport in Deutschland gilt dies nicht. Hier kamen zuerst die Weltmeisterschaften, um darüber den Impuls in die Verbände und Vereine zu tragen. Im April 2010 wurde die Idee an der Sprint Kanu Weltmeisterschaft in Poznan mit einem Paracanoeing Team teilzunehmen aus der Taufe gehoben. Dies geschah auf einem Autobahnrastplatz an der A9 in einem Gespräch zwischen dem Präsidenten des DKV, Thomas Konietzko und dem Beauftragten für Kanusport mit und für Behinderte, Horst Schlisio. Bis zum Mai 2010 waren 4 Athleten gefunden, die sich dieser Herausforderung stellen wollten.

Henry Schröder und Ricco Ladewig aus Schwedt/Oder starteten als Anfänger, Michael Katzenmeier aus Stuttgart hatte schon einige Paddel-Erfahrung, während Gerhard Bowitzki bereits vor seinem Unfall Kanu-Rennsportler mit Leib und Seele war. Alle, Aktive, Trainer und Betreuer, betraten jedoch Neuland in der Ausrichtung auf Rennsport mit Menschen, die starke körperliche Einschränkungen aufweisen. Tatkräftige Unterstützung hatten sie dabei durch den Orthopädiemechaniker-Meister, Ingolf Hentsch aus Schwedt. Denn es stellte sich schnell heraus, dass neben Boot und Paddel auch spezielle Anfertigungen (Adaptionen) für Sitze notwendig wurden, die ganz individuell angepasst werden mussten. Nach Kenterungen, die natürlich auch vorkommen, hat sich ein Katamaran-Boot zur Rettung als beste Wahl erwiesen.

Die Weltmeisterschaft in Poznan im August wurde dann von allen hervorragend gemeistert, trotz aller Unsicherheiten und Aufregungen, die die Teilnahme begleiteten. Neben den hervorragenden Platzierungen von Henry Schröder und Michael Katzenmeier in den Finalläufen der Kajakfahrer wurde Gerhard Bowitzki Zweiter und damit Vizeweltmeister im Va´a. Die Rennen wurden über 200m ausgetragen, und 28 Länder schickten ihre besten Paracanoeing Sportler. In einigen Ländern ist Paracanoeing bereits seit vielen Jahren stark auf nationaler Ebene vertreten.

Diese Entwicklung erhoffen sich alle, die bereits engagiert im Paracanoe Bereich arbeiten. Zu der ersten nationalen Sichtung für die Weltmeisterschaft 2011 in Szeged kamen bereits weitere Athleten nach Halle, um sich der Herausforderung zu stellen. Die 1. Deutsche Meisterschaft im Paracanoeing in München, zusammen mit der Deutschen Kanu-Rennsport-Meisterschaft, wird dem Sport sicher verstärkte Aufmerksamkeit der Vereine einbringen.

Der DKV hat die Regelungen der ICF hinsichtlich der zu benutzenden Boote und der Einteilung der Schadensklassen übernommen. Die Übersetzung der Einzelheiten ist für interessierte Vereine und Athleten als Unterstützung gedacht.

Für weitere Fragen stehen die Behinderten-Beauftragten der Landesverbände und der Beauftragte für Kanusport für und mit Behinderten, Horst Schlisio, gerne zur Verfügung.

Bootsabmessungen

Boot  Kajak Va´a
Max. Länge  520 cm 730 cm
Mind. Gewicht 12 kg 13 kg mit Ama und Iatcos
Mind. Breite 50 cm*  ----------------------


*Wird in 10 cm Höhe vom Boden des Bootskörpers aus gemessen
- Kajaks dürfen nur ein Steuer unter dem Bootskörper haben. Feststehende zusätzliche Steuerflossen oder ein vorspringender Kiel ist nicht erlaubt
- Der Bootskörper des Va´a darf konkav sein. Steuer und Kiel ist nicht erlaubt
( ICF Paracanoe Regeln, 2015)

Paddler mit Einschränkungen oder Behinderungen jedweder Art sind schon immer in unseren Vereinen aktiv. Im Freizeitbereich, aber auch im Leistungssport haben sie ihren Platz gefunden. Es sind jedoch nur vergleichsmäßig wenige Personen, die eher auf Grund familiärer Bindungen, weil sie vielleicht vor einem Unfall schon paddelten, oder durch Zufall zum Kanusport gefunden haben.

Auf Grund der UN-Menschenrechts-Resolution zur Inklusion Behinderter rückt das Thema der Teilhabe an allen Formen des gesellschaftlichen Lebens zunehmend in den Vordergrund. Es geht grundsätzlich darum, dass Barriere-Freiheit auf allen Ebenen, nicht nur bei Bauvorhaben, sondern auch in den Köpfen aller sich entwickelt. Inklusion bedeutet neben der Aufnahme von Behinderten im Verein vor allem, dass sich die Vereine und ihre Mitglieder aktiv darum bemühen, alle Maßnahmen zu unternehmen, damit es keine unüberwindbaren Hindernisse gibt, die dem Paddeln Behinderter und ihrer Teilnahme am Vereinsleben entgegenstehen könnten. Und dies schon bevor der Erste nachfragt.

In der ICF (International Canoe Federation) wird dieses Thema durch das Komitee „Sports for All“, mit seinem Mitglied Thomas Konietzko, Präsident des DKV, vorangetrieben. 2009 hat die ICF, zusammen mit der IVF (International Va´a Federation), ein Entwicklungsprogramm auf den Weg gebracht, um Paracanoeing ( vorher: PaddleAbility) weltweit bei allen Paddlern und sportinteressierten Behinderten bekannt zu machen. Das englische Wort „disability“ bedeutet, dass jemand auf Grund einer Schädigung in der Durchführung von Aktivitäten beeinträchtigt ist (Definition der WHO). Somit soll der Begriff Behinderung nicht als Stigmatisierung verstanden werden, wie es im allgemeinen Sprachgebrauch oft der Fall ist.

PaddleAbility bedeutet, unabhängig von der Behinderung paddeln zu können .

Es geht darum, dass gerade Paddeln eine Sportart darstellt, bei der Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen ihren Platz finden können, um auf Vereinsebene, aber auch national oder international Sport zu treiben. In Deutschland ist durch die Idee der Integration seit den 70er Jahren bereits viel im Bereich des Behindertensports, auch des Sports von Behinderten in allen Kanuvereinen, geschehen. Dies ist jedoch bei weiten nicht in allen Ländern der Fall. Nicht-Beachten, Ausgrenzung bis hin zur Isolation in speziellen Einrichtungen ist in vielen Ländern, auch in Europa, häufiger der Fall als man sich vorstellen möchte. Daher sind diese Programme immer sinnvoll und notwendig.

Die ICF und IVF hatten es sich zum Ziel gesetzt, dass Paracanoeing für die Paralympics 2016 als paralympische Sportart anerkannt wird. Durch die hervorragenden Paracanoeing Wettkämpfe während der Kanu Sprint WM in Halifax/Kanada 2009 und vor allem bei der Kanu Sprint WM in Poznan/Polen 2010 mit 28 teilnehmenden Ländern, wurde Paracanoeing im Dezember 2010 als paralympische Sportart für die Spiele 2016 in Rio de Janeiro anerkannt. Die Verbände ICF und IVF konzentrieren sich für 2016 auf die Rennen für Körperbehinderte. Es ist ihr Anspruch, diese auf hohem Niveau und sehr gut organisiert mit spannenden Rennen durchzuführen, um auch in Zukunft paralympisch zu bleiben.

Alle weiteren Behinderungsformen werden jedoch auf nationaler und regionaler in Rennen eingebunden. Für Paddler mit geistiger Behinderung gibt es seit 2003 auf internationaler Ebene die Special Olympics World Games. In Deutschland ist seit 2006 Kanusport Bestandteil der Nationalen Special Olympics.

Es gibt jedoch auch immer mehr Regatten von Kanuvereinen in Deutschland, bei denen Rennen für Behinderte ausgeschrieben werden. Im Drachenbootsport ist es schon seit vielen Jahren üblich, dass Behinderte und Nicht-Behinderte in einem Boot sitzen. Der Ocean-Sport  bietet auch schon länger internationale Wettkämpfe für Menschen mit Behinderung. Teilhabe am Sport und an Regatten für alle, das ist gelebte Inklusion!

Durch den Status einer paralympischen Sportart kommen auf alle nationalen Kanuverbände neue Möglichkeiten zu, Gelder zu generieren, und den Kanusport für Behinderte nachhaltig zu entwickeln. Es entsteht aber auch die Verpflichtung, sich mit nationalen Aktionen um eine Verbreitung des Kanusports als herausragende Sportmöglichkeit für Behinderte zu kümmern.

Nachdem der erste Workshop in Duisburg im Herbst 2009 für Kanusport für Behinderte bereits aufzeigte, dass in Deutschland in vielen Vereinen bereits gute und innovative Arbeit geleistet wird, wird dieses Thema von Jahr zu Jahr detaillierter und intensiver bearbeitet. Durch den Austausch von Ideen, weiteren Workshops und Veranstaltungen stellte es sich schnell heraus, dass es in Zukunft neben dem Bereich Freizeitsport mit und für Behinderte, auch der Rennsport ein wichtiger Bestandteil der Kanu-Familie sein wird.

Der Deutsche Kanu Verband (DKV) hat bereits eine Kooperation mit dem Deutschen Behinderten Sportbund (DBS) in die Wege geleitet, um die Fachkompetenz im Kanusport auf allen Ebenen mit den Kompetenzen des DBS zu bündeln.

Unsicherheiten im Umgang mit behinderten Sportlern entstehen oft auch aus Unwissen. Daher werden in Zukunft vermehrt Fort- und Weiterbildungen angeboten, die diese Wissenslücken schließen und auch der Weiterentwicklung des Kanusports für Behinderte dienen werden. Auch hier werden die Kompetenzen von DKV und DBS zusammengefasst werden.

Info-Flyer