14. April 2021

Ab in die Tonne! Oder doch nicht?

Foto: Kanu-Out-Door

Zu Recht wurde das Kanu als das „Lastentier der Indianer bezeichnet“. Ist doch praktisch - wer etwas dabei haben will, nimmt es mit, da man nicht um jedes Gramm kämpfen muss. Doch wie packe ich sinnvoll, damit Handy, Tütensuppe, Schlafsack usw. trocken ankommen? Und was kommt wo hin? Die Socken in die Tagesluke? Und wer verspricht mir, dass der Trockensack auch dicht hält?
Fragen über Fragen mit zum Teil unglaublich simplen Antworten. Wir stellen und erklären dann, was ihr damit anfangen könnt. Alle Infos auf einem Blick - natürlich ordentlich verpackt!

Von Sabine Stümges

 

1. Packsäcke

Grundsätzlich gilt: Packsäcke sind aus dem Kanusport nicht wegzudenken. Das verkürzt die Diskussion um Vor- und Nachteile, die auch vom Modell abhängen. Es gibt sie in unterschiedlichen Volumen oder Materialien, in einer bunten Farbvielfalt und in mehreren Ausführungen: mit Tragegurt, mit Kompressionsventil usw.
Eine wichtige Unterscheidung für den Kauf ist der Dichtigkeitsgrad. Während die Frage nach einem Schultergurt Geschmacksache ist, lässt sich nicht über die Sinnghaftigkeit von „100% dicht“ streiten. Doch was bedeutet „wasserdicht“? Praktisch, wenn die Tasche nach dem Zertifizierungssystem IP („International Protection“) ausgezeichnet wurde. Die zweite Ziffer (Beispiel: IP 64) sagt aus, wie wassergeschützt die Tasche ist.
 

Ziffer Schutzart
0 Kein Schutz
1 Schutz gegen Tropfwasser
2 Schutz gegen fallendes Tropfwasser
3 Schutz gegen fallendes Sprühwasser
4 Schutz gegen Spritzwasser von allen Seiten
5 Schutz gegen Strahlwasser
6 Schutz gegen starkes Strahlwasser
7 Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen
8 Schutz gegen dauerndes Untertauchen


Abgesehen davon, dass das IP-Klassen System nicht überall verwendet wird, trifft die perfekte Wasserdichtigkeit nur bei perfekt verschlossenem Rollverschluss zu. Dabei kostet das drei- bis vierfache Einschlagen Volumen! Darüber hinaus gilt im Grundsatz: 100% gibt es nicht und probieren (zum Beispiel in der eigenen Badewanne) geht über studieren. Dazu gehört auch eine Versuchsreihe zur These, dass der voll bepackte Packsack dichter ist als der nur halb beladene. Was man nicht unbedingt ausprobieren muss, da kostspielig: Elektronische Geräte gehören nicht in einen „klassischen“ Packsack. Hier gibt es mittlerweile durchaus praktischere und wirklich dichte Möglichkeiten. (Bild: KANU-OUT-DOOR)

   

Packsäcke - Tipps und Tricks

  • Es ist praktischer das Gepäck in mehrere kleine Beutel aufzuteilen, als alles in einen großen zu Verstauen. Zum einen kann man so einem Packsack eine klare „Aufgabe“ geben, zum anderen füllen mehrere Packsäcke das Boot besser aus als wenige große.  
  • Wer nach einem festen Farbschema (Bekleidung = Gelb, Paddelsachen = Grün, Essen = rot o.ä.) packt, spart Zeit beim Suchen. Alternativ gibt es transparente Packsäcke, die einen Blick auf das Innenleben verraten – oder man beschriftet sie.
  • Wenn es um das Ein- und Ausladen geht, erhöhen kleine Säcke die Laufwege. Ein XXL-Tasche (zum Beispiel einer bekannten Einrichtungskette) oder notfalls ein 60 l-Müllsack helfen hier weiter.
  • Je nach Bootsform- und aufbau empfieht es sich, eine Schnur an die Packsäcke zu binden. Das erleichtert das Rausziehen.
  • Was ist, wenn der Rollverschluss mal nicht perfekt dicht hält? Das ist solange nur ein kleines Problem wie die Abschottung ihre Dienste leistet. Wenn der Packsack aber offen im Boot liegt, dann rettet ein altes Handtuch sensible Dinge vor kleinen Wassermengen.
  • Gerne mal im „Tütenkaufrausch“ vergessen: Welche Packsäcke passen überhaupt durch meine Luke?
  • Für einige Dinge bieten sich alternativ auch Gefrierbeutel mit Zipverschluss oder Kunststoffdosen mit gummierter Dichtung an.
  • Wenn es der Platz im Boot zulässt – die überflüssige Luft im Packsack nicht herausdrücken, damit der Sack im Falle einer Kenterung schwimmt und leichter eingesammelt werden kann.

 

Das kommt mir in die Tüte – aber wie?

 

1. Kanten sauber aufeinander legen 2. In Richtung Versteifungskante einklappen. Nach jedem Umklappen noch einmal glatt streichen.
3. Je nach Angabe – drei bis viermal umklappen. 4. Klick-Verschluss verschließen – fertig!


 

2. Ein klarer Fall für die Tonne

Der größe Vorteil einer Kanutonne: Sie bleibt dicht! Außerdem ist sie durch ihre starre Form gut für den Transport von Lebensmitteln geeignet. Auch wenn es dem Geschmack sicher keinen Abbruch tut, ist es schon angenehm, wenn Brot, Butter und vor allem Obst nicht die Form der Ladevolumens annehmen. Außerdem lassen sie sich schneller Öffnen und Schließen, wapraktisch ist für den „Snack zwischendurch“. Mit ein paar handwerklichen Tricks lässt sich in eine Tonnen sogar ein Teilungssystem einziehen - ein Hoch auf die Ordnung.
Wer allerdings hauptsächlich mit einem Kajak unterwegs ist, kennt natürlich auch den wortwörtlich größten Nachteil der Tonnen. Egal wie viel drin ist, sie haben immer den gleichen Platzbedarf und sind absolut starrsinnig in ihrer Form. Trotzdem lohnt es sich, gedanklich die Möglichkeiten durchzugehen, wie man die Vorteile von beiden Methoden miteinander kombinieren kann. (Quelle: SeenLandAgentour GmbH)

   

Diesen Artikel sowie weitere Touren, Beiträge und Themen findest du im KANU-SPORT 7/2017:
 
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