Präsident Jens Perlwitz

Jens Perlwitz – ein Mann aus der Mitte der Kanu-Familie

Seit dem 20. November 2021 ist Jens Perlwitz Präsident des Deutschen Kanu-Verbandes. Punkt 16 Uhr Leipziger Ortszeit trat der 73-jährige Rechtspfleger im Ruhestand die Nachfolge von Thomas Konietzko im höchsten Amt des Verbandes an und erklärte dabei schon, dass genau das Gegenteil von Ruhe nun auf ihn warte, aber ihn auch sehr freue. 

Es ist mir eine riesengroße Ehre als Präsident den Deutschen Kanu-Verband führen zu dürfen“, so Perlwitz bei seiner Antrittsrede. „Wir werden uns den in den letzten Jahren gestiegenen Anforderungen an unseren Verband stellen müssen, sei es im Freizeit- oder im Wettkampfsport. Aber natürlich will ich nicht all die gut funktionierenden Dinge im DKV ändern. Von Thomas erben wir schließlich einen hervorragend organisierten Verband. Ich stehe dafür, dass wir die wunderbare Kultur des Miteinanders im Kanusport auch weiterhin pflegen und zu gemeinsamen Entscheidungen um die Zukunft des DKV und des Sports kommen. So will ich, auch wenn mich viele aus dem Leistungssport kennen, ein Präsident aus der Mitte sein. Ob Wettkampf oder Freizeit, egal welche Bootsart - was uns alle verbindet, ist die Liebe zum Paddeln.“ 

Bezeichnenderweise kommt Perlwitz aus Kassel – praktisch die Mitte der Nation. Für Perlwitz war es auch schon in der Vergangenheit immer selbstverständlich, aus persönlicher Freude zum Kanusport auch Verantwortung für andere und das Große und Ganze zu übernehmen. Sein Credo war stets, den Aufbruch zu wagen und Erreichtes zu sichern und weiterzuentwickeln. 

„Ich habe schon vor einiger Zeit gesagt, dass wir stets darauf achten müssen, nicht auf der Stelle zu treten, Zukunftsprozesse dürfen wir nicht an uns vorbeifahren lassen“, so Perlwitz. „Mein Blick zielt dabei immer auf die Gewinnung von Mitgliedern und Mitarbeitern im ehrenamtlichen Engagement und das in Zusammenarbeit mit unseren Landesverbänden und Vereinen. Wobei ich nicht aus den Augen verliere, dass wir hierzu auch eine Stärkung der Hauptamtlichkeit brauchen.“ 

"Dabei kann sich Perlwitz auf eine Blickweise und einen langjährigen Erfahrungsschatz verlassen. Seine ehrenamtliche Laufbahn startete Perlwitz Mitte der 70-er Jahre, zunächst als Sportwart in der Kanuvereinigung Kassel. 1980 erwarb er die A-Lizenz als Trainer und konnte somit auch Nationalteams betreuen. Als Coach leitete er seitdem hunderte Jugendliche beim Kanusport an, von denen viele erfolgreich an nationalen und internationalen Wettkämpfen teilgenommen haben. Kassel ist eine Kanu-Talentschmiede geworden, aus der auch Olympiateilnehmerin Sarah Brüssler kommt. 

1991 betreute Perlwitz als Teamchef erstmals die deutschen Kanuten bei der WM in Bovec auf der Soca, damals noch Jugoslawien. Es folgten hochrangige Aufgaben in der nationalen und internationalen Verbandsarbeit, darunter 1997 die Berufung in die Wildwasserrennsport-Kommission der Internationalen Kanu-Föderation (ICF) sowie von 2006 bis 2016 der Vorsitz dieser Wildwasser-Kommission. Zwischen 2006 und 2014 war Perlwitz Präsident des Hessischen Kanu-Verbandes, von dem er nach seinem Ausscheiden zum Ehrenpräsidenten ernannt wurde. Seit 2001 bis heute ist er Vize-Präsident im Deutschen Kanu-Verband für Leistungssport.  

Perlwitz ist der zehnte Präsident in der 100-jährigen Geschichte des Deutschen Kanu-Verbandes. Beim Kanutag in Leipzig 2021 wurde er zunächst für vier Jahre gewählt.